Französische Präsidentschaftswahlen - kein Grund zur Sorge?

An diesem Wochenende werden die französischen Bürgerinnen und Bürger in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen für eine neue fünfjährige Amtszeit an die Urnen treten. Bis vor kurzem haben die Märkte die Wahl fast völlig ignoriert, da der derzeitige Amtsinhaber Emmanuel Macron in den Meinungsumfragen komfortabel vorne lag. Doch in den letzten zwei Wochen haben sich die Umfragen deutlich angenähert, und die Anleger interessieren sich nun dafür. Aegon Asset Management | 08.04.2022 14:03 Uhr
Gareth Gettinby, Multi Asset Investment Manager bei Aegon Asset Management / © Aegon Asset Management
Gareth Gettinby, Multi Asset Investment Manager bei Aegon Asset Management / © Aegon Asset Management

Angesichts des sich zuspitzenden Rennens sind die französischen Aktien stark gefallen, und der 10-jährige Spread zwischen Frankreich und Deutschland hat sich über den Höchststand vom Februar hinaus ausgeweitet. Es ist jedoch schwierig, das Risiko einer möglichen Niederlage Macrons vom Russland-Ukraine-Konflikt und den Reaktionen der Zentralbanken auf die steigende Inflation zu trennen.

Es wird erwartet, dass kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen erhält, und eine Stichwahl zwischen den beiden Spitzenkandidaten für den 24. April ansteht. Insgesamt treten in der ersten Runde am Sonntag 12 Kandidaten an, wobei es sich in der Realität um fünf Hauptkandidaten handelt.

Präsident Macron hofft auf eine zweite Amtszeit, während die Rechtspopulistin Marine Le Pen erneut seine Hauptkonkurrentin sein wird, obwohl Jean-Luc Mélenchon von einem Anstieg der Umfragewerte profitiert. Die aktuellen Umfragen deuten darauf hin, dass die beiden anderen Hauptkandidaten die zweite Runde nicht erreichen werden.

Bis gestern deuteten alle Umfragen auf einen Sieg Macrons hin, was angesichts seiner hohen Zustimmungswerte nicht überrascht, denn keine einzige Umfrage geht von einem Sieg Le Pens aus. In den letzten zwei Wochen hat sich Macrons Vorsprung in den Umfragen gegenüber Le Pen in der voraussichtlichen zweiten Stichwahl zwischen den beiden verkleinert. Mitte März deuteten die Umfragen auf einen komfortablen Sieg Macrons mit rund 20 Punkten Vorsprung vor Le Pen hin (60 % - 40 %). Laut POLITICO-Umfragen hat sich dieser Vorsprung in den letzten Wochen verringert, und Le Pen liegt im Durchschnitt acht Prozentpunkte hinter dem Präsidenten. Die knappste Umfrage (Harris Interactive) sieht Macron mit 51,5 % zu 48,4 % vorne, ein Ergebnis, das innerhalb der Fehlermarge liegt.

Bei der letzten Wahl in Frankreich im Jahr 2017 siegte Macron im zweiten Wahlgang mit 66 % der Stimmen über Le Pen. Da die POLITICO-Umfrage einen Vorsprung von 54 % gegenüber 46 % für Macron nahelegt, deutet dies darauf hin, dass die Führungsposition des Präsidenten viel verwundbarer ist als 2017. Le Pen hat in diesem Wahlkampf ihre Botschaften geändert und fordert nicht mehr, dass Frankreich die Eurozone verlässt. Eine ihrer Maßnahmen ist die Senkung der Mehrwertsteuer auf Energie von 20 % auf 5,5 %, was dazu beitragen könnte, die Wähler zu beeinflussen, da die höheren Energiekosten weiterhin erhebliche Auswirkungen auf die französische Bevölkerung haben. 

Angesichts der aktuellen Faktoren und Ereignisse, auf die die Märkte reagieren, ist es schwierig, die Auswirkungen eines Sieges von Le Pen auf die Märkte isoliert zu betrachten. Wir gehen davon aus, dass alles andere als ein Sieg Macrons bei einer zweiten Präsidentschaftswahl eine große Überraschung für die Marktteilnehmer wäre. Für die Bürger Großbritanniens ist die Überraschung des Brexit-Votums noch in Erinnerung, so dass ein Sieg von Le Pen nicht ausgeschlossen werden kann. Er sollte als "Tail Risk" betrachtet werden und würde die Unsicherheit für das französische Wachstum, die Inflation und die Finanzen erhöhen. Das Ergebnis würde zu einem Rückgang der europäischen Aktien führen, insbesondere des französischen Aktienmarktes (CAC 40), zu einer weiteren Ausweitung des Spreads zwischen Frankreich und Deutschland und zu einer Schwächung des bereits schwachen Euro, insbesondere gegenüber dem sicheren Hafen Schweizer Franken.

Gareth Gettinby, Multi Asset Investment Manager bei Aegon Asset Management

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