Robotaxis & autonome Fahrzeuge werden Bestandteile des Straßenverkehrs

DNB Asset Management | 09.11.2022 14:42 Uhr
Audun Wickstrand Iversen, Portfoliomanager, DNB Asset Management / © e-fundresearch.com / DNB Asset Management
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Das Wort "Robotaxi" ist eines von 15 Wörtern, über das in den kommenden Jahren viel gesprochen werden wird. Im Ökosystem der autonomen Fahrzeuge befinden sich Unternehmen, die Software entwickeln, Unternehmen, die Hardwarekomponenten herstellen, reine Automobilhersteller (Autohersteller) und Unternehmen, die den Service Mobility-as-a-Service (Capex Light) anbieten. Letztere sind Robotaxi-Unternehmen wie Cruise, Waymo oder Zoox. Tesla fällt zum Beispiel nicht in diese Kategorie. Solche Robotaxi sind über Apps buchbar und stehen binnen zehn Minuten vor der Tür und niemand außer den Gästen befindet sich im Auto.

Anzeichen für Kostenwendepunkt

Das Thema Robotaxi steht schon ein paar Jahre als Zukunftsthema im Raum, der Marktausblick blieb bis dato enttäuschend, vor allem aufgrund mangelnder Kosteneffizienz und regulatorischer Herausforderungen. Beim gesamten Geschäftsmodell für Robotaxi geht es darum, die Rentabilität zu steigern, der Kostenaspekt der Produktion des Fahrzeugs ist daher entscheidend.

Wir sehen jetzt Anzeichen für einen Kostenwendepunkt für autonomes Fahren nach vielen Jahren sinkender sensorbezogener Kosten. Die Credit Suisse schätzt, dass die Kosten in den nächsten 5 Jahren weiter um 42 % sinken werden, wobei die sinkenden Kosten für Elektrofahrzeuge und Sensoren (insbesondere LiDAR) von entscheidender Bedeutung sind. Laut Yole (Tech-Beratungsunternehmen) beträgt die typische Aufschlüsselung der Hardwarekosten für ein autonomes Fahrzeug etwa 60 % Fahrzeug, 25 % LiDAR, 11 % AI-Chip und der Rest GPS und Radar.

Warum ist autonomes Fahren so teuer? Die LiDAR-Technologie ist komplex aufgebaut und erfordert eine präzise Anpassung jedes Lasers an den entsprechenden Detektoren. Dennoch sehen wir einen rückläufigen Kostentrend dank der Experimente der Unternehmen mit neuen Methoden wie dem Einsatz kleiner Spiegel zur Steuerung eines Laserstrahls in einem Scanmuster.

Wohin geht die Reise?

Nach mehreren Jahren des Testens hat der Robotaxi-Sektor in 2021 begonnen, mit einer exponentiell wachsenden Automobilflotte in die Kommerzialisierung überzugehen. Dies ist den schnell sinkenden Hardwarekosten, besseren Algorithmen, einer besseren Infrastruktur und der Lockerung der Vorschriften zu verdanken. Vor allem China und USA liegt weit vorne. In China sind Baidu und AutoX die großen Player. In den USA gibt es Tesla, Cruise (GM) und Waymo (Google). Tesla bietet allerdings keine Robotaxi-Dienste an, sondern verkauft die Software FSD (Full Self Driving) für seine Autos in Richtung Privatmarkt.

Es gibt viele Anzeichen, dass wir nahe am Wendepunkt für selbstfahrende Autos und Robotaxi sind. China zeichnet sich als guter Markt für die Umsetzung aus. Beim Übergang von der traditionellen Fertigung zu einer technologiegetriebenen Wirtschaft hat China große Investitionen in strategische Branchen wie 5G und KI (Künstliche Intelligenz) getätigt. Die Behörden in China unterstützen nun nachdrücklich die Entwicklung autonomer Autos und setzen sich das Ziel, bis 2030 eine Durchdringung der Autonomie der Stufe 4 um 20% (China Renaissance) zu erreichen. Zusammen mit der rasanten Entwicklung von Software und Hardware ermöglicht dies dem Robotaxi Markt ein großes Wachstum in China.

Die Unternehmen, die innerhalb des Ökosystems automatisierter Fahrzeuge tätig sind, befinden sich alle in einer Forschungs- und Entwicklungsphase mit hohem Wettbewerb, um Marktanteile zu erobern. Es gibt auch mehrere, die über die von uns erwähnten hinausgehen, wie Amazons Zoox, Hyundais Motional oder Toyotas Pony. Mit dem hohen Grad an Wettbewerb, dem Geld, das in die Forschungsentwicklung investiert wird, und dem Interesse, das wir am Markt sehen, haben wir bei DNB Disruptive Opportunities keinen Zweifel daran, dass selbstfahrende Autos und Lastwagen irgendwann in der Zukunft ganz normal Bestandteil des täglichen Straßenbildes sein werden. In einigen Teilen der Welt kann man es bereits sehen.

Von Audun Wickstrand Iversen, Portfoliomanager bei DNB Asset Management

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