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Bidens Konjunkturpaket: Zu viel des Guten?

Das 1,9 Billionen US-Dollar schwere Corona-Hilfspaket von Joe Biden wird die Erholung der US-Wirtschaft unterstützen. Anfang des dritten Quartals dürfte die Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben. Ein nachhaltiger Inflationsdruck ist daraus aber nicht zu erwarten. Union Investment | 16.03.2021 18:03 Uhr
© Photo by Brandon Mowinkel on Unsplash
© Photo by Brandon Mowinkel on Unsplash

Der „American Rescue Plan“, das US-Rettungspaket für die US-Wirtschaft von Präsident Joe Biden, hat alle politischen Hürden genommen und kann umgesetzt werden. Es ist mit 1,9 Billionen US-Dollar bereits das dritte Konjunkturpaket, das der Wirtschaft der Vereinigten Staaten nach der Corona-Krise wieder auf die Beine helfen soll. Zwar musste die neue Regierung unter Biden kleinere Abstriche hinnehmen – etwa bei der Höhe der Zuschüsse zum Arbeitslosengeld, auch der Mindestlohn ist nicht mehr Teil des Pakets –, doch der Großteil des Fiskalstimulus wurde genehmigt.

Die wichtigsten Eckpunkte des Rettungsplans

Das Paket besteht aus einer Vielzahl verschiedener Maßnahmen. So sollen etwa Erwachsene, die bis zu 75.000 US-Dollar im Jahr verdienen, einen Stimulus-Scheck in Höhe von 1.400 US-Dollar erhalten. In Familien darf das gemeinsame Einkommen bei nicht mehr als 150.000 US-Dollar liegen. Wer über 80.000 US-Dollar beziehungsweise 160.000 US-Dollar verdient, hat keinerlei Anspruch auf Stimulus-Schecks.

Darüber hinaus wird das wöchentliche Arbeitslosengeld aufgestockt, allerdings nur um 300 US-Dollar – nicht wie ursprünglich vorgesehen um 400 US-Dollar. 170 Milliarden US-Dollar fließen in die Öffnung von Schulen und Universitäten. Und 160 Milliarden US-Dollar gehen an das Test- und Impfprogramm.

Bidens Konjunkturpaket liefert umfangreiche Stützungsmaßnahmen

Überblick über den Umfang der einzelnen Maßnahmenpakete

Quelle: Evercore, Union Investment; Stand: 11. März 2021

Übers Ziel hinausgeschossen?

Die Motivation hinter einem Hilfspaket dieses Ausmaßes: US-Präsident Biden will um jeden Preis vermeiden, die Fehler zu wiederholen, die nach der Finanzkrise 2008/2009 gemacht wurden. Damals wurde zu wenig Geld in die Hand genommen und die Wirtschaft hat Jahre gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen. Der Arbeitsmarkt etwa brauchte mehr als acht Jahre, um wieder so dazustehen wie vor der Krise. Deshalb soll jetzt alles getan werden, um die Wirtschaft möglichst schnell wieder auf den Wachstumspfad zu bringen.

Im Vorfeld wurde viel darüber diskutiert, ob der Rettungsplan in seinem Umfang nicht vielleicht über das Ziel hinausschießen könnte. Die Befürchtung war, dass die Produktionslücke (Output Gap) nicht nur geschlossen wird, sondern es sogar zu einer Überauslastung der Wirtschaft und entsprechendem Inflationsdruck führen könnte. Doch diese Sorgen teilen die Volkswirte von Union Investment nicht.

Sie rechnen zwar damit, dass die Inflation im zweiten Quartal deutlich ansteigen wird. Das hat jedoch nichts mit dem Stimulus-Paket zu tun. Der Anstieg geht vielmehr auf Basiseffekte zurück, weil die US-Teuerungsrate im entsprechenden Vorjahresquartal krisenbedingt außergewöhnlich niedrig war. 2021 ist nicht von einer Überauslastung der US-Wirtschaft auszugehen und die US-Notenbank Federal Reserve dürfte entsprechend durch den temporären Inflationsanstieg durchschauen.

Hinzu kommt, dass die Erholung am US-Arbeitsmarkt in den vergangenen Monaten spürbar an Fahrt verloren hat. Die Erwerbstätigkeit liegt immer noch etwa 9,5 Millionen unter dem Vorkrisenniveau und die Unterschiede zwischen den einzelnen Einkommensgruppen sind massiv. Bei Gutverdienern ist die Krise weitgehend ausgestanden. Bei Geringverdienern liegt das Beschäftigungsniveau immer noch mehr als 20 Prozent unter dem Vorkrisenniveau.

Konsum oder Sparen?

Nicht zuletzt deshalb ist auch davon auszugehen, dass die Haushaltsschecks nur zum Teil in Konsum fließen und so die Konjunktur ankurbeln werden (Multiplikatoreffekt). Studien haben gezeigt, dass die Unterstützungszahlungen vor einem Jahr zu einem Drittel dazu genutzt wurden, Schulden abzubauen. Ein Drittel wurde gespart, um für eine ungewisse Zukunft vorzusorgen, und nur ein Drittel wurde direkt ausgegeben. Umfragen deuten darauf hin, dass der Sparanteil dieses Mal noch höher ausfallen könnte.

Dass jetzt noch mehr gespart werden könnte, liegt an der Erwartung der Haushalte, dass die Stimulus-Schecks in diesem Paket vorerst die letzten sein dürften. Dementsprechend wird das Geld voraussichtlich erst nach und nach in den Konsum fließen – je nachdem wie sich die Wirtschaft und die persönliche Situation entwickeln. Das wäre eine Wiederholung des Verhaltensmusters vom vergangenen Jahr, als die schrittweise Auflösung der Ersparnisse den privaten Konsum in den USA relativ stabil gehalten hat, obwohl sich die Situation am Arbeitsmarkt noch nicht nachhaltig entspannt hatte. Das hätte positive Implikationen für den mittelfristigen Ausblick, weil so eine dauerhafte Unterstützung für die wirtschaftliche Entwicklung entstünde, statt die Hilfen in einem Einmaleffekt wirken zu lassen.

Nächstes Fiskalpaket wohl im Herbst

Die Experten von Union Investment gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft auf dieser Grundlage voraussichtlich zu Beginn des dritten Quartals dieses Jahres wieder das Vorkrisenniveau erreichen dürfte. Mit einer Überhitzung der Wirtschaft ist trotz Bidens Rettungsplans nicht zu rechnen. Bald werden die Diskussionen über das nächste Fiskalpaket beginnen, das voraussichtlich im Herbst ansteht. Dieses sollte jedoch eine vollkommen andere Ausrichtung haben mit Schwerpunkten auf Infrastrukturausbau und „Clean Investments“ – mit dem Ziel das Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft anzuheben.

Stand aller Informationen, Erläuterungen und Darstellungen:
15. März 2021, soweit nicht anders angegeben.

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