Arbeitsmarkt: Ein Tanker im Wendemanöver

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt erstmals seit Dezember: Im Februar verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit rund 15.000 weniger Arbeitslose. Zeichnet sich eine Trendwende am Arbeitsmarkt ab? Eine Analyse. Union Investment | 27.02.2026 12:10 Uhr
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment

Endlich ein kleiner Lichtblick. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist erstmals seit Dezember wieder leicht gesunken. Nach Angaben der Arbeitsagentur hat die Anzahl der Menschen ohne Beschäftigung im Februar um rund 15.000 Personen abgenommen.

Der unerfreuliche Trend der letzten Jahre könnte endlich ein Ende finden. Seit 2022 stieg die Anzahl der Arbeitslosen, hauptsächlich aufgrund des Stellenabbaus in der Industrie. Die gute Entwicklung bei Dienstleistungen konnte den Arbeitsplatzabbau nicht ausgleichen. Jetzt deutet sich im Arbeitsmarkt eine Trendwende an. Deutschland schwenkt ein in das Fahrwasser der meisten europäischen Volkswirtschaften, die sich schon seit Jahren sinkender Arbeitslosenzahlen erfreuen.

Sicher ist jedoch auch: Die strukturell schwache Entwicklung in wichtigen Branchen wird weiter den Arbeitsmarkt belasten. Das liegt nicht zuletzt am anhaltenden Jobabbau im Automobilsektor. Aber: Der Verlust an Arbeitsplätzen in der einen Branche sollte künftig durch den Bedarf in anderen Bereichen überkompensiert werden. Die steigenden staatlichen Investitionen für Verteidigung und Infrastruktur werden in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle für das Wirtschaftswachstum, aber auch für den Arbeitsmarkt spielen. Allerdings finden Änderungen in Beschäftigungsverhältnissen nur langsam statt. Es braucht viel Zeit und Energie, um den Tanker Arbeitsmarkt zu wenden.

Von Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment

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