Deutsche Industrie: Trotz Auftragsminus auf dem Weg zum Wachstumsmotor

Trotz eines deutlichen Rückgangs der deutschen Industrieaufträge im Januar sehen Ökonomen vorerst keinen Grund zur Sorge: Volatile Großaufträge verzerren das Bild, die Auftragsbücher bleiben gut gefüllt. Union Investment | 09.03.2026 08:56 Uhr
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment

Der Auftragseingang in Deutschland ist im Januar nach vier starken Monaten in Folge um 11,1 Prozent deutlich zurückgegangen. Entscheidend waren allerdings die volatilen Großaufträge. Sofern der aktuell hohe Ölpreis nur ein vorübergehendes Phänomen bleibt, sind Sorgen um die Industrie in diesem Jahr daher nicht angebracht. Der Rückgang der Aufträge ist nur eine Normalisierungsbewegung im Aufschwung. Dank der kräftigen Neubestellungen der vergangenen Monate sind die Auftragsbücher vieler Unternehmen so gut gefüllt wie selten zuvor. Rein rechnerisch könnte die deutsche Industrie acht Monate lang produzieren – ohne einen einzigen neuen Auftrag.

Die robuste Auftragslage ist vor allem auf die Investitionen der Bundesregierung in Verteidigung und Infrastruktur zurückzuführen. Die Fiskalausgaben greifen und stärken die Perspektiven für Produktion und Investitionen in neue Fertigungsanlagen. Die Industrie sollte 2026 von der früheren Wachstumsbremse zum Wachstumsmotor werden, sollte der Irankrieg nicht dauerhaft eskalieren.

Von Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment

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