Der Benzinpreis spuckt den Verbrauchern in die Suppe

Deutschlands Konsumklima hat sich erneut eingetrübt: Der GfK-Index fällt auf -28,0 Punkte. Hohe Benzinpreise, Nahost-Krieg und steigende Preiserwartungen belasten die Verbraucher. Warum der private Konsum dennoch stabil bleibt und was das für Wachstum und EZB bedeutet, lesen Sie hier. Union Investment | 26.03.2026 13:30 Uhr
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
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Die Eintrübung des Verbrauchervertrauens kommt wenig überraschend. Der GfK-Konsumklimaindex ist um 3,2 Punkte auf -28,0 Punkte zurückgegangen. Der Krieg im Nahen Osten und die steigenden Preise an den Zapfsäulen haben bei den Verbrauchern für neue Sorgenfalten gesorgt. Die gestiegenen Tankkosten sind eine Belastung. Je länger die Benzinpreise hoch bleiben, desto stärker werden sie den Konsum bremsen.

Auch wenn der Benzinpreis den Verbrauchern in die Suppe spuckt, sind die Rahmenbedingungen für die Verbraucher stabil. Die Lohnzuwächse lassen die real verfügbaren Einkommen seit einiger Zeit steigen, und der Arbeitsmarkt bleibt trotz leichter Abkühlung solide. Daher zeigte sich der private Konsum in Deutschland zuletzt robust. Ob er eine Stütze für das Wirtschaftswachstum in Deutschland bleibt, hängt wesentlich davon ab, wie schnell die Energiepreise wieder sinken.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sind insbesondere die Preiserwartungen der Verbraucher von Bedeutung. Die GfK-Umfrage zeigt, dass die Konsumenten erstmals seit Monaten wieder mit steigenden Preisen rechnen. Verfestigt sich dieser Trend, gerät die EZB in ein Dilemma. Einerseits muss sie die Inflationserwartungen im Zaum halten, andererseits darf sie das Wachstum angesichts des Angebotsschocks auf den Energiemärkten nicht durch weitere Zinserhöhungen zusätzlich belasten.

Von Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment

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