Deutsche Inflation erhöht, EZB kann aber weiter beobachten

Steigende Kraftstoffpreise treiben die Inflation in Deutschland im April auf 2,9 Prozent. Laut Union Investment bleiben Zweitrundeneffekte bislang aus. Für die EZB spricht das trotz geopolitischer Unsicherheiten weiter für unveränderte Leitzinsen. Union Investment | 29.04.2026 14:50 Uhr
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment

Die Teuerung in Deutschland steigt durch die höheren Kraftstoffpreise, etwa für Benzin und Diesel, weiter an. Die Inflation lag im April bei 2,9 Prozent, nach 2,7 Prozent im März. Spürbare Zweitrundeneffekte, bei denen die höheren Energiepreise auch auf andere Güter durchschlagen, sind jedoch bislang ausgeblieben. Im Mai sollte zudem die beschlossene Erleichterung bei der Kraftstoffsteuer die Inflation etwas dämpfen. 

Die Europäische Zentralbank (EZB) kann bei ihrem morgigen Treffen die Leitzinsen unverändert lassen. Zwar wird die Inflation in den nächsten Monaten oberhalb des Ziels der EZB von zwei Prozent bleiben. Entscheidend ist aber, wie deutlich etwaige Zweitrundeneffekte ausfallen werden und ob die Inflation damit Gefahr läuft, anhaltend hoch zu bleiben. Die Möglichkeit, dass Unternehmen Preiserhöhungen in der Breite und in hohem Umfang an ihre Kunden weitergeben, ist bei der moderaten Konjunktur gering. Auch die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerseite bei anstehenden Lohnverhandlungen ist deshalb begrenzt. Ein scharfer Inflationsanstieg bleibt unwahrscheinlich. Trotz der Unsicherheiten durch den Iran-Krieg stehen die Chancen damit gut, dass die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik stabil hält.

Von Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft, Union Investment

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