Union Investment Macro Stratege Herzum: Der Inflationsgipfel ist überschritten

Die Inflation lag im Juni bei 2,3 Prozent – der Höhepunkt dürfte überschritten sein. Sinkende Energiepreise sprechen für Entspannung, doch Tankrabatt-Auslauf und Nachwirkungen hoher Energiekosten bremsen den Rückgang. Union Investment erwartet keine weiteren EZB-Zinserhöhungen. Union Investment | 01.07.2026 08:12 Uhr
Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment

Die Inflation lag im Juni bei 2,3 Prozent. Damit sollte der Inflationsgipfel überschritten sein. Der Rückgang der Energiepreise spricht dafür, dass der Trend wieder nach unten zeigt.

Ein schneller Sinkflug ist aber nicht zu erwarten: Der Wegfall des Tankrabatts im Juli und verzögerte Effekte höherer Energiekosten aus dem Frühjahr können die Teuerung in den nächsten Monaten noch stützen. Entscheidend ist, dass wir keine Lohn-Preis-Spirale sehen. Relevante Zweitrundeneffekte über den Arbeitsmarkt sind bislang ausgeblieben, das heißt es gibt keinen wesentlichen Inflationsdruck durch steigende Löhne.

Eine Rückkehr zum EZB-Inflationsziel von rund zwei Prozent wird erst Anfang 2027 realistisch sein. Aber: Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte in den kommenden Monaten genug Zuversicht gewinnen, dass sich die höhere Inflation nicht verstetigt. Wir gehen deshalb davon aus, dass es keine weiteren Zinserhöhungen geben wird.

Von Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment 

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