Frédéric Leroux, Mitglied des Strategic Investment Committee bei Carmignac:„Kazuo Ueda wurde als neuer Chef der japanischen Zentralbank nominiert, nachdem die wahrscheinlichsten (und erwarteten) Kandidaten die Ernennung abgelehnt hatten. Kazuo Ueda besuchte das MIT während eines Teils seiner akademischen Laufbahn zur gleichen Zeit wie der ehemalige FED-Chef Ben Bernanke, als Stanley Fisher dort lehrte, bevor er einige Jahre später selbst Mitglied der FED wurde. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass Ueda mit seinen 71 Jahren einen akademischen Blick auf die Geldtheorie und das Zentralbankwesen hat. Westliche Zentralbanker haben in letzter Zeit auf die harte Tour gelernt, dass jetzt wieder die Inflation über die Höhe der Leitzinsen entscheidet oder darüber, ob unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen wie die Steuerung der Renditekurve beibehalten werden sollen oder nicht. Auch in Japan macht sich die Inflation bemerkbar. Die Tage der Renditekurvensteuerung sind gezählt, ebenso wie die einer Zinskurve, die schon zu lange nichts mehr mit der wirtschaftlichen Realität zu tun hat. In diesem Zusammenhang ist der gewählte Leiter zweitrangig. Was zählt, ist die Einhaltung des Mandats der Institution, die er vertritt: die Stabilität des japanischen Finanzsystems. Eine rasche Normalisierung der Geldpolitik steht bevor und es ist keineswegs sicher, dass der daraus resultierende Anstieg der Zinssätze und des Yen der japanischen Wirtschaft und der Bewertung der japanischen Risikoanlagen schaden wird. Die geldpolitische Normalisierung, die in Japan im Gange ist, stellt nach 30 Jahren fast ununterbrochenen Deflationsdrucks einen Wendepunkt dar. Sie verdient unsere volle Aufmerksamkeit und unser Interesse.”
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