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Chart der Woche: USA - weniger Eisen in der Bahn

DWS "Chart der Woche": Die Frachtmengen im US-Schienenverkehr sind seit Monaten rückläufig. Sie zeigen die breite Schwäche des Industriesektors, den wir diese Woche runtergestuft haben. DWS | 12.07.2019 01:49 Uhr
© Pixabay
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Aufmerksamen amerikanischen "Trainspottern", also Menschen, die in ihrer Freizeit Zügen nachstellen, wird nicht entgangen sein, dass es in vielen Teilen der Wirtschaft schon seit einiger Zeit etwas flau läuft. Laut Daten des amerikanischen Eisenbahnverbands (AAR) sind die Frachtvolumina fünf Monate in Folge im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Die aktuellsten Zahlen (Veröffentlichungstermin für die Zahlen bis zum 13. Juli ist Mittwoch, der 17. Juli), die die Woche bis zum 6. Juli umfassen, zeigen einen Rückgang von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unser "Chart der Woche" zeigt, dass die rollierenden 3-Monats-Durchschnittswerte seit rund einem Jahr unter den Vorjahreswerten liegen. Noch sind die Tiefststände von Mitte 2016 nicht erreicht, doch die Treiber sind ähnlich: "Die rückläufigen Frachtvolumina sind das Ergebnis einer schwächer werdenden Konjunktur. Darüber hinaus sind viele Unternehmen aktuell dabei, ihre Lagerbestände abzubauen" sagt Marcus Poppe, Portfoliomanager Globale Aktien der DWS. Einen Unterschied gibt es zu 2016 - den Ölsektor. Beschleunigte er 2016 den Abschwung noch, sind Erdölprodukte nun eine von nur vier Güterkategorien (Die Association of American Railroads (AAR) unterteilt die auf Schienen transportierten Frachtgüter in 20 Kategorien), deren Frachtvolumina seit Jahresanfang gestiegen sind. Die 16 anderen Kategorien sind im Minus, allen voran Steine, Stahl und Koks. 

Diese Zahlen passen zu dem Bild, wonach vor allem das Verarbeitende Gewerbe das Wirtschaftswachstum bremst. Zwar gibt es auch hier stärkere und schwächere Untersektoren, doch in der Breite sehen wir derzeit keinen Katalysator für eine Belebung. Deshalb haben wir diese Woche den Industriesektor (als Aktiensektor) auf Untergewichten heruntergestuft. "Aufgrund der schwächeren Frühindikatoren sowie den ersten negativen Unternehmensberichten gehen wir von weiteren Enttäuschungen in der beginnenden Berichtssaison aus. Auch ohne eine Industrierezession ist es durchaus möglich, dass die Gewinnschätzungen für Industrieunternehmen nach unten korrigiert werden müssen", sagt Poppe. Dies sei ein globales Phänomen. Ähnlich wie die Industrie zwei Jahre von einem synchronen Aufschwung profitierte, ist nun ein synchroner Abschwung erkennbar. Die Investitionstätigkeit leidet zudem von der Unsicherheit, die der Handelskrieg zwischen den USA und China schürt. Gleichzeitig zeigt das "Chart der Woche " aber auch, wie sacht der Abschwung noch verläuft. Ein abruptes Ende dieses rekordlangen Zyklus erwarten wir nach wie vor nicht.          

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