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DWS Chart der Woche: Schwellenländeranleihen werden erwachsen

Die Furcht vor steigenden US-Staatsanleiherenditen scheinen für Besitzer von Schwellenländeranleihen unbegründet. Sie zeigen sich sogar "erstaunlich" robust. DWS | 23.05.2021 07:28 Uhr
© Photo by Romain Tordo on Unsplash
© Photo by Romain Tordo on Unsplash

Entgegen der sich wacker haltenden Hypothese effizienter Kapitalmärkte, die rational Informationen verarbeiten, ist an einigen Märkten ein hohes Maß an Vorurteilen und alten Denkmustern erkennbar. So haben Schwellenländermärkte immer noch mit dem Ruf zu kämpfen, dass sie nur schnelles Geld anziehen, welches bei Turbulenzen schnell wieder in vermeintlich sichere Häfen fließt. Oder aber, wenn in diesen Häfen auskömmlichere Renditen locken.

So müssen Besitzer von Schwellenländeranleihen sich seit über einem halben Jahr anhören, ihre Vermögensklasse verlöre angesichts steigender US-Zinsen an Attraktivität. Dazu muss man zunächst feststellen, dass US-Staatsanleihebesitzer zunächst Kursverluste hinnehmen müssen, wenn US-Renditen steigen. Ob dieser Verlust für Besitzer von Schwellenländeranleihen größer oder kleiner ausfällt, hängt stark davon ab, wie sich der Spread entwickelt. Also die Risikoprämie, die gegenüber der "sichereren" Vergleichsanleihe gezahlt wird. Würden Gelder als Folge höherer Treasury-Renditen vermehrt von den Schwellenländern in die USA fließen, müsste sich der Spread ausweiten, was die Kurse noch mehr belasten würde. Wie unser „Chart der Woche“ zeigt, ist dies nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, die Spreads haben sich sogar meistens eingeengt, wenn die US-Renditen stiegen. Somit konnte der Kursverlust, der mit der Erhöhung der Treasury-Renditen einherging, teilweise kompensiert werden.

Dieser Hinweis ist umso wichtiger, als sich häufende negative Schlagzeilen den Eindruck bestätigen könnten, Schwellenländer verdienten einen hohen Risikoabschlag. Wir hingegen glauben, dass der Spread die Risiken mehr als angemessen abbildet. In Summe stehen die Schwellenländer heute makroökonomisch auf solideren Füßen als vor ein, zwei Jahrzehnten. Zudem sorgt die wachsende Nachfrage lokaler Anleger für mehr Stabilität. Steigende Rohstoffpreise runden das positive Bild ab. Aber natürlich bleibt diese Anlageklasse sehr heterogen. Gab es nach dem Marktkollaps im Frühjahr 2020 noch reichlich Gelegenheiten, sehr gute Renditen zu erzielen, muss man dieses Jahr wieder stärker selektieren.

In vielen Ländern sind die Spreads fast wieder auf Pre-Covid-Niveau geschrumpft, andere Länder notieren noch deutlich darüber. Ähnliches zeigt sich bei den Anleiheklassen. Anleihen mit Investmentgradestatus bewegen sich im Mittel mit 152 Basispunkten nur noch knapp oberhalb ihrer vorigen Tiefs. Im High-Yield-Bereich hingegen liegt der Spread mit derzeit 600 Basispunkten noch über 100 Basispunkte über den Tiefstwerten vor der Krise. Zum Vergleich: für US-Unternehmensanleihen gibt es im Schnitt nur die Hälfte dieser Spreads. 

Auch wenn nicht auszuschließen ist, dass politische Schlagzeilen kurzfristig für Volatilität sorgen könnten, sollten sich längerfristig orientierte Anleger von alten Denkmustern befreien und allein aus Diversifikationsgründen Schwellenländeranleihen mehr Aufmerksamkeit schenken. 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

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