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DWS USA Volkswirt: Ausblick auf die US-Notenbanksitzung

DWS | 17.09.2021 10:22 Uhr
Christian Scherrmann, Volkswirt USA, DWS / © e-fundresearch.com / DWS
Christian Scherrmann, Volkswirt USA, DWS / © e-fundresearch.com / DWS

Warten auf November

Die jüngsten Äußerungen hochrangiger US-Notenbanker deuten unseres Erachtens nicht darauf hin, dass in der kommenden Sitzung wesentliche Veränderungen bekannt gegeben werden. Weder dürfte die US-Notenbank "ausreichende weitere Fortschritte", geschweige denn eine Reduktion der Anleiheankäufe ankündigen.

Zwar gibt es sicherlich ausreichende Fortschritte auf der Inflationsseite ihres Mandats. Doch die jüngste, eher moderate Erholung der Arbeitsmärkte und die Unsicherheit aufgrund der Delta-Variante verringern höchstwahrscheinlich den Druck, die Geldpolitik voreilig anzupassen. Wir sind der Meinung, dass die Währungshüter abwarten werden, ob der versprochene Anstieg der Neueinstellungen aufgrund des Auslaufens der erweiterten Arbeitslosenunterstützung im September tatsächlich eintritt. Daher bleiben wir bei unserer Einschätzung, dass die Drosselung der Anleihekäufe erst auf der November-Sitzung des FOMC bekannt gegeben wird und dass die Reduzierung frühestens im Dezember 2021 beginnen wird.

Die September-Sitzung dürfte damit in erster Linie der kommunikativen Vorbereitung der wichtigeren November-Sitzung dienen.  Dies könnte durch eine Anpassung der Abschlusserklärung geschehen. In Anlehnung an Powells Rede in Jackson Hole könnte dann es dann heißen: "... wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickelt, könnte es angemessen sein, noch in diesem Jahr mit der Reduzierung des Tempos der Anleihekäufe zu beginnen."

Da wir geldpolitische Änderungen in der kommenden Sitzung nicht erwarten, schenken wir den aktualisierten Wirtschaftsprognosen genaue Aufmerksamkeit - zumal auch die ersten Projektionen für 2024 anstehen. Für das laufende Jahr erwarten wir, dass die US-Notenbank ihre Wachstumserwartungen (aktuell 7,0 Prozent) leicht nach unten, und ihre Inflationserwartungen (3,0 Prozent für die Kernproduzentenpreise) leicht nach oben korrigieren könnte.

Während die Bedeutung der Zinsprognosen der einzelnen Sitzungsteilnehmer vom Vorsitzenden Powell regelmäßig heruntergespielt wird, sind wir der Meinung, dass die Marktteilnehmer diesen individuellen Prognosen dieses Mal mehr Aufmerksamkeit schenken werden. Wir rechnen weiterhin mit zwei bis drei Zinserhöhungen im Jahr 2023 und weiteren drei Erhöhungen im Jahr 2024. Für 2022 rechnen wir damit, dass weiterhin keine Zinserhöhung signalisiert wird, auch wenn einige wenige Teilnehmer ihre Einschätzung nach oben anpassen könnten. Dies würde zwar auf keine frühere Zinserhöhung hindeuten, könnte der Notenbanksitzung insgesamt einen etwas falkenhafteren Ton verleihen.

Christian Scherrmann, Volkswirt USA, DWS 

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