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Kehren die angeschlagenen Märkte zum Wesentlichen zurück?

Welche Sektoren eignen sich vor dem Hintergrund der anhaltenden Störungen an den Weltmärkten am besten für globale Anleger, um Wert zu generieren und Chancen auszumachen? In diesem Beitrag beleuchten Paul Flood, Portfoliomanager bei Newton Investment Management, und Leigh Todd, Senior Portfoliomanagerin bei Mellon, einige Optionen. BNY Mellon Investment Management | 05.05.2020 13:14 Uhr
© Pexels
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Nur ein Jahrzehnt nach der globalen Finanzkrise könnte sich die aktuelle Wirtschaftslage kaum schwieriger gestalten.

Da sich die Weltmärkte einer doppelten Belastung in Form einer globalen Pandemie und der Gefahr eines dem Börsencrash im Jahre 1929 ähnlichen Markteinbruchs gegenübersehen, versuchen Analysten und Anleger herauszufinden, wie sich derartige Gefahren am besten bewältigen lassen und welche Unternehmen und Sektoren am besten positioniert sein könnten, um den Sturm zu überstehen.

“Alte” Sektoren

Obschon sich Produkte wie Alkohol, Tabak und Basiskonsumgüter in früheren Rezessionsphasen gut behauptet haben, gestaltet sich jeder Abschwung anders. Die derzeitige Pandemie weist eigene einzigartige Merkmale auf, nicht zuletzt die Notwendigkeit penibler Hygiene, sozialer Distanzierungsmaßnahmen und verstärkter Heimarbeit zur Eindämmung der Virusausbreitung.

Dies und die wahrscheinlichen Auswirkungen des gegenwärtigen Umfelds auf den Umsatz bei Alkohol und Tabak kommentiert Paul Flood, Portfoliomanager bei Newton Investment Management, folgendermaßen: „Das Alkoholsegment zeigt sich in Rezessionsphasen in der Regel recht robust. Da jedoch viele Menschen zu Hause bleiben müssen, fällt der signifikante Absatzanteil von Bars und Restaurants weg, und es ist ungewiss, wie viel davon durch den Konsum zu Hause ausgeglichen wird. Gleichwohl dürfte sich dies nur kurzfristig auf die Volumina auswirken, die vermutlich wieder anziehen werden, sobald die Verbraucher an ihre gewohnten Arbeitsplätze zurückkehren – sofern sich kein Verhaltenswandel abzeichnet.

Der Tabakumsatz scheint recht stark auszufallen und könnte sich besser entwickeln als erwartet, da die Menschen eher von zu Hause als im Büro arbeiten, wo unter Umständen Rauchverbote bestehen.“

Reinigungsmittel 

Als sich das Covid-19-Virus nach dem anfänglichen Ausbruch weiter ausbreitete, verzeichneten Supermärkte in Ländern wie Großbritannien und den USA zunächst einen sprunghaften Anstieg von Massen- und sogar Panikkäufen von Basiskonsumgütern und grundlegenden Hygieneartikeln wie Seife und anderen Sanitärprodukten.

Paul Flood ist der Ansicht, dass dieser anfängliche sprunghafte Anstieg zwar die Erträge von Konsumgüterherstellern und Einzelhändlern beflügeln wird, Hersteller spezifischerer Pandemie-bezogener Produkte wie Reinigungsmittel auf lange Sicht aber stärker von der Situation profitieren könnten.

„Massenkäufe in den Supermärkten werden sicherlich dem Basiskonsumgütersektor zugutekommen, was die Cashflows auf kurze Sicht stützt – ein Effekt, der allerdings nachlassen dürfte, sobald die Vorratskammern gefüllt sind. Im Gegensatz dazu dürften Reinigungsmittel von einem Verhaltenswandel profitieren, der länger anhalten könnte als die Lockdown-Maßnahmen“, so Flood.

Leigh Todd, Senior Portfoliomanagerin bei Mellon, rechnet im Zuge der fortwährenden Covid-19-Krise ebenfalls mit einer anhaltenden Nachfrage nach Hygieneartikeln.

„Die Nachfrage nach Haushaltsreinigern hat deutlich und wesentlich stärker zugenommen als in früheren Rezessionsphasen; Hand- und sonstige Desinfektionsmittel stellen mittlerweile Mangelware dar. Diese Produkte dürften während der Pandemie weiterhin stark gefragt sein“, fügt sie hinzu. 

Todd ist überdies der Auffassung, dass die Notwendigkeit sozialer Distanzierungsmaßnahmen – und die Gründe dahinter – einen nuancierten Wandel während dieses Abschwungs zutage fördern dürfte. Ein längerfristiger Verhaltenswandel, der aus den Folgen der Covid-19-Krise und den dadurch ausgelösten Lifestyle-Veränderungen hervorgeht, könnte wiederum wertvolle Erkenntnisse für Anleger bereithalten, führt sie weiter aus.

„Die Verbraucher dürften in Zukunft bedachter vorgehen, sich mehr Bedenkzeit bei größeren Anschaffungen nehmen und alle Ausgaben sorgsam abwägen. Die aktuelle Konjunkturschwäche infolge des Covid-19-Virus dürfte einige nachhaltige Verhaltensänderungen nach sich ziehen. Dies könnte bedeuten, dass die Menschen seltener außer Haus essen, weniger reisen und allgemein mehr Zeit zu Hause verbringen. 

Dies wiederum dürfte eine höhere Nachfrage nach zu Hause verzehrten Lebensmitteln und Getränken, Wohnungsrenovierungen und Heimunterhaltung zur Folge haben. Ein weiteres einzigartiges Merkmal dieser Krise ist der Wunsch der Verbraucher nach Einkäufen von zu Hause aus bei Unternehmen mit flexiblen Lieferoptionen (z.B. frei Bordsteinkante oder nach Hause). Dieser Trend hat die Verbreitung umfassender Shopping-Angebote über alle Kanäle begünstigt und könnte ein anhaltendes Phänomen darstellen, da Einzelhändler/Unternehmen mit Kundenkontakt, die in der Lage sind, die Nachfrage zu befriedigen, treue Kunden gewinnen.“ 

Lifestyle-Anbieter vor Wandel?

Ein Bereich, der im aktuellen Marktumfeld besonders stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist der Freizeit- und Unterhaltungssektor. Weit verbreitete Verbote größerer Menschenansammlungen haben die Schließung alltäglicher Unterhaltungszentren wie Kinos, Casinos und Konzerthallen nach sich gezogen. Todd ist der Ansicht, dass das aktuelle Umfeld wesentliche Gelegenheiten für Medienunternehmen, andere Anbieter von Online-Unterhaltung sowie Unternehmen, welche die Infrastruktur hierfür bieten, bereithält.

„Dieser Abschwung unterscheidet sich deutlich von früheren Baisse-Phasen und kommt der Heimunterhaltungsbranche stark zugute, da alternative Unterhaltungsangebote wie Kinos, Freizeitparks, Restaurants, Bars, Casinos usw. beinahe überall auf der Welt geschlossen bleiben“, so Todd. 

„Zudem gestaltet sich die Heimunterhaltungslandschaft heute deutlich differenzierter, da die Bereiche TV-Streaming und Gaming im letzten Jahrzehnt ein beachtliches Wachstum verzeichnet haben. Grund hierfür sind die technologischen Verbesserungen, die bessere Konnektivität, die schnelleren Internetgeschwindigkeiten sowie die Notwendigkeit für traditionelle Medienunternehmen, alternative Ertragsquellen zu erschließen, die sich aus dem Wechsel von Kabel-TV-Abonnements und Festnetzanschlüssen hin zu alternativen, internetbasierten oder drahtlosen Dienstleistungen ergibt.“ 

Zu den „Stay-at-home“-Unternehmen, die von der aktuellen Lage am stärksten profitieren, gehören laut Todd Anbieter von TV-Streaming und Gaming-Inhalten sowie Provider von Drahtlos- und Breitbandanschlüssen, denen der Umstieg von DSL auf Kabel und höherpreisige Datentarife zugutekommt.

Überdies dürfte der jüngste Trend hin zu Online-Bestell- und -Lieferdiensten ihr zufolge die Verbrauchernachfrage nach leichtem Zugang und Produktlieferungen während der derzeitigen Pandemie und darüber hinaus beflügeln. 

Robotik ist ein weiterer Bereich, in dem sich sowohl während als auch nach der Covid-19-Krise Anwendungsmöglichkeiten im Konsumbereich auftun dürften. Im März wurde im chinesischen Wuhan eine Krankenstation für Coronavirus-Patienten eröffnet, die ausschließlich mit Robotern besetzt ist.[1] Dies könnte schon bald auf den Einsatz von Robotern zur Abwicklung und Durchführung alltäglicher Lebensmittel- und Konsumgüterlieferungen ausgeweitet werden.

Dazu äußert sich Todd wie folgt: „Einzelhändler und Restaurants dürften menschliche Arbeitskräfte an ihren Standorten zunehmend durch Roboter ersetzen, wodurch die längerfristigen Arbeitskosten sowie das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten im Einzelhandelsumfeld gesenkt werden könnten.

„Auf lange Sicht dürften sich jene Unternehmen als Gewinner hervortun, die in der Lage sind, die zur Erfüllung der Verbrauchernachfrage nach einfacher Produktverfügbarkeit erforderliche Technologie zu implementieren und zudem die Zahl der zur Befüllung der Regale und zur Verwaltung der Lieferkette erforderlichen menschlichen Arbeitskräfte zu reduzieren. Größe wird einen immer wichtigeren Faktor dabei spielen, wenn es darum geht, die Erwartungen der Verbraucher im Hinblick auf flexible Lieferungen, ein breites Produktangebot und Sicherheit zu erfüllen“, führt sie weiter aus.

¹NY Post: Coronavirus hospital ward staffed by robots opens in Wuhan to protect medics. 10. März 2020.

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