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EZB-Führungswechsel – auch ein Richtungswechsel?

Während Christine Lagarde sich darauf vorbereitet, ihr Amt als nächste Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) anzutreten, fragen sich viele Anleger, ob der Führungswechsel auch einen geldpolitischen Regimewechsel bedeuten wird. "Wahrscheinlich nicht, aus zwei Gründen", meint John Taylor, Co-Head of European Fixed Income und Director of Global Multi-Sector bei AllianceBernstein. AllianceBernstein | 08.10.2019 13:31 Uhr
© Pexels
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Das Europäische Parlament hat nun seine Zustimmung gegeben, dass Christine Lagarde die Nachfolge von Mario Draghi als Präsident der EZB antreten soll. Die Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am 17. September in Straßburg ergab 394 Ja-Stimmen, 206 Nein-Stimmen und 49 Enthaltungen. Sie wird die erste Frau sein, die diese Position einnimmt. Als ehemalige Kartellrechtlerin unterscheidet sie sich von den meisten ihrer Vorgänger auch dadurch, dass sie über geringe geldpolitische Erfahrungen verfügt. Aber erwarten Sie nicht, dass das zu einer großen Änderung der politischen Richtung führt.

Forderungen nach fiskalischer Expansion werden anhalten

Erstens hat Mario Draghi eine stärkere Einbindung der Finanzpolitik gefordert, um die Wachstums- und Inflationsaussichten in Europa zu verbessern. Bislang sind seine Appelle auf taube Ohren gestoßen. Tatsächlich wurden die jüngsten Bemühungen zur Förderung fiskalischer Impulse heftig kritisiert. Christine Lagarde, mit ihrem Hintergrund in der Weltpolitik, könnte unserer Meinung nach überzeugender sein. Ihre Mission? Die widerwilligen Regierungen des Euroraums davon zu überzeugen, dass sie mehr ausgeben und/oder weniger Steuern erheben sollten, um die Konjunktur anzukurbeln, während die EZB die Zinsen auf historischen Tiefstständen hält und so dazu beiträgt, ihre Finanzierungskosten niedrig zu halten. Aus unserer Sicht ist diese fiskalische Komponente der entscheidende Faktor für eine nachhaltige Verbesserung von Wachstum und Inflation.

Lockere Haltung des Chefvolkswirts

Zweitens ist die Rolle des Chefvolkswirts wichtiger denn je, wenn man bedenkt, dass mit Mario Draghi ein Vollblut-Zentralbanker verloren gegangen ist. Der derzeitige Amtsinhaber, Philip Lane, hat gezeigt, dass er auf der eher nachgiebigen Seite der Debatte steht. So betonte er im Juli, dass die Lockerungspolitik der EZB (einschließlich negativer Zinssätze, Forward Guidance und Quantitative Lockerung, kurz QE) wirksam zur Erhöhung der realisierten Inflation beigetragen habe. Zuletzt hat er auch die jüngste Runde der Lockerungsmaßnahmen lautstark unterstützt. In einer starken Gegenargumentation gegenüber den geldpolitisch eher konservativen Ratsmitgliedern bekräftigte er die „unerschütterliche“ und „bedingungslose“ Verpflichtung der EZB, „alles zu tun, was nötig ist, um unser Inflationsziel zu erreichen“.

Wir glauben daher, dass die EZB unter der Leitung von Christine Lagarde weiterhin entschlossen für das Inflationsziel eintritt und bereit ist, bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Auswirkungen auf Investments

Wir erwarten daher, dass die Ernennung von Christine Lagarde auf absehbare Zeit eine breite Kontinuität in der EZB-Politik gewährleistet.

Da die Wachstumsrisiken nach wie vor stark nach unten gerichtet sind, dürften sich die Renditen hochwertiger Staatsanleihen kaum höher entwickeln. Länger laufende Staatsanleihen mit relativ hohen Basisrisiken, die von der EZB unterlegt werden, weisen die höchsten potenziellen Erträge auf – insbesondere italienische Staatsanleihen (BTPs). Während der BTP-Markt bereits positiv auf die Nachricht einer möglichen Entspannung reagiert hat, bleibt aus unserer Sicht noch viel zu tun.

Ausgewählte europäische Unternehmensanleihen sehen ebenfalls attraktiv aus, da das wiedergestartete EZB-Kaufprogramm sowohl die Renditen niedrig als auch die Spreads eng halten dürfte.

In diesem Umfeld glauben wir, dass ein selektiver Ansatz und ein dynamisches Management der Schlüssel zu lohnenden Erträgen bei festverzinslichen Wertpapieren insgesamt sind. In der Eurozone hingegen, wo sowohl Renditen als auch Spreads auf niedrigem Niveau verankert sein dürften, könnte ein dynamisches Management seinen Vorteil verloren haben. Wir sind jedoch der Meinung, dass der Nachrichtenfluss weiterhin die Preisentwicklung vorantreiben und Chancen für flexible Anleger bieten wird. Tatsächlich können die Märkte der Eurozone, die zu hohen Bewertungen gehandelt werden, anfälliger für kurzfristige Über- oder Untertreibungen sein. Auch wenn ein extrem niedriges oder gar negatives Zinsumfeld eine Herausforderung darstellt, glauben wir, dass aktive Anleihenanleger immer noch erfolgreich sein können – auch mit einem neuen Gesicht auf der Kommandobrücke der EZB.

John Taylor ist Co-Head of European Fixed Income und Director of Global Multi-Sector bei AllianceBernstein

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