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Fünf Tipps für Multi-Asset-Investing in den herausfordernden 2020er-Jahre

Das letzte Jahrzehnt hat in den meisten Anlageklassen eine hervorragende Performance erbracht. Doch was bringen die nächsten zehn Jahre? So rosig wird es wohl nicht weitergehen, meinen Daniel Loewy, Chief Investment Officer und Head of Multi-Asset Solutions, und Karen Watkin, Portfoliomanagerin für Multi-Asset Solutions beim Asset Manager AllianceBernstein (AB). AllianceBernstein | 24.01.2020 10:22 Uhr
Karen Watkin, Portfoliomanagerin für Multi-Asset Solutions & Daniel Loewy, Chief Investment Officer und Head of Multi-Asset Solutions / © AllianceBernstein
Karen Watkin, Portfoliomanagerin für Multi-Asset Solutions & Daniel Loewy, Chief Investment Officer und Head of Multi-Asset Solutions / © AllianceBernstein

Das letzte Jahrzehnt hat in den meisten Anlageklassen eine hervorragende Performance erbracht. Aber in den 2020er-Jahren erwarten wir, dass die Erträge niedriger und das Risiko schwieriger zu managen sein werden. Mit Blick auf die Zukunft wird ein disziplinierter Multi-Asset-Ansatz besonders wertvoll sein, um Chancen zu erkennen und Rückschläge abzumildern.

Die hohen Erträge im Jahr 2019 bedeuteten, dass die strategische Allokation für die Anleger keine große Rolle spielte. Aktien waren mit neuen Höchstständen führend, aber die Performance war über alle Anlageklassen und -kategorien hinweg stark, auch Anleihen, Immobilien und andere Diversifikatoren entwickelten sich sehr positiv. Dieser Trend galt über die meisten der letzten zehn Jahre.

Aber die guten Zeiten könnten sich dem Ende zuneigen. Wir glauben, dass die Märkte in den kommenden zehn Jahren tiefgreifende Veränderungen erfahren werden. Zu den säkularen Herausforderungen gehören die ungünstige demografische Entwicklung in den entwickelten Volkswirtschaften und in China, das langsame Produktivitätswachstum und die Belastung von Konsum und Investitionen durch die Schuldenbelastung in noch nie da gewesener Höhe. Zyklischer Gegenwind ist gekennzeichnet durch hohe Bewertungen von Vermögenswerten (nach einem Jahrzehnt leichter Geldpolitik und kreditgetriebener Expansion), populistischen Druck und steigende geopolitische Risiken.

Das bedeutet zwar nicht, dass eine anhaltende Baisse vor der Tür steht, aber wir erwarten in den nächsten zehn Jahren für die meisten Anlageklassen niedrigere Markterträge (Abbildung). Währenddessen werden die Abwärtsrisiken zunehmen, da die politischen Entscheidungsträger sich schwer damit tun, effektive Antworten auf diese komplexen Probleme zu finden.

Mit einem Multi-Asset-Ansatz können sich Anleger in diesem heikleren Terrain bewegen, indem sie eine breite Palette von Instrumenten zum Aufbau eines Portfolios nutzen, von traditionellen Anlageklassen bis hin zu Beta-Diversifikatoren, Alternatives, Timing-Strategien und Optionen. Multi-Asset-Strategien können Anlegern auch neue Wege der Ertragsgenerierung und des Risikomanagements aufweisen. Mit Blick auf das kommende Jahr empfehlen wir fünf Strategien, um dem sich wandelnden Umfeld gerecht zu werden.

1.Seien Sie vorsichtiger bei Aktien – Erwägen Sie Europa und Schwellenländer

Das globale Gewinnwachstum schwächt sich ab. Für 2020 erwarten wir, dass die Schätzungen für das Gewinnwachstum in den niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich fallen werden. Und ein Großteil der mageren Gewinnzuwächse dürfte auf Aktienrückkäufe und Unternehmensfinanzierungsaktivitäten zurückzuführen sein – nicht auf das Umsatzwachstum. Die Gewinnmargen der Unternehmen scheinen ihren Höhepunkt erreicht zu haben, insbesondere in den USA, und das vor dem Hintergrund steigender Lohnstückkosten, die die Unternehmen zwingen könnten, bei Einstellungen und Ausgaben vorsichtiger zu sein. In Europa sind die Aktienbewertungen attraktiver, und ein schwacher Euro dürfte die vielen exportorientierten Unternehmen der Eurozone unterstützen. Aufwärtsgerichtete Gewinnrevisionen und ein sich verbessernder Unternehmensausblick begünstigen zudem ein selektives Engagement in Schwellenmärkten, darunter auch Chinas A-Aktien.

2.Widerstehen Sie der Versuchung von Durationsminderung

Das Zinsengagement wurde einst als der Eckpfeiler der Verlustminderung angesehen. Die sehr niedrigen und negativen Renditen von Staatsanleihen weltweit haben jedoch die Frage aufgeworfen, wie viel Schutz die Duration in einem risikoaversen Umfeld bieten kann. Dennoch rechtfertigen die unsicheren Aussichten für das Wachstum und die Erträge von Risikoaktiva einen Risikomanagement-Ansatz, der einen Teil des Aktienengagements mit dem Zinsexposure ausgleicht. Selbst in Europa, wo die Renditen niedrig sind, kann die Duration helfen, zum Teil weil die Kurve steiler als die in den USA ist und somit ein größeres Ertragspotenzial bietet.

3.Ziehen Sie Alternatives-Strategien in Betracht

Ausgewählte alternative Strategien bieten eine Betadiversifikation und attraktive Risiko-Ertrags-Profile. So haben beispielsweise liquide Alternativstrategien in den letzten Jahren Probleme gehabt, werden aber möglicherweise ihre Vorteile in Zukunft ausspielen. Angesichts der bestenfalls unsicheren Marktaussichten für das Jahr 2020 können Anleger, die bereit sind, Volatilitäts-Strategien zu verfolgen, die Schutz vor steigenden Risiken verkaufen, attraktive Prämien erzielen und möglicherweise den Gesamtertrag steigern. Es könnte sich auch lohnen, Fusionsarbitrage-Strategien in Betracht zu ziehen. Die Unternehmen haben Schwierigkeiten, organische Wachstumsmöglichkeiten zu finden, und niedrige Fremdkapitalkosten können die Attraktivität strategischer Akquisitionen zur Förderung des Wachstums erhöhen.

4.Lösen Sie sich von Trends

Wachstums- und geopolitische Risiken könnten es den Märkten erschweren, nachhaltige Trends zu setzen. Anleger sollten daher nicht zu sehr auf trendfolgende Signale wie Volatilität oder Momentum setzen und ihre Risikomanagementstrategien häufig neu bewerten. Unserer Ansicht nach stehen wir wahrscheinlich vor einer Phase des Durchwurstelns mit Schwankungen des Risikos. Unter diesen Bedingungen ist es sinnvoll, mehr Gewicht auf Signale zu legen, die die zugrunde liegenden Marktgrundlagen erfassen. Dazu gehören Bewertungen, Bilanzqualität der Unternehmen, Konjunkturprogramme und Inflation.

5.Erweitern Sie Ihren Einkommens-Horizont

Auch die Erzielung von Anlageeinkommen, bei mehr als 12 Billionen US-Dollar in Schuldpapieren mit negativen Renditen, wird eine große Herausforderung sein. Um ein übermäßiges Risiko zu vermeiden, sollten Anleger unserer Meinung nach ihren Horizont erweitern. Im Bereich der festverzinslichen Wertpapiere favorisiert das einen globalen, sektorübergreifenden Ansatz. So ist beispielsweise eine Allokation in US-Hochzinsanleihen unserer Ansicht nach ein nützlicher Einkommensdiversifikator mit soliden Fundamentaldaten. Es bedeutet aber auch, über Anleihen hinaus zu schauen und eine Multi-Asset-Strategie zu verfolgen, die Chancen in Real Estate Investment Trusts (REITs), Master Limited Partnerships (MLPs), verbrieften Vermögenswerten und sogar globalen Aktien aufdecken kann.

Die Anwendung dieser fünf Prinzipien in einer disziplinierten Multi-Asset-Strategie ist ein guter Weg, um in das neue Jahrzehnt zu starten. Der Rückgriff auf verschiedene Segmente der Kapitalmärkte kann Anlegern dabei helfen, widerstandsfähige Ertragstreiber zu finden und gleichzeitig die Risiken der neuen und härteren Herausforderungen, die die 2020er-Jahre wahrscheinlich mit sich bringen werden, zu reduzieren.

Daniel Loewy ist Chief Investment Officer und Head of Multi-Asset Solutions bei AB.

Karen Watkin ist Portfoliomanagerin für Multi-Asset Solutions bei AB.

In diesem Dokument zum Ausdruck gebrachte Meinungen stellen keine Analysen, Anlageberatungen oder Handelsempfehlungen dar, spiegeln nicht unbedingt die Ansichten aller Portfoliomanagementteams bei AB wider und können von Zeit zu Zeit überarbeitet werden. AllianceBernstein Limited ist von der Financial Conduct Authority in Großbritannien zugelassen und wird durch diese Behörde reguliert.

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