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Drei Strategien für stürmische Anleihemärkte

Extrem niedrige Renditen, eine noch ungewisse Erholung, das schlummernde Risiko einer Inflation – das derzeitige Marktumfeld lässt Anleiheanleger bangen. „Zwar rechnen auch wir damit, dass sich die Weltwirtschaft an der Schwelle zu einem neuen, inflationäreren Zeitalter befindet, jedoch erwarten wir in nächster Zeit weder eine signifikante und anhaltende Inflation, noch einen dramatischen Zinsanstieg“, betonen Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads Fixed Income bei AllianceBernstein. Trotzdem sollten sich Anleger gegen das Inflationsrisiko absichern. Wie das geht, lesen Sie untenstehend (Auszüge): AllianceBernstein | 13.04.2021 13:30 Uhr
Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads Fixed Income bei AllianceBernstein / © AllianceBernstein
Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads Fixed Income bei AllianceBernstein / © AllianceBernstein

„Die Renditen werden in den meisten Märkten wahrscheinlich bis 2021 niedrig bleiben. Selbst in den USA, wo die Wirtschaft schneller wachsen dürfte als in anderen entwickelten Volkswirtschaften, dürfte die Rendite 10-jähriger Treasuries bis Ende 2021 nur auf circa 1,75 Prozent steigen. Dennoch ist es angesichts der massiven Konjunkturpakete überall ratsam, vorbereitet zu sein. Drei Anpassungen sollten aktive Anleger heute berücksichtigen:

  1. Duration moderat reduzieren: Eine moderate Verkürzung der Duration kann dazu beitragen, Volatilität und Verluste bei steigenden Zinsen zu mindern und kann zudem gegen das Inflationsrisiko absichern. Wir raten jedoch davon ab, in Barmittel umzuschichten oder die Duration drastisch zu kürzen: Erstens riskiert man, bald sowohl einkommensgenerierenden Anleihen als auch der Inflation hinterherzuhinken. Zweitens dienen Staatsanleihen, die für Duration sorgen, als Ausgleich für Verluste aus den Risikoanlagen – selbst dann, wenn die Anleiherenditen niedrig oder negativ sind.
  2. Unkorrelierte Segmente kombinieren: Mit einer gesunden Allokation in verschiedene festverzinsliche Anlageklassen können Anleger an der Aufwärtsbewegung teilhaben, wenn Risikoaktiva anziehen. Staatsanleihen und andere zinssensible Anlagen mit wachstumsorientierten Anleihen in einer einzigen, dynamisch verwalteten Strategie zu kombinieren ist eine der effektivsten aktiven Taktiken. Sie kann Managern helfen, die Wechselwirkung zwischen Zins- und Bonitätsrisiken in den Griff zu bekommen. Wer negativ korrelierte Anlageklassen neu gewichtet, kann zudem Einkommen und potenzielle Erträge generieren und gleichzeitig das Ausmaß von Verlustphasen begrenzen.
  3. Höherverzinste Sektoren nutzen: Risikoaktiva wie hochverzinsliche Unternehmensanleihen können in einem Umfeld steigender Zinsen eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erzielen, insbesondere wenn die Inflationserwartungen steigen. Denn: solche Bedingungen gehen typischerweise mit einem soliden Wirtschaftswachstum einher, das die Kreditvergabe unterstützt. Hierbei heißt der Schlüssel Diversifizierung. Suchen Sie nach überzeugenden Risiko-Ertrags-Profilen in Sektoren und Regionen mit unterschiedlichen Inflations- und Zinsumfeldern, seien Sie wählerisch und stützen Sie sich auf fundamentale Faktoren. Die Fundamentaldaten sind im Großen und Ganzen günstig, die Unternehmen haben die niedrigen Zinsen genutzt, um ihre Liquiditätspuffer zu stärken, und die Angebots- und Nachfragedynamik ist sehr vorteilhaft.

So sollten Finanzanleihen von einer wirtschaftlichen Erholung mit steigenden Zinsen profitieren, da mit steigenden Zinsen auch die Margen der Banken steigen. Die Renditen für nachrangige Additional-Tier-1-Anleihen europäischer Banken liegen über denen anderer Hochzinsemittenten, die Unternehmen haben aber bessere Bilanzen. Auch verbriefte US-Vermögenswerte bieten einen gesunden Renditeaufschlag gegenüber investment-Grade-Unternehmensanleihen. Das gilt insbesondere für Credit-Risk-Transfer-(CRT-)Wertpapiere, die dank der robusten Nachfrage auf dem US-Wohnimmobilienmarkt besonders attraktiv sind und aufgrund ihrer variablen Verzinsung vor steigenden Zinsen und Inflation schützen. Auch für Schwellenländeranleihen sind wir zuversichtlich: Der schwächere US-Dollar, fortgesetzte fiskalische Anreize, günstige Bewertungen und die starke Nachfrage der Anleger nach Einkommen dürften diese begünstigen.

Zwar können steigende Anleiherenditen kurzfristig schmerzhaft sein, da die Kurse fallen. Auf lange Sicht sind steigende Zinsen jedoch gut für Anleger: Das Einkommen, das Anleihen in Form von Kuponzahlungen generieren, wird zu neuen und höheren Zinsen reinvestiert – dadurch wird der Kursverlust nach einer Weile ausgeglichen. Unsere Faustregel lautet: Solange die Duration Ihres Portfolios kürzer ist als der Anlagehorizont, werden Sie von steigenden Zinsen profitieren – egal wie stark die Zinsen steigen. Mit den richtigen Strategien können steigende Zinsen sogar dazu beitragen, Ihre gesamte Vermögensallokation zu stützen.“

Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads Fixed Income bei AllianceBernstein

Lesen Sie Näheres hierzu im Blog „Drei Strategien für turbulente Anleihenmärkte“ von Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld.

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