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Was bewegt Anleiheinvestoren? Die drei größten Sorgen

Wir beschäftigen uns mit den drei größten Sorgen der Anleger: Inflation, eine Ende der expansiven Geldpolitik und das Klimarisiko – und erklären, wie man damit umgehen kann. AllianceBernstein | 13.07.2021 16:00 Uhr
Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads of Fixed Income, Alliance Bernstein / © Alliance Bernstein
Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads of Fixed Income, Alliance Bernstein / © Alliance Bernstein

Anleiheinvestoren sind besorgt und man kann es ihnen kaum verdenken. Angefangen bei den steigenden Verbraucherpreisen über extreme Ausreißer an den Börsen bis hin zum Klimawandel – wo man nur hinschaut, gibt es drängende Sorgen. Im Folgenden erläutern wir unsere Risikoeinschätzungen und einige Strategien zur Risikominderung. Und wir betrachten eine weitere Sorge: die von Anleihemanagern genutzten Technologien (wenn Sie sich darum keine Gedanken machen, dann wird es langsam Zeit).

Sorge Nr. 1: Inflation 

Infolge der massiven Konjunkturmaßnahmen konzentrieren sich die Sorgen um die steigende Inflation derzeit vor allem auf die USA. Die US-Inflation ist im Mai weiter steil in die Höhe geschossen. Der Kern-Verbraucherpreisindex (CPI) erhöhte sich im Monatsvergleich um 0,7 % und im Jahresvergleich um 3,8 % – die höchste jährliche Rate in mehr als 25 Jahren.

Wir sind der Ansicht, dass dieser starke Inflationsanstieg nur vorübergehend anhalten wird. Wir gehen davon aus, dass sich der Preisanstieg mit dem Nachlassen der pandemiebedingten Lieferengpässe im Laufe des Jahres verlangsamen wird. Das Angebot dürfte dann mit der Nachfrage gleichziehen und für eine Entlastung des Preisdrucks sorgen.

Könnte die Inflation in der Eurozone zu einem Problem werden? Damit ist in der nächsten Zukunft nicht zu rechnen. Die Europäische Zentralbank hat kürzlich ihre Inflationsprognose für 2023 auf gerade einmal 1,7 % festgelegt, was zeigt, wie weit sie vom Erreichen ihrer Inflationsziele entfernt ist. Gleichzeitig hat sie signalisiert, dass laufende Wertpapierankäufe noch lange nach dem Auslaufen des Pandemie-Notfall-Ankaufprogramms (PEPP) notwendig sein werden.

Die Inflation dürfte unserer Meinung nach nicht so problematisch werden wie vor 50 Jahren, doch Anleger sollten sicherheitshalber trotzdem einige Veränderungen an ihren Portfolios vornehmen. Sogar eine nur mäßig höhere Inflation kann den realen Wert von Anlagerenditen aufzehren und führt häufig zu höheren Zinssätzen. Im heutigen inflationären Umfeld sollten Anleger die folgenden Strategien in Betracht ziehen:

  • Eine leichte Verringerung der Portfolio-Duration, bzw. Zinssensitivität. Bei steigenden Marktrenditen fallen die Preise für Anleihen mit kürzeren Laufzeiten weniger als für Anleihen mit längeren Laufzeiten. Darüber hinaus können Anleihen mit kürzeren Laufzeiten schneller in Anleihen mit höheren Renditen reinvestiert werden.
  • Ausrichtung der Vermögensallokation in Richtung Kredit, um zusätzliche Renditen und Erträge zu erzielen. Dazu gehört eine Erhöhung des Engagements in hochverzinsliche Unternehmensanleihen.
  • Diversifizierung in alle hochverzinslichen Sektoren, wie etwa US-amerikanische Kreditrisikotransferpapiere (Credit Risk-Transfer Securities – CRTs), mit geringer Korrelation zu Staatsanleihen und untereinander. CRTs sind variabel verzinsliche Anleihen, die durch Immobilien – wie Wohneigentum – besichert sind, die oft von der Inflation profitieren. Dank dem robusten US-Wohnungsmarkt scheinen die Eckdaten für CRTs attraktiv. Ausgewählte Schwellenmärkte erscheinen ebenfalls attraktiv und bieten eine weitere Diversifizierungsmöglichkeit und sind eine Quelle potenzieller Renditen.

Sorge Nr. 2: Reduzierung der Konjunkturmaßnahmen, Börsenwut und steigende Renditen

Während die Inflation das Potenzial hat, Renditen nach oben zu treiben, kann dies auch infolge der Reduzierung von Konjunkturmaßnahmen geschehen. Diese Angst angesichts steigender Zinsen steht hier im Zusammenhang mit der sich rasch erholenden US-Wirtschaft, die recht bald eine Reduzierung der Anleihenkäufe im Rahmen der quantitativen Lockerung der US-Notenbank (Fed) notwendig machen wird.

Wir sehen jedoch für dieses Mal kein „Taper-Tantrum“ voraus. Die Fed hat aus ihrem Fehler aus dem Jahr 2013 gelernt, als sie die Märkte mit einer Veränderung ihrer Geldpolitik überraschte und damit einen dramatischen Anstieg der Renditen auslöste. Dieses Mal beginnt die US-Notenbank mit der Vorbereitung lange im Voraus, um Überraschungen zu vermeiden.

Das „Tapering“, also das Zurückschrauben der quantitativen Lockerungen, das gegen Ende dieses Jahres beginnen dürfte, ist der erste Schritt auf dem langen Weg hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik. Die Fed wird das Tempo ihrer Anleihenkäufe vermutlich sukzessive verringern und noch bis ins Jahr 2022 hinein weiterhin Anleihen kaufen. Sobald die Anleihenkäufe im Rahmen der quantitativen Lockerung vollständig enden, wird die Fed die Zinsscheine und fällig werdenden Anleihen weiter reinvestieren und bleibt dadurch auf Jahre hinaus ein wichtiger Teilnehmer auf den Anleihemärkten. Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen noch einige Monate bei null halten wird, nachdem dieses Gleichgewicht erreicht wurde, bevor sie dann schließlich mit Zinserhöhungen beginnt.

Die Folge könnte im Verlauf der nächsten ein oder zwei Jahre ein allmählicher Anstieg der Anleiherenditen sein, wobei die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen zum Jahresende 2022 moderat ansteigen dürften. In der Zwischenzeit dürften die Renditen in der Eurozone und in Japan weiter an der Nullmarke bleiben, während die Renditen in China, das sich dem Trend der extrem niedrigen Renditen widersetzt hat, relativ stabil und mit 3,25 % vergleichsweise hoch bleiben dürften.

Leider bringen diese Bedingungen die Anleger in eine verzwickte Situation. Einerseits bedrohen die extrem niedrigen Anleiherenditen das Renditepotenzial der Anlegerportfolios. Andererseits kann der Weg zu höheren Renditen, auch wenn er letztlich positiv ist, sehr schmerzhaft werden, da die Preise für Anleihen zunächst sinken werden. Wie also können sich Anleger schützen?

Unserer Ansicht nach sind die Strategien, die wir bereits erläutert haben – Duration verringern, stärkere Ausrichtung in Richtung Kredit und Diversifizierung – ein sehr solider Anfang. Doch die Anleger können im heutigen Umfeld noch mehr tun. Die effektivsten aktiven Strategien sind unter anderem solche, die Staatsanleihen und andere zinssensitive Vermögenswerte mit wachstumsorientierten Kredittiteln in einem einzigen, dynamisch verwalteten Portfolio kombinieren.

Dank diesem Ansatz ist es für Manager einfacher, die Wechselwirkungen zwischen Zinssätzen und Kreditrisiken in den Griff zu bekommen und bessere Entscheidungen darüber zu treffen, welche Gewichtung jeweils verstärkt werden sollte. Die Möglichkeit, negativ korrelierte Vermögenswerte umzuschichten, trägt zur Generierung von Erträgen und potenziellen Renditen bei und begrenzt gleichzeitig das Ausmaß der Drawdowns, wenn Risiko-Assets abgestoßen werden.

Sorge Nr. 3: Klimawandel und andere ESG-Risiken

Der Klimawandel und andere ökologische, soziale und Governance-Risiken (ESG-Risiken) werden in jüngster Zeit ebenfalls als wichtige Sorgen der Anleger diskutiert. Anleger, die Anleihen kaufen möchten, mit denen sie einen Beitrag leisten für eine bessere, nachhaltigere Welt, können zunächst die Vor- und Nachteile der verschiedenen mit ESG verbundenen Anleihestrukturen studieren. Doch die ESG-Risiken werden mit dem Kauf grüner Anleihen nicht einfach so verschwinden.

Die Manager müssen die ESG-Faktoren gründlich in die Anleiheanalysen und Investitionsprozesse integrieren, um sowohl die Risiken als auch die Chancen vollständig erfassen und steuern zu können. Sogar für Anleger, die ESG-Faktoren keinen Vorrang einräumen, dürfte die Integration der ESG-Faktoren in den Investitionsprozess von Vorteil sein. Von Umweltkatastrophen bis hin zu günstigeren Finanzierungsbedingungen haben die ESG-Faktoren Auswirkungen auf das Ergebnis aller Anleihenemittenten.

Und letztendlich ist es schwer, etwas zu steuern, das man nicht messen kann. Daher haben wir eine fundierte Methode zur Messung der CO2-Bilanz Ihres Anleiheportfolios entwickelt.

Und eine weitere Sorge: Technologie der Anleihemanager

Die meisten Anleger denken nicht viel über die Technologien der Manager nach. Das sollten sie aber. Moderne Technologien können Anleihemanager dabei unterstützen, die Gesamtheit des Anleihenmarktes in Echtzeit zu scannen, sie können mögliche Handelsgeschäfte empfehlen, Handelsgeschäfte innerhalb von Sekunden zusammenstellen und dabei helfen, ein neues Portfolio schneller zu investieren.

Vor drei Jahren dauerte es im Durchschnitt 35 Tage, bis ein neues Kredit- oder Schwellenmarkt-Schuldtitelportfolio zu 90 % investiert war. Heute kann dies in der Hälfte der Zeit erreicht werden – sofern der Anleihemanager den technologischen Wandel beherrscht. Und jeder zusätzliche Tag, den diese Vermögenswerte investiert sind, führt zu einem höheren Zinsertrag.

Letztlich sind die Händler dank modernster Technik fähig, aus der riesigen Menge an Informationen zu Tausenden von gleichzeitig gehandelten Anleihen Chancen und Liquiditätsquellen herauszusuchen. Im Gegensatz dazu werden Anleihemanager, die sich mit dieser Technologie nicht auskennen, in der postpandemischen Welt schnell ins Hintertreffen geraten.

Vorbereitung auf die postpandemische Welt

Das postpandemische Umfeld wird von vielen Veränderungen geprägt sein. Doch lassen Sie sich davon nicht beeindrucken und ins Abseits drängen. Durch einige vernünftige Änderungen können Anleger sich auf die Inflation, steigende Zinsen und den Klimawandel vorbereiten und ihre Portfolios so ausrichten, dass diese sich auch in der postpandemischen Welt weiter positiv entwickeln.

Scott DiMaggio und Gershon Distenfeld, Co-Heads of Fixed Income, Alliance Bernstein

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