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Investierbare Disruptoren in einem Innovationsschwarm erkennen

Wie können Aktienanleger erkennen, welche innovativen Unternehmen über echte Disruptoren mit langfristigem Wachstums- und Gewinnpotenzial verfügen? AllianceBernstein | 16.07.2021 16:00 Uhr
Lei Qiu, Portfolio-Manager International Technology Portfolio und Senior Research Analyst für Thematic & Sustainable Equities bei AllianceBernstein / © Alliance Bernstein / e-fundresearch
Lei Qiu, Portfolio-Manager International Technology Portfolio und Senior Research Analyst für Thematic & Sustainable Equities bei AllianceBernstein / © Alliance Bernstein / e-fundresearch

Viele Unternehmen behaupten von sich, Innovationsführer zu sein. Doch wie können Aktienanleger erkennen, welche der Unternehmen echte Disruptoren in ihrem Arsenal haben, die zu nachhaltigem Wachstum und langfristigem Gewinn führen?

In vielen Ländern ist die COVID-19-Krise im Abklingen und bestimmte technologische und geschäftliche Veränderungen, die durch die Pandemie beschleunigt wurden, werden uns sicherlich erhalten bleiben. Die Anleger können nun in eine wachsende Auswahl innovativer Unternehmen in allen Branchen investieren.

Doch nur weil ein Unternehmen innovativ ist, bedeutet das nicht, dass es auch eine kluge Investition darstellt. Das WLAN beispielsweise hat große Veränderungen bewirkt, doch diese bahnbrechende Innovation ließ sich nicht unmittelbar in eine direkte langfristige Investitionschance bei einem bestimmten Unternehmen umwandeln. Auch ist ein früher Markteinstieg für ein Unternehmen nicht gleichbedeutend mit einer dominanten Wettbewerbsposition. Das chinesische Unternehmen Baidu, oft als Google Chinas bezeichnet, wurde vom Nachzügler Alibaba übertroffen. Alibaba ist nach Marktkapitalisierung heute fünf Mal so groß wie Baidu. Eine große Rolle spielt dabei das richtige monetarisierbare Geschäftsmodell.

Aktienanleger müssen in der Lage sein, zwischen Eintagsfliegen und dauerhaften Durchbrüchen zu unterscheiden. Und sogar dann sollte das der Innovation zugrunde liegende Geschäftsmodell die richtigen Fundamentalwerte für eine langfristige Entwicklung aufweisen. Für aktive Manager ist daher die wichtigste Aufgabe die Suche nach diesen beiden Merkmalen bei einem Unternehmen.

Technologische Disruptoren schlagen Wellen in allen Branchen

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Innovationstempo so hoch ist wie nie zuvor. In unserer zunehmend digitalen Gesellschaft gehören technologiebasierte Fortschritte zu den vorherrschenden Entwicklungen. Technologiebasierte Forschung und Entwicklung hat laut dem Bureau of Economic Analysis 2021 einen Rekordanteil von 18 % an den Gesamtinvestitionsausgaben in den USA erreicht.

Doch die Auswirkungen von Disruptoren sind weit über die Grenzen des Technologiesektors hinaus zu spüren. Bahnbrechende Entwicklungen und Anwendungen nutzen auch Unternehmen im Gesundheitswesen und Konsumgütereinzelhandel sowie im Medien-, Finanz-, Energie- und Industriebereich, wodurch die Anleger einen breiteren Zugang zu neuen Wachstumschancen bekommen.

Im Gesundheitswesen und medizinischen Bereich beispielsweise haben sich die Kosten für DNA-Tests innerhalb von zwei Jahrzehnten extrem verringert. Und Trends wie die Genomsequenzierung führen zu raschen Veränderungen in der Diagnostizierung von Krankheiten und Entdeckung neuer Medikamente. Mit der passenden DNA kann eine Hefezelle das Insulin produzieren, das Diabetikern verschrieben wird. Auf ähnliche Weise kann Gentechnik bei einer unbegrenzten Anzahl von neuen Materialien eingesetzt werden. Die DNA von Muscheln kann beispielsweise dazu verwendet werden, klebstoffähnliche Materialien herzustellen. Mit der DNA als Produktionsvorlage kann eine breitere Anwendung der synthetischen Biologie die universellen Faktoren einer Zelle nutzen, um alles Erdenkliche zu produzieren.

Auch die Energieindustrie erlebt durch Disruptoren starke Veränderungen. Technologische Innovationen senken die Kosten sauberer Energien, wie Solar- oder Wasserstoffenergie, und auch bei Elektrofahrzeugen, deren Umsatzzahlen in fünf Jahren um 500 % gewachsen sind. Sogar der legendäre Ford F-150 – der weltweit meistverkaufte Kleintransporter – ist jetzt als elektrisch betriebenes Modell erhältlich, das noch leistungsfähiger ist, als seine benzinbetriebenen Vorgänger. Auch die Fabriken der Zukunft werden durch die Robotik und vollautomatische Fertigungsprozesse entlang des gesamten Produktzyklus bedeutend effizienter sein. Fintech gehört heute durch die weltweit fortschreitende Einführung neuer Arten digitaler Währungen und kontaktloser Zahlungsmöglichkeiten zu den am schnellsten wachsenden Märkten.

Doch aufgrund dieses unglaublich hohen Innovationstempos müssen Anleger jetzt noch genauer hinschauen, um die Unternehmen auszumachen, die über dauerhaft erfolgreiche Geschäftsmodelle verfügen. Was also macht ein innovatives Unternehmen zu einer guten langfristigen Investition?

Die Kombination der richtigen Innovation mit dem richtigen Unternehmen

Es ist ganz normal, dass man zu den Ersten gehören möchte, die in die nächste große Innovation investieren. Doch es ist klüger, in Unternehmen nicht nur aufgrund ihrer kreativen neuen Herangehensweise zu investieren, sondern auch, weil sie über die notwendigen Merkmale verfügen, die sie zu einer soliden Investition machen. Und was noch wichtiger ist: Es müssen Unternehmen sein, die weitere Disruptionen in der Zukunft verkraften können. Unternehmen, die sich nicht mit einer Innovation begnügen, sondern ihr innovatives Herangehen konsequent fortsetzen und sich jedes Mal neu erfinden.

Disruptive Unternehmen können sich behaupten und haben immer die Nase vorn, weil sie Eigenschaften oder Merkmale bei einem Produkt, Dienst oder Ablauf einführen, die sich eindeutig von der Masse abheben. Einige Innovationen sind evolutionär, das heißt, sie entwickeln neue Konzepte, die aktuelle Abläufe oder Funktionen verändern, um eine bessere Erfahrung oder mehr Effizienz zu ermöglichen (wie beispielsweise Ride-Sharing-Modelle oder Hybrid-Cloud-Infrastrukturen). Eine bahnbrechende bzw. orthogonale Innovation ist eine andere und absolut revolutionäre Art von Innovation, wie die synthetische Biologie, Elektrofahrzeuge oder echte künstliche Intelligenz und autonomes Fahren.

Investierbare Disruptoren haben große vorhandene – oder neu geschaffene – Märkte, die mit Spannung auf ihre Innovationen warten. Sie haben stark differenzierte Produktpaletten, die für eine dauerhaftere Profitabilität sorgen und sie dank hoher Eintrittsbarrieren besser vor Wettbewerbern schützen. Unternehmen, die von Netzwerkeffekten profitieren – u. a. der Tendenz, die Kundenreichweite exponentiell zu vergrößern, wodurch künftige Monetarisierungschancen geschaffen werden – sind dabei besonders attraktiv.

Unserer Ansicht nach liegt der optimale Zeitpunkt für eine erfolgreiche Investition im steileren Abschnitt der S Kurve einer Innovation – der schnellen Wachstumsphase. Wie bei vielen innovativen Phänomenen dauert es seine Zeit bis dorthin. Doch wenn es so weit ist, dann erlebt man einen sehr überzeugenden und steilen Anstieg. An diesem Punkt ist das Wachstumspotenzial sehr stark und lang anhaltend. Dies war bei der Einführung von Smartphones und Streaming-Medien zu beobachten und wir sehen es jetzt bei der Einführung von Elektrofahrzeugen (Abbildung), der Robotik, dem Cloud-Computing und den digitalen Zahlungen.

Herausragende Management-Teams sind dabei ebenfalls unerlässlich. Ein echtes disruptives Unternehmen ignoriert niemals die Bedrohung durch andere Wettbewerber. Solche Unternehmen haben eine klare Vision, sind fokussiert und verfügen über eine gesunde Paranoia, was ihre Konkurrenz betrifft. Und sie sind bereit, die eigenen Prozesse immer wieder zu überdenken und umzukrempeln, um die Nase vorn zu behalten.

Es kommt häufig vor, dass Anleger die hohen Bewertungen mancher innovativen Unternehmen infrage stellen. Wir sind der Ansicht, dass die Bewertung eines Unternehmens auch durch seine Wachstumsgeschwindigkeit gerechtfertigt sein muss. Innovative Unternehmen werden nur zu attraktiven Investitionen, wenn sie nicht nur einen klaren Weg zur Profitabilität aufzeigen, sondern auch beweisen, dass sie einen genügend großen Wettbewerbsvorteil haben, um längerfristig ein hohes Niveau an Gewinnwachstum aufrechtzuerhalten. Wir wollen kein Unternehmen abstrafen, das die notwendigen Investitionen vornimmt, um eine dominante Größe zu erreichen oder um sich einen großen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Die F&E-Investitionsquote war bei innovativen Unternehmen schon immer ein guter Indikator für zukünftiges Wachstum. Das heißt, dass einige Disruptoren zum heutigen Preis teuer erscheinen mögen, doch wenn die höheren Preise in der Zukunft mit den schnell wachsenden Gewinnen Schritt halten, dann sind die Kosten für das Wachstum unserer Ansicht nach angemessen.

Die disruptiven Möglichkeiten von Morgen

Wir befinden uns inmitten einer modernen, auf Innovationen basierenden „industriellen Revolution“. Es sind die „Goldenen Zwanziger 2.0“, angetrieben durch ausgeprägte Megatrends und eine neue Wirtschaft, stark durchsetzt von einer schnell wachsenden digitalen Infrastruktur. Disruptive Innovation ist nach wie vor einer der aufregendsten und relevantesten Investitionsbereiche. Selektive Anleger brauchen jedoch einen klaren Prozess für die Identifizierung der Disruptoren, die große Auswirkungen auf diverse Branchen haben und globale Wachstumsgelegenheiten schaffen können, insbesondere wenn weitere für uns bisher unvorstellbare Trends aufkommen.

Lei Qiu, Portfolio-Manager International Technology Portfolio und Senior Research Analyst für Thematic & Sustainable Equities bei AllianceBernstein

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