Können Multi-Asset-Ansätze die Risiken von nachhaltigen Investitionen mindern?

Anleger, die sich für einen nachhaltigen Ansatz entscheiden, orientieren sich an einigen der stärksten Wachstumstrends der Welt. Das kann aber auch die Diversifikation beeinträchtigen. Die Anwendung von Multi-Asset-Strategien kann diese Probleme lösen, indem sie die Portfoliorisiken ausbalanciert und so das risikobereinigte Ertragspotenzial erhöht. AllianceBernstein | 19.11.2022 11:51 Uhr
© Foto von Orlando Schwarz
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Bei nachhaltigen Anlageprozessen kommt es auf Kontinuität an

Es ist jedoch schwierig, einen durchgängigen Rahmen für verschiedene Anlageklassen anzuwenden. Mittlerweile gibt es jedoch Innovationen, die Multi-Asset-Ansätze attraktiver machen.

Diese Innovationen sind besonders wichtig für Anleger mit geringerer Risikotoleranz oder für diejenigen, die eine ausgewogenere Anlageform suchen. Obwohl Aktienansätze das attraktivste langfristige Ertragspotenzial bieten, können sie, wie wir in diesem Jahr gesehen haben, für erhebliche kurzfristige Volatilität und Rückschläge anfällig sein. Festverzinsliche und Multi-Asset-Ansätze ermöglichen Anlegern den Zugang zu einem breiteren Spektrum nachhaltiger Anlagen und bieten mehr Diversifikationsvorteile.

Mehr Hebel zur Volatilitätsreduzierung

Multi-Asset-Portfolios haben Zugang zu zusätzlichen Hebeln, um Portfoliorisiken auszugleichen und die Volatilität zu reduzieren – vor allem in einem nachhaltigen Universum.

Der offensichtlichste Vorteil ist die Möglichkeit, innerhalb eines einzigen Portfolios auf ein breiteres Spektrum von Anlageklassen zuzugreifen. Multi-Asset-Manager können Aktien und festverzinsliche Wertpapiere kombinieren und zudem Engagements in nicht-traditionellen Anlagen wie Immobilien und Infrastruktur integrieren. So boomt beispielsweise die Emission von ESG-Anleihen, einschließlich grüner Anleihen, deren Erlöse direkt in nachhaltige Projekte investiert werden können. Bei den nicht-traditionellen Anlagen haben Anleger zunehmend Zugang zu nachhaltigen Investitionen in digitale Infrastrukturen oder in die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. All diese verschiedenen Engagements verbessern die Diversifikation bei Unternehmen, die zu positiven Umwelt- und Sozialergebnissen beitragen.

Um sowohl ein hohes Ertragspotenzial als auch hohe Nachhaltigkeitsstandards zu erzielen, bedarf es jedoch mehr als nur einer quantitativen Analyse. Beides erfordert eine individuelle Bewertung der Unternehmen durch eine Kombination aus fundamentaler und quantitativer Analyse, zumal ESG-Verfehlungen bei neueren, innovativen und schnell wachsenden Unternehmen häufig sind (Abbildung).

Die Diversifikation in Multi-Asset-Portfolios geht auch über das einfache Engagement in Anlageklassen hinaus. Bei Aktien können wir zum Beispiel Positionen in einer breiten Palette von Anlagestilen aufbauen, um ausgewogenere Ergebnisse für die Anleger zu erzielen.

Die Auswahl von Wertpapieren in einem breiteren Mix von Titeln muss durch notwendiges fundamentales und quantitatives Research vorangetrieben werden, um sowohl die Performance als auch die nachhaltige Ausrichtung zu unterstützen.

Korrektur von Verzerrungen bei nachhaltigen Ansätzen

Um Unternehmen zu finden, die sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen, bedarf es eines klaren Fahrplans. Wir glauben, dass die UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die bis 2030 Projekte im Wert von 5 bis 7 Billionen US-Dollar pro Jahr anstoßen, einen guten Rahmen für nachhaltige Anleger bieten.

Aktive Aktienportfolios, die sich an den SDGs orientieren, können bei disziplinierter Aktienauswahl ein hohes langfristiges Ertragspotenzial erzielen. Allerdings weisen sie laut Morningstar-Daten häufig eine stilistische Tendenz zu Wachstumswerten auf. Wachstumsaktien reagieren empfindlicher auf Zinsänderungen als andere Aktienarten. In einem Umfeld fallender oder niedriger Zinsen oder für Anleger mit längerem Anlagehorizont oder höherer Risikotoleranz ist das weniger problematisch. Doch in diesem Jahr haben steigende Zinsen die Wertentwicklung vieler nachhaltiger Aktienfonds überproportional beeinträchtigt.

Für Anleger, die ein ausgewogeneres Engagement im Bereich Nachhaltigkeit anstreben, kann unserer Meinung nach ein zweistufiger Ansatz für die globale Aktienkomponente einer Multi-Asset-Strategie sinnvoll sein. Zunächst wird in ein konzentriertes, qualitativ hochwertiges Portfolio mit nachhaltigem Aktienwachstum investiert. Anschließend erfolgt die Allokation in ein individuelles Ergänzungsportfolio, um das erste Portfolio auszugleichen und einen weniger wachstumsorientierten Gesamtaktienmix zu schaffen.

Durch die Integration eines einheitlichen und strengen Nachhaltigkeitsrahmens ist es möglich, eine weniger volatile und ausgewogenere globale Aktienallokation zu schaffen. Wir glauben, dass dieser Ansatz ähnliche Erträge erzielen kann wie ein Standard-Wachstumsportfolio für globale Aktien, jedoch mit weitaus geringerer Volatilität.

Den richtigen Ansatz wählen

Wir glauben, dass ein Multi-Asset-Ansatz, der durch eine breitere Mischung globaler Aktienkomponenten ausbalanciert wird, dazu beitragen kann, das Verlustrisiko bei Marktabschwüngen zu verringern. Wir glauben, dass diese Strategie besonders für Anleger mit kürzeren Zeithorizonten und geringerer Risikotoleranz interessant sein kann, die einen innovativen Weg suchen, um in nachhaltige Unternehmen zu investieren.

Von David Hutchins, FIA, Portfolio Manager—Multi-Asset Solutions und Henry Smith, CFA, Product Manager—Multi-Asset Solutions bei AllianceBernstein

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