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Europäische Unternehmensanleihen hängen am Tropf der quantitativen Lockerung (Januar 2017)

Marktkommentar von Jonathan Pitkanen, Head of Investment Grade Research, Columbia Threadneedle Investments: Columbia Threadneedle Investments | 24.01.2017 12:03 Uhr
©  Fotolia.com
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Die Finanzlage europäischer Unternehmen dürfte sich künftig relativ stabil gestalten. Deshalb gilt es als relativ unwahrscheinlich, dass sich die Kreditspreads bei einer potenziellen Verringerung der Anleihenkäufe der europäischen Zentralbank deutlich ausweiten werden.

In den letzten Jahren haben Unternehmensanleihen mit Investment Grade in beträchtlichem Umfang von der geldpolitischen Unterstützung profitiert, beispielsweise in Form niedriger und negativer Zinsen und der quantitativen Lockerung (QE). Dies schlug sich in einer allgemeinen Verengung der Kreditspreads nieder und führte dazu, dass es zu einer Verzerrung kam – zwischen den Emittenten, die für die Anleihenkäufe der Zentralbank qualifiziert sind, und jenen, die dafür nicht infrage kommen.

Zum Jahresauftakt 2017 wirft die mögliche Beendigung oder Verringerung dieser Unterstützung Fragen auf, die eher im Zusammenhang mit der quantitativen Lockerung als mit der Wahrscheinlichkeit steigender Zinssätze zu sehen sind. Die Inflation liegt in Europa nach wie vor weit unter dem Zielniveau. Sollte die quantitative Lockerung auslaufen, dürfte die Ausweitung der Spreads überschaubar sein – dies ergibt sich zumindest aus einer fundamentalen Bottom-up- Perspektive, denn die Unternehmen werden sich unseres Erachtens künftig in einer relativ guten Verfassung befinden. 

Nachfrage nach Unternehmensanleihen wird anhalten

Ein wesentlicher Unterschied bei quantitativen Lockerungsmaßnahmen, die entweder auf Staats- oder Unternehmensanleihen abzielen, besteht darin, dass der Markt für Unternehmensanleihen viel seichter und enger ist. Folglich waren die Auswirkungen in diesem Segment größer und dem Gesamtmarkt standen weniger Anleihen zum Kauf zur Verfügung. Dies führte dazu, dass viele traditionelle Anleger, die auf dem Markt für Unternehmensanleihen aktiv sind, nach neuen Anlageklassen Ausschau hielten, um Renditen mitzunehmen, ohne dabei ein größeres zusätzliches Risiko einzugehen. Insbesondere Versicherungsgesellschaften mit langfristigen Verbindlichkeiten versuchen, diesen Verbindlichkeiten langfristige Vermögenswerte mit höheren Renditen entgegenzustellen. Sie richten ihren Blick zunehmend auf alternative Anlageklassen wie Privatplatzierungen, Darlehen, Infrastrukturfinanzierungen und Direktinvestitionen. Problematisch ist jedoch, dass diese Anlageklassen im Vergleich zum Markt für Unternehmensanleihen klein ausfallen. Es ist für Anleger nicht leicht, einen beträchtlichen Teil ihrer Vermögenswerte in diese Märkte umzuschichten. Das bedeutet, dass sie an den Markt für Unternehmensanleihen gebunden sind, wodurch die Spreads kontinuierlich Auftrieb erhalten.

Gleichzeitig tauchen auf dem Markt für Investment-Grade-Unternehmensanleihen Anleger auf, die in der Vergangenheit in Staatsanleihen investiert hätten. Da sich die Renditen auf dem Markt für Staatsanleihen auf einem äußerst niedrigen Niveau befinden und Bankeinlagen mit einem Negativzins belastet werden, zieht es die Anleger nach wie vor auf den Markt für Unternehmensanleihen mit Investment Grade. Denn hier sind noch positive Renditen zu finden.

Unternehmensemittenten werden nach wie vor in einer relativ guten Verfassung sein – trotz bestehender Risiken

Der freie Cashflow, der Verschuldungsgrad und die Zinsdeckung sind die wichtigsten Bonitätskennzahlen, die von den Analysten unseres Investmentteams berücksichtigt werden. In den letzten Jahren hat die Verschuldung leicht zugenommen. Unseren Prognosen zufolge wird sie sich jedoch auf einem gewissen Niveau einpendeln und in den nächsten Jahren sogar leicht zurückgehen. Gleichermaßen gehen wir davon aus, dass sich die Gewinnmargen sowohl bei britischen als auch bei europäischen Unternehmen verbessern werden. Bemerkenswert ist, dass trotz der zunehmenden Verschuldung eine starke und stabile Zinsdeckung verzeichnet wird.

Die Kosten für die Kreditaufnahme sind derart zurückgegangen, dass die Unternehmen ihre Schulden leicht bedienen konnten. Die von uns analysierten Unternehmen werden ausreichend hohe Erträge erwirtschaften, um die Zinskosten durchschnittlich bequem um das 11-Fache decken zu können.

Auf Sektorebene war der Bergbau der „kranke Mann“ im britischen und europäischen Universum für Unternehmensanleihen. Aufgrund der rückläufigen Rohstoffpreise und des höheren Verschuldungsgrades hatte die Branche in den letzten Jahren mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie war doch in der Lage, sich selbst zu helfen und im letzten Jahr eine Verbesserung zu erzielen. Die Investitionsausgaben wurden deutlich gesenkt. Zudem wurden Dividenden gestrichen. Danach wurden die Bilanzen saniert – unterstützt vom leichten Anstieg der Rohstoffpreise. So gab zum Beispiel Glencore bekannt, dass das Unternehmen im nächsten Jahr Dividenden im Wert von 1 Mrd. US-Dollar und danach 25 % der Gewinne ausschütten wird.

Ein großer Unsicherheitsfaktor ist derzeit die italienische Bankenkrise. Wird diese nicht gelöst, könnten die Märkte für Unternehmensanleihen in der europäischen Peripherie sowie in einigen Kernländern in Mitleidenschaft gezogen werden. Zunächst würde es Banken und Versicherer treffen, gefolgt von spanischen und portugiesischen Unternehmen, und anschließend wären sogar deutsche Finanzwerte und Unternehmen davon betroffen. 

Aus geografischer Sicht gestaltet sich die Lage in Großbritannien anders als im Rest Europas, da der bevorstehende Brexit dem Land einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor beschert.

Ausblick

Wir haben die Emittenten im europäischen Investment-Grade-Universum einer gründlichen Bottom-up-Analyse unterzogen. Daraus folgern wir, dass der Ausblick gut genug ist, um das strukturelle Risiko auszugleichen, das mit einer Verringerung der geldpolitischen Unterstützung einhergeht. Die potenzielle Änderung des geldpolitischen Kurses stellt ein Risiko dar, das im kommenden Jahr zweifellos Herausforderungen mit sich bringen wird. Ein Großteil dieses Risikos wird jedoch durch die fundamentale Nachfrage nach Erträgen und Unternehmensanleihen aus anderen Regionen sowie durch überwiegend positive Bonitätskennzahlen gemindert.

Wichtige Informationen: Nur für professionelle und/oder qualifizierte Anleger. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung. Der Wert der Anlagen und etwaige Einkünfte daraus sind nicht garantiert und können sowohl steigen als auch fallen sowie von Wechselkursveränderungen beeinflusst werden. Das bedeutet, dass ein Anleger unter Umständen den ursprünglich angelegten Betrag nicht zurückerhält. Diese Veröffentlichung dient lediglich der Information und stellt kein Angebot zum Kauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten noch eine Anlageberatung und eine Investmentdienstleistung dar. Das Research sowie die Analysen, auf die hier Bezug genommen wird, wurden von Columbia Threadneedle Investments im Rahmen des eigenen Anlagenverwaltungsgeschäfts durchgeführt, und die Ergebnisse derselben sind möglicherweise bereits vor der Veröffentlichung dieser Informationen genutzt worden und werden hier lediglich als Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt. Alle zum Ausdruck gebrachten Meinungen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, können jedoch ohne Benachrichtigung geändert werden. Informationen aus externen Quellen werden zwar als glaubwürdig angesehen, für ihren Wahrheitsgehalt und ihre Vollständigkeit besteht jedoch keine Gewähr. Herausgegeben von Threadneedle Asset Management Limited („TAML“). Eingetragen in England und Wales unter der Nr. 573204; eingetragener Firmensitz: Cannon Place, 78 Cannon Street, London EC4N 6AG. Im Vereinigten Königreich zugelassen und reguliert von der Financial Conduct Authority. Columbia Threadneedle Investments ist der globale Markenname der Columbia- und Threadneedle-Unternehmensgruppe. 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com Data GmbH wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com Data GmbH lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

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