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Haben die Schwellenländer das Schlimmste hinter sich?

Mit Blick auf Schwellenländeraktien gibt es der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge Anlass für vorsichtigen Optimismus. Zwar drohten den Emerging Markets auch 2019 Risiken. Jedoch habe die jüngste Marktkorrektur interessante Anlagemöglichkeiten geschaffen, die für eine Bevorzugung von Schwellenländern sprächen. Columbia Threadneedle Investments | 24.01.2019 11:47 Uhr
Krishan Selva, Client Portfolio Manager, Columbia Theradneedle Investments  / © Columbia Threadneedle Investments
Krishan Selva, Client Portfolio Manager, Columbia Theradneedle Investments / © Columbia Threadneedle Investments
Nach einem starken Jahr 2017 sorgte das starke Gewinnwachstum Anfang 2018 für Hochstimmung in den Schwellenländern. Während noch zu Jahresanfang ein Gewinnwachstum von 14,1 % für den MSCI Emerging Markets Index erwartet worden war, lag die Konsensprognose im Dezember bereits bei 22,7 %. Chinesische Aktien hatten ein außerordentlich gutes Jahr, der Markt zog um über 50 % an. Leider war diese Euphorie nicht von Dauer. Der MSCI Emerging Markets Index brach 2018 um mehr als 25 % gegenüber seinem Höchststand vom Januar ein. 

Im Februar und März lösten Sorgen über Technologiewerte, steigende US-Inflation, höhere Zinsen und eine mögliche Konjunkturabkühlung Volatilität an den weltweiten Aktienmärkten aus, die auch an den Schwellenländern nicht spurlos vorüberging. Schwellenländer gaben in diesem Zeitraum nach, allerdings waren die Verluste nicht größer als in Europa. Daran zeigt sich, dass die Volkswirtschaften robuster sind als in der Vergangenheit. In der Regel waren die Leistungsbilanzen im Plus, die Devisenreserven waren höher als früher, und vor allem sind die Länder mehrheitlich bei inländischen Gläubigern verschuldet (so entfallen beispielsweise 70 % der Schulden in Asien auf inländische Gläubiger).  

Doch dann verhängte Donald Trump Handelszölle gegen China, und alles änderte sich. Anfangs betrafen die Zölle nur chinesische Exportwaren im Wert von 50 Mrd. USD, eine überschaubare Summe. Dies entsprach nur 0,01 % des chinesischen BIP. Doch vor Kurzem erklärte Donald Trump, sein Ziel seien weniger leicht zu verkraftende Zölle von 10 % auf chinesische Exporte im Volumen von 200 Mrd. USD, gleichzeitig drohte er eine weitere Anhebung auf 25 % auf alle chinesischen Exportwaren an.  

In ganz Asien und anderen Schwellenländern hat sich Unsicherheit breit gemacht. Viele Unternehmen haben ihre Lagerbestände verringert und ihre Investitionen zurückgefahren. Dies wird das Wirtschaftswachstum bremsen. Die chinesischen Exportzahlen haben noch keine Auswirkung erkennen lassen, dürften aber im ersten Quartal 2019 schwächer ausfallen. Interessanterweise machen Chinas Exporte in die USA weniger als 3 % des BIP des Landes aus, bestimmen aber 100 % der Schlagzeilen.  

Und als ob das noch nicht genug wäre, trug 2018 auch die Verknappung der weltweiten Liquidität zu den Währungskrisen in Argentinien und der Türkei bei. Argentinien bat den IWF um einen Kredit, und die Türkei hatte mit Sanktionen und massiver Kapitalflucht zu kämpfen. 

Vorsichtiger Optimismus

Auch 2019 drohen den Schwellenländern noch Risiken aufgrund der Verknappung der Liquidität und des Handelskriegs, es gibt jedoch durchaus Anlass für vorsichtigen Optimismus. Die US-Notenbank (Fed) hat die Zinsen angehoben, und die Zentralbanken in Schwellenländern haben darauf pragmatisch reagiert. Diese (externe und interne) geldpolitische Straffung wird das Wachstum jedoch begrenzen. Wenn die Fed die Zinsen im Jahresverlauf 2019 fünfmal oder noch häufiger heraufsetzt, dann könnten die Schwellenländer Probleme bekommen. Da sich jedoch in letzter Zeit eine Abkühlung der US-Konjunktur abzeichnet, sind zwei oder drei Zinsschritte wahrscheinlicher. Diese sind von den Finanzmärkten bereits eingepreist.  

Der Handelskrieg ist das größere Risiko, vor allem, wenn er sich zu einem kalten Krieg auswächst. Dadurch könnte sich die Funktionsweise der Weltwirtschaft verändern, die Struktur der Lieferketten könnte sich anders gestalten, und so weiter. Sollte es wirklich zu einem kalten Krieg kommen, dann lassen sich angesichts der sich im Wandel befindlichen Globalisierung kaum Argumente für risikoreiche Aktiva finden. Aber ein Handelskrieg scheint wahrscheinlicher, und dann dürfte die Marktvolatilität fortbestehen. Wir rechnen für das erste Halbjahr 2019 sowohl mit positiven Überraschungen als auch mit realistischen Herausforderungen, bevor China und die USA endlich zu einer Einigung kommen. Die Äußerungen führender chinesischer Politiker legen den Schluss nahe, dass sie zu Kompromissen bereit sind, und Präsident Trump hat bereits im Falle von Nordkorea und bei den NAFTA-Verhandlungen gezeigt, dass ihm gewagtes politisches Taktieren zusagt.

Konzentration auf Qualitätsaktien

Aber wir verlassen uns nicht darauf, dass es zu einer Einigung kommt. Vielmehr streben wir danach, die Qualität unserer Positionen zu optimieren. Wir konzentrieren uns dabei auf Titel mit begrenztem Verlustrisiko, dafür aber Wertsteigerungspotenzial. Beispielsweise haben wir Technologieaktien verkauft. Im Falle eines Handelskriegs sind diese besonders gefährdet, selbst wenn die Aussichten des jeweiligen Unternehmens vielversprechend sein mögen. 

Zu den Engagements mit besserer Qualität gehören indische Finanztitel. Nachdem es bei bankfremden Finanzunternehmen zu einer Reihe von Zahlungsausfällen gekommen ist, haben sich die Kredit- und Liquiditätsbedingungen in Indien verschärft. Die Aktienkurse von Finanzunternehmen haben daraufhin nachgegeben. Aber unsere Fonds sind in einigen Privatbanken mit starkem Einlagengeschäft investiert. Diese Privatbanken, die in Technologie investieren und jeden Monat viele neue Kunden gewinnen, können den bankfremden Finanzunternehmen Marktanteile abnehmen. Zudem ist Indien eine stärker isolierte Volkswirtschaft und damit von der Handelsrhetorik weniger stark betroffen. Dieses Thema entspricht somit der Vorgabe begrenzter Verlustrisiken bei höherem Wertsteigerungspotenzial.  

Alternativen dazu finden sich in Brasilien. Nach der Wahl von 2018 wurden die Wirtschaftspolitik des gewählten Präsidenten Jair Bolsonaro und das von ihm zusammengestellte Regierungsteam von den Finanzmärkten positiv aufgenommen. Der Schwerpunkt der zukünftigen Politik soll auf Ausgabenkürzungen und Steuersenkungen liegen. Beispielsweise soll durch Rentenreformen das massive Haushaltsdefizit weiter verringert werden. Ähnlich wie in Indien ist auch in Brasilien die Wirtschaft stärker binnenorientiert und würde damit weniger unter einem Handelskrieg leiden.

Und selbst unter den Unternehmen, die mitten im Epizentrum des Handelskriegs stehen, gibt es einige interessante Ausnahmen, die nach wie vor Anlagemöglichkeiten bieten. Die Papiere des chinesischen Technologiekonzerns Tencent haben sich seit ihrem Höchststand von Anfang 2018 um fast ein Drittel verbilligt, aber die langfristige Entwicklung scheint nach wie vor überzeugend. Abgesehen von den Folgen des Handelskriegs sieht sich Tencent mit Herausforderungen durch die stärkere Regulierung des Online-Glücksspiels konfrontiert. Darauf entfallen rund 60 % der Umsätze des Unternehmens. Dafür hat es jedoch ein Ökosystem in der App „WeChat“ geschaffen. Über diese „Super-App“ können chinesische Verbraucher alles bezahlen, von Taxis über ihre Stromrechnung bis hin zum Essen in einem Restaurant. Tencent hat damit eine mächtige Position: Es kann wertvolle Bezahldaten erheben und an Werbetreibende verkaufen und könnte so seinen Umsatzmix verlagern. Wir werden uns bei einer anderen Gelegenheit näher mit den Themen Cloud und Künstliche Intelligenz befassen. 

Ein besseres Jahr?

Die beiden akuten Risiken sind der Handelskrieg und die weltweite Verknappung der Liquidität. 

Letztere wird das Wachstum letztlich begrenzen. Unseres Erachtens gibt es bei diesem Risiko jedoch kaum Unwägbarkeiten. Es verläuft entlang von zwei realen Pfaden, und diese werden von den Zinserhöhungen der US-Notenbank bestimmt. Viele Marktteilnehmer haben ein Basisszenario für die US-Wirtschaft: Sollte sich diese verlangsamen, dann würde die Fed ihre Zinserhöhungen aussetzen. In diesem Umfeld würde der Markt von einem schwächeren US-Dollar ausgehen. Wenn dann die Renditen zehnjähriger Anleihen auf dem derzeitigen Niveau oder darunter liegen, dann wäre dies für die Schwellenländer von Vorteil. Das Performanceumfeld wäre 2019 dann eindeutig besser als 2018.  

Für uns stellt der Handelskrieg momentan das Hauptrisiko dar. Aktuell lassen sich nur schwer überzeugende Argumente für ein verstärktes Engagement in Schwellenländern finden, wir gehen jedoch davon aus, dass weitere Verhandlungen geführt werden. Die jüngste Marktkorrektur hat interessante Allokationsmöglichkeiten geschaffen, die für eine Bevorzugung von Schwellenländern sprechen. Da alle Fundamentaldaten weiterhin relativ robust sind, finden wir nach wie vor Unternehmen, die positive Gewinnzahlen vorlegen und deren Wachstumsaussichten im Vergleich zu vielen ihrer Pendants in Industrieländern attraktiver sind.  

So wie die Euphorie des Jahres 2017 ein schlechter Indikator für 2018 war, so geben auch die Probleme von 2018 nicht notwendigerweise den Takt für 2019 vor. 

Krishan Selva Client Portfolio Manager, Columbia Threadneedle Investments

Mehr erfahren Sie unter COLUMBIATHREADNEEDLE.at

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