Märkte für Hochzinsanleihen nehmen Kurs auf unbekannte Gewässer

Columbia Threadneedle Investments | 13.10.2022 11:24 Uhr
Roman Gaiser, Leiter Anleihenportfoliomanagement und High-Yield - EMEA-Region, Columbia Threadneedle / © e-fundresearch.com / Columbia Threadneedle Investments
Roman Gaiser, Leiter Anleihenportfoliomanagement und High-Yield - EMEA-Region, Columbia Threadneedle / © e-fundresearch.com / Columbia Threadneedle Investments

Mit der Rückkehr zu höherer Inflation und höheren Zinssätzen bewegen sich die Märkte für Hochzinsanleihen zunehmend in unbekannten Gewässern, heißt es in einem aktuellen Marktbericht von Columbia Threadneedle Investments. „In diesem Umfeld wird die Selektion der Anleihen auf Basis intensiver Kreditrisikoanalyse von entscheidender Bedeutung sein“, schreibt Roman Gaiser, Leiter Anleihenportfoliomanagement und High-Yield in der EMEA-Region. 

Hochzinsanleihen bewegten sich in ruhigem Fahrwasser
Die Jahre seit der globalen Finanzkrise seien von quantitativer Lockerung und außergewöhnlichen monetären Bedingungen geprägt gewesen, die Unternehmen stützen sollten. Die Zinssätze befanden sich auf einem historisch niedrigen Niveau - insbesondere im Gegensatz zur inflationären Ära der 1970er und 80er Jahre. Als die Märkte für hochverzinsliche Anleihen vor 35 Jahren ins Leben gerufen wurden, begann gerade eine Periode anhaltend niedriger Inflation. In den vergangenen zwei Jahrzehnten blieb die Inflation gedämpft und die Zinssätze lagen weit unter dem durchschnittlichen Niveau der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. „Hochzinsanleihen hatten in dieser Zeit ruhiges Fahrwasser“,  so der Experte von Columbia Threadneedle.

Drastischer Anstieg der Finanzkosten von Unternehmen erwartet
Doch 2022 hatten die Zentralbanken keine andere Wahl, als die Zinssätze zu erhöhen, da die Inflation in der Eurozone die Marke von 10 % und in den USA von 8 % überschritten hat - und damit weit über ihren Zielwerten von 2 % liegt. „Da auch die Zinsen für Staatsanleihen über die gesamte Renditekurve hinweg steigen und sich die Risikoprämien der Unternehmen ausweiten, führt dies unweigerlich dazu, dass die Finanzierungskosten der Unternehmen auf ein Niveau steigen, das wir seit vielen Jahren nicht mehr gesehen haben“, so Roman Gaiser. Steigende Zinsen setzten schwächere Unternehmen unter Druck. Für Hochzinsemittenten mit einem hohen Fremdfinanzierungshebel wirkten sich die höheren Kosten für den Schuldendienst unweigerlich auf Cashflow und Erträge aus. Gaiser führt aus: „Einige werden einfach geringere Gewinne erwirtschaften und ihre Dividendenausschüttungen kürzen; andere könnten ums Überleben kämpfen. Wir gehen davon aus, dass die schwächsten Kredite - mit dem Rating CCC - stärker unter Druck geraten werden. Es scheint, dass das Ausfallrisiko höher ist als in den vergangenen 15 Jahren.“ 

Inflation dürfte hartnäckig bleiben
Gaiser rechnet damit, die derzeitige hohe Inflation noch einige Zeit anhalten könnte: „Viele der Inflationsfaktoren liegen außerhalb der Kontrolle der Zentralbanken. Eine Anhebung der Zinssätze hilft wenig, um Probleme wie logistische Engpässe, Rohstoffknappheit und den Mangel an Arbeitskräften in einigen Ländern zu lösen.“ Für ihn und sein Team ist es entscheidend zu verstehen, welche Unternehmen in dieser raueren See Kurs halten können. Einige Unternehmen befänden sich in einer starken Position: Sie stellen außergewöhnliche Produkte her und können ihre Preise kontrollieren. Solche robusten Unternehmen seien jedoch eher unter den Emittenten von Investment-Grade-Anleihen zu finden. Das derzeitige Umfeld könnte Gaiser zufolge jedoch für die Private-Equity-Portfoliounternehmen, die einen Teil des High-Yield-Universums ausmachen, eine besondere Herausforderung darstellen.

Telekommunikation und Automobilindustrie bevorzugt
„Überraschenderweise gab es 2022 kaum Unterschiede in der Performance von Anleihen mit unterschiedlichen Bonitätsbewertungen. Wir glauben jedoch nicht, dass dies von Dauer sein wird, da die schwächeren Unternehmen mit steigenden Zinsen zu kämpfen haben werden und daher mit einer höheren Risikoprämie gehandelt werden sollten.“ Eine weitere Herausforderung für Hochzinsunternehmen sei die anhaltende Energiekrise und die Energiewende. Sie führe zu einer Verteuerung der Energie und setzen die Unternehmen in allen Sektoren weiter unter Druck. In einem solchen Umfeld bevorzugt der Anleihenexperte weiterhin traditionell stabile Sektoren wie die Telekommunikation oder Unternehmen mit soliden Auftragsbeständen und besseren Kreditratings in Sektoren wie der Automobilindustrie.

Research-Intensität zählt
Bislang habe sich die vorsichtige Positionierung der Portfolios im Jahr 2022 noch nicht ausgezahlt. In diesen für Hochzinsanleihen beispiellosen Zeiten ist jedoch eine intensive Kreditrisikoanalyse entscheidend. Gaiser: „Es geht darum, die Unternehmen zu finden, die den Sturm überstehen werden. Irgendwann sinken Inflation und Zinsen; dann wird sich das Wasser beruhigen – für diejenigen, die das Ufer erreichen.“

Von Roman Gaiser, Leiter Anleihenportfoliomanagement und High-Yield in der EMEA-Region bei Columbia Threadneedle.

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