Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail. Jeden Werktag neu - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

DPAM-Expertin Mortier: Diese ESG-Risiken gilt es 2021 zu beachten

Das starke Momentum des Jahres 2020 in Bezug auf den Zuspruch und die Performance nachhaltiger Investments wird auch 2021 anhalten. Grund genug für Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments bei DPAM, die Risiken, die 2021 für jede der drei ESG-Dimensionen zu überwachen sind, einer näheren Analyse zu unterziehen. Vor allem die Aspekte ‚S‘ und ‚G‘ stehen dabei in engem Zusammenhang mit der Covid-19-Krise. DPAM | 10.03.2021 07:10 Uhr
Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments, DPAM / © DPAM
Ophélie Mortier, Head of Responsible Investments, DPAM / © DPAM

Umwelt (E)

Im Jahr 2021 werden Klimaaspekte weiterhin im Fokus stehen, hier liegt eindeutig die höchste Priorität der öffentlichen und politischen Agenda. Blickt man auf das Engagement der wichtigsten Regionen, oder zumindest derjenigen mit dem größten Treibhausgasausstoß - USA, Europa und China - verpflichten sich diese zur Kohlenstoffneutralität bis 2050 (Europa und USA) bzw. 2060 (China). Angeschlossen haben sich zudem Südkorea, Japan, Kolumbien und Südafrika. Damit streben zwei Drittel der Weltwirtschaft bzw. Verursacher, die insgesamt für über 50 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, in den nächsten dreißig Jahren Netto-Null-Emissionen an.

Es gibt drei Hauptoptionen, um diese Neutralität zu erreichen: Reduzierung des Energieverbrauchs, Reduzierung von Emissionen durch die Wahl umweltfreundlicherer Produktionsverfahren und die Ausweitung von Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff. Um dieses „Netto-Null“-Ziel zu erreichen, sollte der Klimawandel als zielgerichtete Investition definiert werden, und die Märkte sollten sich auf ein von grünen Investitionen getragenes Wachstum umstellen. „Dies könnte einen vollständigen Paradigmenwechsel und ein neu formuliertes Konzept von „Wachstum“ erfordern, was einen wichtigen Einfluss auf den derzeitigen ressourcenintensiven Marktprozess haben würde. Konkret muss der Ressourcen-Fußabdruck der Sektoren Energie, Transport, Bauwesen, Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie angegangen werden“, betont Ophélie Mortier.

Da einige Treibhausgas-Emissionen unvermeidlich sind, erfordere die Umsetzung des Netto-Null-Emissions-Ziel zudem Zwischenschritte und ein glaubwürdiges Ausgleichsprogramm. Programme und Ansätze zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) sind nach wie vor begrenzt und langsam, so dass ein glaubwürdiger Kohlenstoffpreis einigen Experten als geeignete Lösung erscheint, um voranzukommen. Auch die Frage nach potenziellen Steuern und eventuellen grenzüberschreitenden Ausgleichssteuern wird immer relevanter.

Die Eindämmung des Klimawandels und die Anpassung an ihn, die ersten beiden Ziele der EU-Taxonomie, werden umfangreiche Investitionen in Forschung & Entwicklung, Innovation, kohlenstoffarme Infrastruktur und neue Technologien erfordern. In diesem Zusammenhang ist es zudem wichtig, die Umweltziele im Rahmen des nächsten Schritts der EU-Taxonomie zu antizipieren, nämlich Umweltverschmutzung, die Veränderung der Landnutzung und die biologische Vielfalt.

Soziales (S)

Der Einsatz von Impfstoffen wird die Welt nach der Gesundheitskrise - ohne von einem möglichen Ende der Pandemie sprechen zu wollen - herausfordern, vor allem in Bezug auf Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Lebensgrundlagen und Lebensweisen. Auf der sozialen Seite hat COVID-19 die globale Ungleichheit verschärft. Verteilungseffekte, Gerechtigkeit und Fairness werden im Mittelpunkt der Sorgen der Menschen stehen. Das Virus hat die Arbeitslosigkeit verschlimmert und das Armutsniveau sowie die Ungleichheit erhöht. Dies könnte die politische Stabilität belasten und das geopolitische Risiko erhöhen, das bereits im letzten Jahrzehnt eine große Gefahr darstellte.

Die Europäische Gemeinschaft versucht bereits, Menschenrechte und Unternehmensverantwortung weiter zu regulieren, um die Wachsamkeit für nachhaltiges Handeln in der Lieferkette zu fördern. Seit den Anfängen des ESG-Research ist die Lieferkette eines der kritischsten Hauptanliegen. Das Virus hat die Debatte nun noch mehr auf diesen Punkt gelenkt. Einerseits gibt es einen Paradigmenwechsel, indem mehr auf die Bezugs- bzw. Beschaffungsquellen von Unternehmen geachtet wird. Andererseits hat die Krise die Anreize für eine schnelle Automatisierung beschleunigt. Dies wird eine wichtige soziale Herausforderung sein, die es zu bewältigen gilt. Wenn die Geschwindigkeit der Technologiesierung die des Wirtschaftswachstums übersteigt, führt dies im Allgemeinen zu negativen gesellschaftlichen Auswirkungen, was wiederum Arbeitslosigkeit hervorruft und die wirtschaftliche Entwicklung bremst.

Governance (G)

Die Pandemie hat die Bewegung weg von striktem Shareholder-Denken hin zur Stakeholder-Orientierung verstärkt. Dies wird auch in den kommenden Jahren eindeutig ein disruptiver struktureller Trend sein. Anders als beim ursprünglichen, auf Renditemaximierung ausgerichteten Paradigma sind Unternehmen zunehmend gefordert, alle Stakeholder-Interessen in den Mittelpunkt zu stellen. Die langjährige Devise der Kostensenkung und Gewinnmaximierung wird nun durch globale ESG-Themen abgelöst, die insbesondere durch die Auswirkungen der Coronakrise und der Lockdowns noch stärker in den Vordergrund treten.

Das Streben nach Gewinnmaximierung für Aktionäre steht auch im Fadenkreuz der Europäischen Kommission. Sie stellt sich gegen den kurzfristigen Druck der Märkte, der für die Nachhaltigkeit der Unternehmen schädlich ist. So prüft die Kommission auch intensiv die Möglichkeit einer rechtsverbindlichen Regelung zur Nachhaltigkeit der Corporate Governance bzw. Unternehmensführung. Dies schließt die Rolle und die Verantwortlichkeiten der Vorstände ein. So könnte die EU eine Verordnung über das Gesellschaftsrecht und die Pflichten von Vorständen erlassen, um eine nachhaltige Unternehmensführung zu fördern. Der Zusammenhang zwischen der Voranstellung von Aktionären, Kurzfristdenken und ökologischer Unnachhaltigkeit liegt auf der Hand. Ebenso wurde der Zusammenhang zwischen dem Aktionärsprimat, kurzfristiger Zielverfolgung und der Verschärfung sozialer Ungleichheiten in mehreren Forschungsarbeiten dokumentiert. Die Europäische Kommission sollte sich zudem verstärkt denjenigen Stakeholder-Interessen zuwenden, die von den verschiedensten Corporate-Governance-Kodizes noch nicht erfasst werden. In einer letzten Umfrage der Kommission wird sich dafür ausgesprochen, Vorstände für die Identifizierung und Abschwächung von Faktoren verantwortlich zu machen, die die langfristige Existenz des Unternehmens gefährden.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 31.03.2021 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com