Europäische Aktien: Wie Anleger vom Konjunkturpaket profitieren

Die Ära der Sparmaßnahmen in Europa ist mit dem Wahlergebnis in Deutschland und der Vorstellung eines Konjunkturpakets in Höhe von einer Billion Euro zu Ende gegangen. Wie Anleger vom Bruch mit jahrzehntelanger Sparpolitik profitieren können, beschreiben Koen Bosquet und Muriel Mosango, Fondsmanager Fundamental Equity bei DPAM: DPAM | 04.04.2025 08:54 Uhr
Koen Bosquet und Muriel Mosango, Fondsmanager Fundamental Equity bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM
Koen Bosquet und Muriel Mosango, Fondsmanager Fundamental Equity bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM

Kurssprung und viele Fragen offen

Die Märkte hauchten Unternehmen prompt neues Leben ein, denen es zuvor an Wachstum und Investoreninteresse mangelte. Mutmaßliche Nutznießer sahen ihre Bewertungen über Nacht emporschnellen. Diese Neubewertung basierte teils auf Erleichterung, teils auf Spekulation und teils auf begründetem Optimismus. Die tatsächlichen Auswirkungen des Konjunkturpakets sind jedoch weitaus komplizierter – und vieles ist noch ungeklärt: In welche Branchen wird der Löwenanteil der Investitionen fließen? Wie werden sich die Finanzspritzen auf die globalen Lieferketten und die Finanzierungsbedingungen im Privatsektor auswirken?

Welche Unternehmen werden profitieren?

Anders als in den USA mit ihren dominanten Magnificent 7 sind Europas Börsen seit mehr als einem Jahrzehnt schweres Terrain für hochprofitable Unternehmen mit stetigem Wachstum. Die Bewertungsprämien sind auf einem Stand, aus dem sich Chancen ergeben können. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder frühere Champion seinen Thron zurückerobern wird. Anpassungsfähige Unternehmen, die ihre Vermögensbasis verändern, Einnahmequellen im Ausland sichern und ihr Kapital umsichtig verwalten, werden florieren.

Umgekehrt könnten Unternehmen, die an unflexible, kapitalintensive Geschäftsmodelle gebunden sind, Schwierigkeiten bekommen. Hier liegt die Kluft zwischen potenziellen Gewinnern und denen, die ins Hintertreffen geraten werden. Eine gute Unternehmensführung und strategische Weitsicht sind nach wie vor unerlässlich. Unternehmen müssen auf Innovationen Antworten finden – technologische Umwälzungen können noch viel mehr als die Handelspolitik ganze Branchen über Nacht umgestalten. Darüber hinaus sind pragmatische ESG-Überlegungen bedeutsam. Wer wesentliche Nachhaltigkeitsthemen ignoriert, kann Wegmarken für die langfristige Rentabilität eines Unternehmens übersehen.

Breite Streuung und klarer Fokus

Anleger sollten ihren Fokus auf Wertschöpfungsketten und industrielle Nischen richten, die am besten positioniert sind, um die aufkommende wirtschaftliche Dynamik zu nutzen. In der Zwischenzeit kommt es auf Diversifizierung an, wobei Sektoren wie Maschinenbau, Ingenieurwesen und Finanzen als Kandidaten für zukünftiges Wachstum erscheinen. Europas robuster und zunehmend konsolidierter Finanzsektor wird eine wesentliche Rolle bei der Finanzierung dieser enormen Infrastruktur- und Produktionsausweitung spielen, die zudem durch die erwartete Lockerung von Regulierungen vorangetrieben wird. Unternehmen, die bisher dank strenger Vorschriften florierten, dürften sich auf einen härteren Wettbewerb gefasst machen.

Europas Konjunkturpaket mag auf den ersten Blick wie ein wirtschaftliches Lotteriespiel aussehen. Es steht jedoch auch für ein neues Kapitel, das die Regeln für Unternehmenserfolg und Investmentstrategie neu schreibt. Es wird wieder sehr viel mehr auf die Aktienauswahl ankommen, die auf gründlicher Recherche und Anpassungsfähigkeit basiert. Der Kontinent steckt voller Potenzial. Letztlich wird ein sorgfältiger Ansatz über die wahren Gewinner entscheiden, nicht Optimismus nach dem Gießkannenprinzip. 

Von Koen Bosquet und Muriel Mosango, Fondsmanager Fundamental Equity bei DPAM

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