Was bedeutet die Dollarschwäche fürs globale Aktienportfolio?

Die Angst vor einem schwachen US-Dollar ist häufig unbegründet? Aurélien Duval, Fondsmanager Fundamental Equity bei DPAM, sieht sogar positive Auswirkungen für Anleger, die in Euro rechnen: DPAM | 13.02.2026 09:06 Uhr
Aurélien Duval, Fundmanager bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM
Aurélien Duval, Fundmanager bei DPAM / © e-fundresearch.com / DPAM

Auslandsgewinne von US-Firmen steigen bei schwachem USD

Viele US-Unternehmen erwirtschaften Umsätze außerhalb der USA. Ein schwacher Dollar, steigert die in US-Dollar ausgewiesenen Auslandsgewinne, was oft die Aktienkurse antreibt. Das gleicht kurzfristige Wechselkurseffekte mittelfristig häufig aus – wenn nicht mehr. Schon während der Dollarschwäche 1985–1987 oder 2003–2007 ging es an der Wall Street aufwärts. Die Kursgewinne überstiegen die Wechselkursverluste für Euro-Anleger.

Auslandsgewinne von Euroland-Firmen steigen bei starkem USD

Europas Firmen profitieren in umgekehrter Richtung. Rund 60% der Umsätze der STOXX 600-Unternehmen stammen aus dem Ausland. Schwächelt der Euro, steigt der Euro-Wert der Auslandsumsätze. So erzielen beispielsweise Luxus- und Luftfahrtunternehmen oft einen großen Teil ihrer Umsätze in US-Dollar. So entwickelten sich während des Euro-Verfalls von rund 25% gegenüber dem US-Dollar die europäischen Gewinne und Aktienindizes gut.

Gewinne und Konjunktur wichtiger als Wechselkurse

Währungsschwankungen kommen Aktienrenditen laut Studien nicht dauerhaft in die Quere. Faktoren wie Gewinnwachstum und Konjunkturzyklen haben weitaus größeren Einfluss. Währungseffekte gleichen sich im Laufe der Zeit tendenziell aus, vor allem wenn man in weltweit diversifizierte Unternehmen investiert. Versucht man jedoch, das Währungsrisiko im Aktienportfolio abzusichern, verringern sich die langfristigen Renditen und erhöht sich die Komplexität. Globale Unternehmen sorgen im Laufe der Zeit tendenziell selbst für Absicherung. Wenn aber Kosten und Einnahmen in unterschiedlichen Währungen anfallen, ist ein Unternehmen echten Währungsrisiken ausgesetzt. Aktive Fondsmanager können Währungsdruck und Zölle antizipieren und das Engagement anpassen, wenn ein Ungleichgewicht vorliegt (z. B. Kosten in Euro, Umsätze in Dollar).

Exposition wichtiger als Notierung

Entscheidend ist, in welchen Währungen ein Unternehmen Einnahmen und Ausgaben tätigt. Die wirtschaftliche Exposition ist wichtiger als der Ort, an dem die Aktien des Unternehmens notiert sind. Kurzfristig können sich Währungen auf die Portfoliowerte auswirken. Langfristig aber entscheiden die Fundamentaldaten. Globale Unternehmen passen sich an Währungsänderungen an und sichern sich mit ihren internationalen Aktivitäten auf natürliche Art ab.

Für Anleger, die in Euro rechnen, ist ein schwächerer Dollar selten ein Grund, aus globalen Aktien auszusteigen. In vielen Fällen sorgt die Dollarschwäche gar für steigende Gewinne und Bewertungen.

Von Aurélien Duval, Fundmanager bei DPAM

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