Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail. Jeden Werktag neu - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

BANTLEON Analyse: IFO oder EMI – wer hat recht?

Die deutschen Einkaufsmanagerindikatoren sind im März eingebrochen. Sie legen damit eine anhaltende Abschwächung der Konjunktur nahe. Im Gegensatz dazu hat sich das IFO-Barometer im laufenden Monat erholt. Welcher Indikator gibt das richtige Signal? Bei aller Widersprüchlichkeit sind sich beide Umfragen in einem entscheidenden Punkt einig: Die Stimmung in der Industrie hat sich weiter spürbar verschlechtert und das ist die massgebliche Richtschnur für den konjunkturellen Trend. BANTLEON | 26.03.2019 09:10 Uhr
Dr. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt, BANTLEON / © Rainer Wolfsberger
Dr. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt, BANTLEON / © Rainer Wolfsberger

Die deutschen Konjunkturbarometer vom März liefern auf den ersten Blick ein widersprüchliches Bild. Am vergangenen Freitag vermeldete Markit zunächst, dass der Composite-Einkaufsmanagerindex auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren abgerutscht ist (51,5 nach 52,8 Punkten). Geradezu dramatisch stellt sich die Lage in der Industrie dar (vgl. Abb. 1). Hier ist die Auftragskomponente auf einen 10-jährigen Tiefststand eingebrochen (40,1 Punkte) und legt den schärfsten Abschwung seit der Finanzkrise nahe. Diese Hiobsbotschaft war am vergangenen Freitag einer der Auslöser für die Kurseinbrüche an den Aktienmärkten und das Abtauchen der 10-jährigen Bund-Renditen unter die Nulllinie. 

Angesichts des EMIs schien auch beim IFO-Index ein weiterer Rücksetzer vorprogrammiert. Nicht zum ersten Mal kam es jedoch anders. Das älteste Konjunkturbarometer Deutschlands schlug einen konzilianteren Ton an. Nach sechs Rückgängen in Folge legte das Barometer von 98,5 auf 99,6 Punkte zu. Sowohl die Lage als auch die Erwartungskomponente konnten sich verbessern. Beides deutet auf ein bevorstehendes Ende des jüngsten Abschwungs hin. Welcher Indikator hat nunmehr recht?

Bei genauerem Hinsehen sind die Ergebnisse der beiden Umfragen gar nicht so widersprüchlich. So hat sich auch im Rahmen der IFO-Erhebung die Stimmung in der Industrie weiter spürbar eingetrübt. Die Geschäftserwartungen sackten in diesem Sektor auf einen neuen 6-jährigen Tiefststand ab und vermitteln damit ein ähnlich besorgniserregendes Bild wie der Industrie-Einkaufsmanagerindex (vgl. Abb. 1). Von Erholung ist in beiden Fällen keine Spur.

Der Dienstleistungssektor hat jedoch alles überlagert. Nach dem ungewöhnlichen Einbruch des IFOService-Barometers im Februar kam es hier im März zu einer kräftigen Gegenbewegung (vgl. Abb. 2), die den Gesamtindex nach oben gezogen hat. Damit ist es auch bei den Dienstleistern zu einer Angleichung zwischen den IFO- und EMI-Umfragen gekommen. Der Service-Einkaufsmanagerindex deutet mit Werten zwischen 53,0 und 55,5 Punkten bereits seit längerer Zeit auf eine robuste Entwicklung im deutschen Dienstleistungsgewerbe hin. 

Was den aktuellen Konjunkturtrend anbetrifft, ist jedoch nicht das Dienstleistungsgewerbe, sondern die Industrie der entscheidende Sektor. Insofern sind sich beide Umfragen in ihrer zentralen Botschaft einig: Der deutsche Konjunkturtrend war bis zum Ende des 1. Quartals abwärtsgerichtet. Noch stemmt sich der Dienstleistungssektor zwar dagegen – er profitiert von den kräftigen Einkommenszuwächsen der privaten Haushalte. Würde die Krise in der Industrie jedoch länger andauern, wird dies auf den Dienstleistungssektor überschwappen und insbesondere dem Boom am Arbeitsmarkt ein Ende setzen. Erste Indizien dafür gibt es bereits: Die Beschäftigungskomponente des Industrie-EMI ist das erste Mal seit drei Jahren unter die Expansionsschwelle gefallen.

In unserem Basisszenario gehen wir allerdings davon aus, dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld im 2. Quartal erholt. Allen voran sollte die chinesische Konjunktur zu neuem Leben erwachen und dabei stimulierend auf die Nachbarländer sowie die Weltwirtschaft ausstrahlen. In der Folge werden sich auch die Geschäftserwartungen der deutschen Industrie aufhellen, was sich positiv in den Indikatoren der Einkaufsmanager- und IFO-Umfrage niederschlagen wird. Auf den enttäuschenden März dürften mithin schon bald positive Überraschungen in den Konjunkturbarometern folgen. 

Dr. Daniel Hartmann, Chefvolkswirt, BANTLEON

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 30.04.2021 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com