Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail. Jeden Werktag neu - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

BANTLEON zur Fed-Sitzung: Geldpolitik in Wartestellung

Lesen Sie die Einschätzungen von Dr. Andreas A. Busch, Senior Economist der BANTLEON BANK AG, zum gestrigen geldpolitischen Entscheid der US-Notenbank. BANTLEON | 06.11.2020 09:55 Uhr
Dr. Andreas A. Busch, Senior Economist, Bantleon / © Bantleon
Dr. Andreas A. Busch, Senior Economist, Bantleon / © Bantleon

Die wichtigsten Ergebnisse der gestrigen Sitzung:

Nachdem der Offenmarktausschuss im Rahmen der letzten Sitzung Mitte September seine Forward Guidance grundlegend angepasst hatte, gaben sich die Währungshüter gestern betont abwartend. Das kommt schon allein darin zum Ausdruck, dass die schriftlichen Erläuterungen zum Zinsentscheid nahezu komplett den Ausführungen zum September-Zinsentscheid entsprachen. Lediglich bei der einleitenden Beschreibung der aktuellen wirtschaftlichen Lage finden sich einige marginale Anpassungen. Der geldpolitische Ausblick hingegen wurde eins zu eins übernommen. Mithin heisst es erneut, dass am aktuellen Tiefzinsniveau so lange festgehalten wird, »bis Vollbeschäftigung erreicht wurde, die Inflationsrate auf 2% gestiegen ist und sich die Teuerung auf Kurs befindet, um die 2%-Marke für einige Zeit moderat zu überschreiten«. Was die Käufe von US-Staatsanleihen und Hypothekenpapieren betrifft, bleibt es dabei, dass: »die Käufe mit mindestens dem aktuellen Tempo fortgesetzt werden«, das sich auf rund 120 Mrd. USD pro Monat beläuft.

Im Rahmen der Pressekonferenz äusserte sich Fed-Präsident Jerome Powell dann aber hinsichtlich des Konjunkturausblicks doch etwas skeptischer als im September. Bedenklich ist nach seiner Meinung vor allem die zuletzt beschleunigte Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie. Sie berge die Gefahr, dass die wirtschaftliche Erholung infolge strengerer Kontaktbeschränkungen und einer wachsenden Verunsicherung der Konsumenten spürbar gebremst wird. Mit Blick auf die geldpolitischen Handlungsspielräume gab er darüber hinaus bekannt, die Offenmarktausschussmitglieder hätten ausführlich darüber diskutiert, wie das Anleihenkaufprogramm angepasst werden könnte, wenn die Fed einen zusätzlichen Stimulus setzen wollte. Demnach könnten die Wertpapierkäufe in ihrer Zusammensetzung, ihrem Umfang, ihrer Dauer und Laufzeitgewichtung modifiziert werden. Gleichzeitig betonte er aber einmal mehr, dass er in der aktuellen Krise primär die Fiskalpolitik in der Pflicht sieht, um die negativen wirtschaftlichen Folgen von Lockdown-Massnahmen abzufedern.

Unser Ausblick:

Powell hat mit seinen Ausführungen klar gemacht, dass die Notenbank in seinen Augen nach wie vor Pfeile im Köcher hat, um im Falle eines wirtschaftlichen Einbruchs stützend einzugreifen. Wir sehen darin zwar keine direkte Ankündigung, dass in der Dezember-Sitzung des FOMC eine Ausweitung bzw. Modifikation des Anleihenkaufprogramms erfolgen wird. Im Zuge der von uns befürchteten Verschärfung der Pandemie in den nächsten Wochen und einer damit einhergehenden konjunkturellen Abschwächung nimmt indes die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich die Fed im Rahmen der kommenden Notenbanktreffen zu entsprechenden Massnahmen gezwungen sieht. In einer ersten Stufe sollte es sich dabei um eine Fokussierung der Treasury-Käufe auf lange Laufzeiten handeln. Je stärker die Wirtschaft unter Druck kommt, umso mehr könnte in einem zweiten Schritt eine Ausweitung der Käufe in Betracht gezogen werden. Die realwirtschaftlichen Effekte dieser Massnahmen sollten sich angesichts der ohnehin schon tiefen Treasury-Renditen allerdings in Grenzen halten. Im Wesentlichen würde es sich also um ein Zeichen handeln, wonach die Fed einem Abschwung nicht tatenlos zusehen will. Ähnlich hat bereits die EZB und die Bank of England agiert.

Auch wenn die Wirtschaft in den kommenden Monaten durch die an Fahrt aufnehmende Coronavirus-Pandemie spürbar gebremst werden könnte – an unserem übergeordnet positiven Konjunkturausblick für das kommende Jahr halten wir weiterhin fest. Wir sehen nach wie vor gute Chancen, dass die Pandemie durch den Einsatz von Impfstoffen sowie weiterentwickelten Test- und Behandlungsmethoden eingedämmt werden kann. Je stärker bis dahin die geld- und fiskalpolitischen Stimuli ausfallen, umso mehr Kraft dürfte die anschliessende Erholung entwickeln, was nicht zuletzt die Inflation ankurbeln würde. Treasuries sollten in diesem Umfeld ungeachtet aller Notenbankkäufe unter Druck kommen.

Dr. Andreas A. Busch, Senior Economist, Bantleon

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 30.06.2021 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com