Bantleon-Ökonom Angelé: SNB überrascht Märkte mit Zinsanhebung

Lesen Sie die Einschätzungen von Jörg Angelé, Senior Economist der BANTLEON AG, zum heutigen geldpolitischen Entscheid der SNB. BANTLEON | 16.06.2022 08:16 Uhr
Jörg Angelé, Senior Economist der BANTLEON AG / © e-fundresearch.com / Bantleon
Jörg Angelé, Senior Economist der BANTLEON AG / © e-fundresearch.com / Bantleon

Die wichtigsten Ergebnisse der heutigen Sitzung:

  • Die SNB hat den Leitzins überraschend von -0,75% auf -0,25% angehoben. Weitere Zinsanhebungen werden in Aussicht gestellt. Um eine zu starke Aufwertung des Franken zu verhindern, ist die Notenbank bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren.  
  • Die Inflationsprognose für 2022 wurde von 2,1% auf 2,8% angehoben; für 2023 liegt die SNB-Projektion nun bei 1,9%, nach zuvor 0,9%. Die Prognose für 2024 lautet 1,6%, nachdem die Währungshüter im März noch 0,9% versanschlagt hatten.
  • Die SNB rechnet für das laufende Jahr trotz der negativen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs weiterhin mit einem BIP-Zuwachs von 2,5%. Für 2023 wird keine Prognose genannt, es werden jedoch stark die konjunkturellen Risiken betont.

Unsere Einschätzung:

  • Mit dem heutigen Schritt demonstriert die SNB zum einen, dass sie die zuletzt gestiegenen Inflationsrisiken ernst nimmt und zum anderen, dass sie unabhängig von der EZB handelt. Wobei ihr die von dieser in Aussicht gestellten Leitzinsanhebungen im Juli und September die Entscheidung sicher erleichtert hat. So liegt der Leitzins in der Schweiz nun erstmals seit 1999 über dem der Eurozone.  
  • Die SNB nimmt mit ihrem Überraschungscoup – keiner der 20 von Bloomberg im Vorfeld befragten Analysten hatte diesen Zinsschritt erwartet, nur einer rechnete mit einer Anhebung um 0,25 Bp – Aufwertungsdruck auf den Franken in Kauf. Die Tatsache, dass die eigene Währung nicht mehr als hoch bewertet charakterisiert wird, deutet aber an, dass eine gewisse Frankenstärke zur Eindämmung der Inflation durchaus erwünscht ist. Gleichzeitig hält sich die Notenbank aber alle Optionen offen, eine zu starke Aufwertung mittels Devisenmarktinterventionen zu unterbinden. Sie wird insbesondere alles daran setzen, ein Unterschreiten der Parität von EUR/CHF zu verhindern.
  • Unserer Einschätzung nach gibt es insbesondere mit Blick auf die Inflationsprognose für 2023 weitere Aufwärtsrisiken. Da sich der Arbeitsmarkt gleichzeitig bis zuletzt äusserst robust präsentiert hat – Arbeitslosenquote auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren – und einige Gewerkschaften bereits deutlich höhere Lohnforderungen kommuniziert haben, rechnen wir im September und Dezember mit weiteren Zinsanhebungen. Ende des Jahres wird der Leitzins erkennbar im positiven Bereich liegen, wir gehen von +0,75% aus. Trotz dieses forschen Vorgehens läge der Leitzins dann jedoch wieder unter dem der EZB. Insgesamt dürfte das Ausmass der Zinsanhebungen angesichts der im internationalen Vergleich trotz allem relativ niedrigen Inflationsrate jedoch hinter dem zurückbleiben, was beispielsweise Fed und EZB liefern werden.  

Jörg Angelé, Senior Economist der BANTLEON AG

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