Deutschland und USA weniger von Energieimporten aus der Golfregion abhängig als China und Japan

Der Iran-Krieg erhöht die Unsicherheit an den Märkten. Eine Analyse von PGIM Fixed Income zeigt, welche Länder besonders anfällig für steigende Ölpreise, makroökonomische Risiken und strukturelle Belastungen sind und wie stark das globale Wachstum leiden könnte. PGIM | 26.03.2026 13:54 Uhr
Magdalena Polan, Head of Emerging Market Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Fixed Income
Magdalena Polan, Head of Emerging Market Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Fixed Income

Bei der Betrachtung der globalen Auswirkungen des Krieges im Iran untersuchen wir die Anfälligkeit der einzelnen Länder unter verschiedenen Gesichtspunkten. Dazu zählen die Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion, der politische Handlungsspielraum im Kontext der makroökonomischen Rahmenbedingungen, Puffer gegen Extremrisiken sowie strukturelle Faktoren. So erscheinen Japan und China beispielsweise aus Sicht der Energieimporte aus der Golfregion anfälliger, während afrikanische Ölexporteure, die USA, Großbritannien und Deutschland weniger exponiert zu sein scheinen.

In Bezug auf die oben genannten Aspekte fallen Pakistan, Sri Lanka und Ägypten in die Kategorie „anfällig“, mit Ausnahme der strukturellen Faktoren. Malaysia, Peru, Polen und die USA fallen in den meisten Kategorien in den Bereich „stabil“, mit Ausnahme des politischen Handlungsspielraums für die USA.

Mit Blick auf die Aussichten für das globale Wachstum sind wir nicht der Ansicht, dass die Bedingungen bereits die Phase einer „Nachfragezerstörung“ erreicht haben. Eine Möglichkeit, die Auswirkungen des Preisanstiegs abzuschätzen, besteht darin, dass jeder nachhaltige Anstieg der Rohölpreise um 10% das globale Wachstum um 0,1 Prozentpunkte verringern könnte. Das bedeutet, dass ein langfristiger Preisanstieg um 60% zu einem Rückgang um 0,6 Prozentpunkte führen könnte.

Aus globaler Marktperspektive haben die Preise von Vermögenswerten stärker auf den Iran-Konflikt reagiert als in vergleichbaren historischen Zeiträumen  - beispielsweise Tage mit Öl- bzw. Aktienkursanstiegen oder -rückgängen von +1,0% bzw. -0,5% seit 2010. Dies deutet darauf hin, dass die jüngsten Entwicklungen eher durch Positionsauflösungen als durch eine plötzliche Neubewertung der Fundamentaldaten beeinflusst wurden.

Von Magdalena Polan, Head of Emerging Market Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income

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