EZB-Zinserhöhung könnte Wachstum zusätzlich belasten

Simona Mocuta, Chefökonomin bei State Street Investment Management, erklärt, warum die EZB-Zinserhöhung das Wachstum belasten könnte und im Herbst ein weiterer Zinsschritt droht. State Street Investment Management | 12.06.2026 08:05 Uhr
Simona Mocuta, Chefökonomin bei State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Investment Management
Simona Mocuta, Chefökonomin bei State Street Investment Management / © e-fundresearch.com / State Street Investment Management

Die heutige Zinserhöhung der EZB wurde weithin erwartet – dürfte aber letztlich wenig bewirken. Entgegen ihrer eigentlich Ziele läuft die Eurozone Gefahr, die Geldpolitik in eine Phase wirtschaftlicher Schwäche hinein weiter zu straffen – ein Vorgehen, das das Wachstum eher belasten als die Inflation eindämmen dürfte. Tatsächlich dürfte eine Zinserhöhung kaum geeignet sein, dem durch einen Angebotsschock getriebenen Inflationsdruck entgegenzuwirken. Da die Lohninflation unter Kontrolle ist und sowohl die Verbraucherstimmung als auch die Konsumausgaben gedämpft bleiben, ist der Spielraum für Zweitrundeneffekte bei der Inflation ohnehin gering. Zwar hatten einige Stimmen zumindest für eine Verschiebung des Zinserhöhungszyklus plädiert, doch diese Position hat sich nicht durchgesetzt. Wie geht es also für die Eurozone weiter? Aus unserer Sicht spricht derzeit vieles dafür, dass die EZB im Herbst einen weiteren Zinsschritt vornehmen wird.

Von Simona Mocuta, Chefökonomin bei State Street Investment Management

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