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CIO Weekly Perspectives | Normalisierungsgewinner verstehen in Zeiten von Corona: Big Data hilft

Unsere aktuellen Analysen zur Delta-Variante zeigen, wie wichtig Daten sind – und wie man alternative Daten nutzen kann, um Markteinschätzungen umzusetzen. Neuberger Berman | 03.09.2021 17:00 Uhr
© Photo by Taylor Vick on Unsplash
© Photo by Taylor Vick on Unsplash

Unsere Analysten halten stets Ausschau nach fehlbewerteten Aktien und Sektoren. Besonders interessant finden wir unterdurchschnittliche Titel mit Erholungspotenzial.

Zuletzt lagen amerikanische Reise- und Freizeitwerte hinter dem Markt zurück. Seit Mitte Juni, als die Delta-Variante die USA erreichte, hat sich die Inzidenz verzehnfacht. Aktien, die vom Neustart der Wirtschaft profitiert hatten, fielen wieder zurück.

Die Fundamentalanalysten in unserem Team sahen darin aber nicht wirklich eine Chance, in günstig bewertete Aktien zu investieren. Gesundheitsanalystin Terri Towers war für den Verlauf der Pandemie optimistisch, doch viele andere fürchteten zunächst einmal eine weitere Verschlechterung. Schließlich waren die Fallzahlen sehr hoch.

Unsere Datenanalysten waren anderer Meinung. Als sie ihre neuesten Analysen vorstellten, machte das großen Eindruck. Nach intensiven Diskussionen sahen dann auch die Fundamentalanalysten den amerikanischen Reisesektor viel positiver.

Offensichtlich kann man mit Datenanalysen viel über den Verlauf der Pandemie herausfinden. Und mehr noch: Alternative Daten helfen uns, unsere Markteinschätzungen umsetzbar zu machen.

Trends

Die ersten Ergebnisse waren in der Tat enttäuschend.

In Gesprächen mit den Geschäftsleitungen von Onlinereisebüros erfuhren wir, dass die Onlinesuchen für sie stets ein wichtiger Frühindikator waren. Deshalb erfassen und analysieren unsere eigenen Datenanalysten diese Suchen jetzt selbst – und das so intensiv, dass viele Onlinereisebüros jetzt uns nach den neuesten Trends fragen.

Aber was genau haben wir herausgefunden? Nach dem Ende der Coronarestriktionen in Großbritannien im Juli sind die Suchen hier nur leicht gestiegen. In den USA gehen sie hingegen seit April kontinuierlich zurück.

Danach haben wir auch die COVID-19-Daten ins Visier genommen.

Delta-Maximum?

Unter anderem tragen wir alle US-Staaten und eine Reihe anderer Länder in ein Koordinatensystem ein, mit der Impfquote auf der y-Achse und einem Index aus mehreren Mobilitätsindikatoren auf der x-Achse. Sie stammen etwa von öffentlichen Verkehrsgesellschaften, Google und der Mobiltelefoniesparte von Apple. Die Bundesstaaten links oben – viele Impfungen, wenig Mobilität – gelten als sicher. Die Staaten rechts unten, mit niedrigeren Impfquoten und einer hohen Mobilität, gelten als problematisch.

Als wir dann die aktuellen Inzidenzen mit diesen Daten abglichen, zeigte sich etwas sehr Interessantes.

Wie erwartet sind die Delta-Infektionen in Problemstaaten wie Mississippi, Idaho und Arkansas am schnellsten und stärksten gestiegen, da Ungeimpfte das Virus verbreiten, wenn sie unterwegs sind. Überraschend ist aber, dass der Anstieg trotz konstant hoher Mobilität jetzt zu stocken scheint. In manchen Staaten, etwa in Missouri, geht die Inzidenz sogar zurück.

Mit anderen Worten: In manchen Problemstaaten wird die Delta-Variante nicht durch Kontaktbeschränkungen eingedämmt, sondern geht von selbst zurück. Das passt zu Terris Vermutung von vor einem Monat. Unsere Datenanalysten glauben daher, dass die Inzidenz in den USA in spätestens einer Woche ihren Höhepunkt erreicht haben könnte.

Reisewerte sowie viele andere Aktien, die vom Neustart der Wirtschaft abhängen, erscheinen damit plötzlich viel attraktiver, als unsere Analysten bislang glaubten.

Alles anders

Das bestätigt viele Erfahrungen aus den letzten vier Jahren, in denen Datenanalysen fester Bestandteil unserer Wertpapieranalysen waren.

Erstens: Fundamentalanalysten bekommen etwa einmal im Quartal wichtige, überprüfbare Daten zum Unternehmen – Quartalszahlen etwa oder Hintergrundinformationen aus den vierteljährlichen Telefonkonferenzen. Neue alternative Daten gibt es aber wöchentlich, wenn nicht täglich.

Zweitens: Daten enthalten Informationen, aber erst durch den Abgleich mit anderen Daten, vielleicht mit einer anderen Frequenz oder längerfristiger Relevanz, können wir sie einordnen.

Drittens: Fundamentalanalysten müssen Einfluss darauf nehmen, was die Datenanalysten untersuchen. Sie sollen sich auf das wirklich Wichtige konzentrieren und sicherstellen, dass ihre Ergebnisse und deren Relevanz für Anleger intuitiv einleuchten. Im Gegenzug müssen die Datenwissenschaftler die Annahmen der Fundamentalanalysten hinterfragen, wenn sie glauben, dass sie nicht zu den Daten passen.

All das heißt, dass Fundamental- und Datenanalysten eng zusammenarbeiten müssen. Sie müssen die Sprache des jeweils anderen lernen, und zwar nicht nur so etwas Konkretes wie die Programmiersprache Python. Für Wertpapier- und Sektoranalysten darf die Datenwissenschaft keine fremde Welt sein, und Datenanalysten müssen sich mit Unternehmen und Wirtschaft auskennen.

Wenn das gelingt, sind überraschende Erkenntnisse möglich. Auf den ersten Blick mögen sie vielleicht nicht plausibel erscheinen, aber sie können zu völlig anderen Anlageentscheidungen führen.

Kai Cui, Head of Equity Data Science – Equity Research, NB
Charles Murphy, Senior Research Analyst – Equity Research, NB

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