La Française Stratege Rimeu: Wann senkt die Fed die Zinsen?

La Française Systematic Asset Management | 20.03.2024 09:05 Uhr
François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM / © e-fundresearch.com / La Française AM
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Es wird allgemein erwartet, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Federal Open Market Committee – FOMC) auf seiner März-Sitzung die Leitzinsen unverändert lässt. Die US-Notenbanker werden ihre Projektionen für die US-Wirtschaftsaussichten in der "Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen" („Summary of Economic Projections“, SEP) und den Ausblick für die Zinssätze („Dot Plot“) aktualisieren. Wir gehen davon aus, dass die Fed-Projektionen ein höheres Wachstum im Jahr 2024 voraussagen, jedoch keine wesentliche Änderung der jährlichen Inflationserwartung über den Projektionszeitraum. Vor diesem Hintergrund dürfte der Median-Dot bei 75 Basispunkten (bps) für Zinssenkungen dieses Jahr bleiben.

Unsere Erwartungen:

  • Der Zielbereich für den Leitzins der Fed bleibt unverändert bei 5,25% bis 5,50%. Die letzte Zinserhöhung erfolgte im Juli 2023.
  • Der Fed-Vorsitzende Powell wird bestätigen, dass die Zinssätze im Laufe dieses Jahres, eventuell im Sommer, gesenkt werden dürften, falls die Inflation wie von der Fed erwartet weiter nachlässt. Jerome Powell wird betonen, dass das Tempo der Zinssenkungen datenabhängig sein wird.
  • Die Federal Reserve wird ihr Programm zur quantitativen Straffung (QT) wie geplant fortsetzen (mit 95 Mrd. US-Dollar/Monat), da sie den Liquiditätsüberschuss insgesamt noch für ausreichend hält. Wir gehen nicht davon aus, dass der FOMC angeben wird, wann die Federal Reserve den Abbau ihrer Bilanz verlangsamen wird. Übereinstimmend mit den letzten Äußerungen des einflussreichen Fed-Vertreters Christopher Waller wird Powell betonen, dass die Bilanzpolitik unabhängig von Zinsentscheidungen und einer Bilanzumstellung der Bilanz auf kürzer laufende Treasury-Bills sein wird.
  • Neue Wirtschaftsprojektionen dürften sich folgendermaßen entwickeln:
    • Das Wachstum wird 2024 deutlich nach oben korrigiert, von 1,4% auf 2%, doch bleiben die Projektionen für 2025 und 2026 mit 1,8% bzw. 1,9% unverändert.
    • Die Projektionen für die Gesamtinflation und die Kerninflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE) werden von 2024 bis 2026 gegenüber den Projektionen vom Dezember 2023 weitgehend stabil bleiben.
  • Die mittleren Zinsprognosen für Ende 2024, 2025 und 2026 dürften unverändert bleiben, aber längerfristig könnten die Erwartungen einiger FOMC-Mitglieder über 2,5% liegen.

Insgesamt dürfte die Fed vorsichtig bleiben. Künftige Änderungen des geldpolitischen Kurses (Zeitpunkt und Umfang) dürften datenabhängig sein. Die Fed lässt sich Zeit, insbesondere nachdem die jüngsten Inflationszahlen höher als erwartet ausgefallen sind. Während der Pressekonferenz wird der Fed-Vorsitzende Jerome Powell wahrscheinlich wiederholen, dass mehr Belege zur Bestätigung der rückläufigen Inflation auf das 2%-Ziel erforderlich sind. Wie schon in seinem Bericht an den Kongress könnte Jerome Powell auf die gesunde Wirtschaft verweisen und darauf, dass Zinssenkungen nicht mehr allzu weit entfernt sein könnten. Folglich wird der FOMC im März aller Voraussicht nach die US-Zinsen leicht nach unten und die US-Aktien nach oben treiben.

Von François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM

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