Der Börsengang von SpaceX ist für den 12. Juni geplant. Er dürfte eine Rekordserie von Börsengängen im Jahr 2026 einläuten – weitere Börsengänge von OpenAI, Anthropic, Databricks, Stripe und Anduril werden ebenfalls erwartet. Insgesamt könnte die Gesamtbewertung dieser Unternehmen 4,6 Billionen US-Dollar erreichen. Zum Vergleich: Der Gesamtwert aller seit Gründung der New Yorker Börse 1792 durchgeführten Börsengänge beläuft sich auf etwa 1,5 Billionen US-Dollar.1
Dennoch dürften die unmittelbaren Auswirkungen auf die Marktliquidität zunächst begrenzt bleiben, da diese Unternehmen nur etwa 10 % ihrer gesamten Marktkapitalisierung erreichen dürften. Folglich könnte ihre Gewichtung in den wichtigsten Indizes kurzfristig relativ gering bleiben, da die meisten Indizes nur den Streubesitz (die zum Handel verfügbaren Aktien) berücksichtigen. Zudem begrenzt die Nasdaq, an der diese Unternehmen voraussichtlich gelistet werden, die Indexgewichtung auf 300 % des Streubesitzes. Es ist auch erwähnenswert, dass die Aufnahme von SpaceX in die Nasdaq voraussichtlich am 7. Juli erfolgen wird, etwa 15 Handelstage nach dem Börsengang.
Allerdings könnten allein SpaceX, OpenAI und Anthropic letztlich zwischen 1,5 % und 2 % des Nasdaq-Index ausmachen. Dieser Anteil dürfte mit dem Auslaufen der Lock-up-Beschränkungen für bestimmte Großaktionäre rasch steigen. Die beliebtesten ETFs müssten dann wahrscheinlich Teile ihrer bestehenden Bestände abbauen, um die Gewichtung ihrer Portfolios entsprechend anzupassen.
Die Unternehmensbewertung von SpaceX, die ursprünglich auf 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar geschätzt wurde, könnte nach neuesten Schätzungen 2,3 Billionen US-Dollar erreichen – unterstützt durch ein beispiellos großes Interesse von Privatanlegern.2 Allerdings sind diese Schätzungen nach wie vor sehr schwankend und können innerhalb eines einzigen Handelstages mehrere hundert Milliarden US-Dollar ausmachen.
Investoren bewerten SpaceX nicht mehr nur als Unternehmen für Weltraumforschung, sondern vielmehr als potenziell unverzichtbaren Infrastrukturanbieter für die künftige Verbreitung künstlicher Intelligenz durch Satellitenkommunikation, globale Vernetzung und Datenübertragungskapazitäten. Tatsächlich scheinen solche Bewertungen angesichts der aktuellen Zahlen schwer zu rechtfertigen. 2025 erzielte SpaceX einen Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar bei weiterhin fehlender Profitabilität.
Das derzeitige Umfeld ist nach wie vor äußerst günstig für KI und erklärt damit auch den Zeitpunkt dieser Ankündigungen. Offen bleibt jedoch, inwieweit der Markt in der Lage ist, solch massive Emissionsvolumina aufzunehmen, und welche möglichen Spillover-Effekte sich auf andere Anlageklassen ergeben könnten. Immerhin entsprechen 4,6 Billionen US-Dollar mehr als 14 % des US-BIP.3
Von François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management
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1 Quelle: StoneX, Mai 2026
2 Quelle: Rutgers, Mai 2026
3 Quelle: Bloomberg, Mai 2026