DJE-Marktausblick März: Starke Aktienmärkte für Wachstum

DJE Kapital AG | 18.03.2024 11:40 Uhr
© Foto von Ales Maze auf Unsplash
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Nach einem positiven Jahressstart verlief auch der Februar positiv. Der weltweite Aktienindex gewann im Februar 4,5 Prozent, der DAX legte 4,6 Prozent zu. Getragen wurde die Aufwärtsentwicklung vor allem von einer guten Entwicklung von zyklischen Konsumtiteln wie Automobil sowie Technologie- und Industriewerten.

Mit Blick auf den aktuellen Monat März bleiben wir generell weiter konstruktiv. Die US-Wirtschaft hält sich anhaltend gut und der Inflationsschub liegt hinter uns. Die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession bzw. eines „hard landings“ der US-Wirtschaft liegt derzeit bei nur noch 30 Prozent. Bleibt die Rezession in der bevorstehenden Zinskorrektur – voraussichtlich beginnend im Juni mit wahrscheinlich vier Zinssenkungsschritten – aus, dürften die Börsen weiter nach oben gehen. Aus dem Blickwinkel der Markttechnik herrscht allerdings weiterhin hoher Optimismus, was dafür spricht, dass die Börsen kurzfristig erstmal nicht weglaufen. Die hohe Konzentration an den Märkten, also das klar bessere Abschneiden der in den Indizes sehr hoch gewichteten Werte könnte sich 2024 fortsetzen. Eine bessere Marktbreite war auch im Februar nicht gegeben. Ein massiver Einbruch an den Märkten wird derzeit nicht erwartet. Aktuell bzw. zwischen jetzt und dem wahrscheinlich ersten Zinssenkungsschritt im Juni könnte eine gute Phase sein, die Duration im Rentenbereich zu verlängern. Japan und Gold bleiben als Beimischung interessant. 

Chancen:

  • Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell weitgehend konjunkturunabhängig ist bei hohen Margen und die im Idealfall zusätzlich ein gewisses Kostensenkungspotential haben
  • Sondersituation wie künstliche Intelligenz (KI), Gesundheit/Diabetes; Profiteure des US Inflation Reduction Act sollten auch im Jahr 2024 Rückenwind haben: die Top-Technologieunternehmen werden weiterhin massiv in KI investieren; interessant sind auch gut positionierte Zulieferer in die KI-Supply Chain; gutes Stock-Picking sollte 2024 entscheidend sein
  • Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession bzw. eines hard landings der US-Wirtschaft liegt nur noch bei 30 Prozent; bleibt die Rezession in der bevorstehenden Zinskorrektur aus, dürften die Börsen weiter nach oben gehen
  • Längerfristig bzw. mit Blick auf die nächsten zehn Jahre gibt es wenig Gründe, warum sich Aktien nicht ähnlich wie in den letzten 10 Jahren entwickeln sollten
  • Anleihen ab Investmentgrade mit mittlerer und längerer Laufzeit und auch ausgewählte länger laufende (Staats-) Anleihen bleiben interessant; ausgewählte EM-Anleihen wie Brasilianische Staatsanleihen (auch in Lokalwährung); Brasilien steht mit seiner rationalen Geld- und Fiskalpolitik als verlässlicher Schwellenmarkt gut da
  • Durations-Verlängerung: Zwischen jetzt und dem ersten Zinsschritt der FED ist wahrscheinlich ein guter Zeitpunkt die Duration nochmals zu verlängern 

Risiken:

  • Für die weitere Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Deutschland sieht es aktuell nicht gut aus; Deutschland muss sich als Industriestandort neu erfinden; international aufgestellte, gut diversifizierte deutsche Unternehmen dürften sich aber von dieser Problematik entkoppeln können
  • Tiefe und länger anhaltende Rezession in Deutschland legt nahe, Titel / Aktien, die stark am deutschen bzw. Binnenkonsum hängen, zu meiden
  • Bankensektor: bis das höhere Zinsniveau auch in der Realwirtschaft angekommen ist, vergehen meist zwei bis drei Jahre; gewisse Risiken sind damit in einzelnen Bankbilanzen vorhanden, in der Breite aber keine neue Bankenkrise
  • Downside der globalen Wirtschaft ist die Fragilität des US-Finanzsystems; die Amerikaner werden aber keine neue Finanzkrise riskieren und bei auftretenden Problemen rechtzeitig gegensteuern
  • Geopolitische Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten dürften dauerhaft weiter schwelen: die Amerikaner sehen diese zunehmend als europäisches Problem

Fundamental:

  • US-Wirtschaft zeigt sich bisher weiterhin resilient; Arbeitsmarkt ist weiter stark, Zinssenkungsfantasie ist zeitlich nach hinten verschoben; die Wahrscheinlichkeit eines „hard landings“ der US-Wirtschaft liegt bei nur noch 30 Prozent
  • Handelt es sich bei den kommenden Zinssenkungen um „Nicht-Rezessionsschritte“, dürfte das Umfeld für die US-Börse weiter positiv bleiben

Wenn heute gewählt würde, dann würde Donald Trump gewinnen. Er dürfte Zölle auf asiatische und europäische Produkte erhöhen (Trump sieht im Gegensatz zu Biden andere Länder mehr als wirtschaftliche Wettbewerber); NAFTA-Staaten dürften dagegen bei Zöllen außen vor bleiben. Trump wird geopolitisch mehr auf wirtschaftliche und nicht auf militärische Konfrontation setzen

Die US-Fiskalpolitik dürfte weiter expansiv bleiben, die USA werden als Region der Kapitalmagnet bleiben und viel ausländisches Kapital anziehen

Erwartete Konjunkturentwicklung in Europa ist schwächer als in den USA; die deutsche Wirtschaft bzw. das einstige deutsche Geschäftsmodell (billige Energie, gut ausgebildete Leute, gute Exportmärkte) dürfte auch 2024 stärker unter Druck bleiben

China: Der Glaube an die chinesische Führung hat stark abgenommen, ein GDP-Wachstum von fünf Prozent ist ohne Infrastrukturstimuli kaum zu schaffen. Auch die Immobilienpreise stabilisieren sich bisher nicht; auch die USA werden versuchen Einfluss zu nehmen, um das chinesische Wachstum zu dämpfen. 

Monetär:

  • Inflation in den USA und Europa unter Kontrolle
  • Die FED dürfte im Juni mit Zinssenkungen beginnen, die EZB wird mit ihren Schritten voraussichtlich folgen

Aufgrund der massivsten und schnellsten Zinserhöhungen in der Geschichte haben die FED und die EZB die Inflation unter Kontrolle bekommen; der Inflationsschub ist hinter uns, die Güterpreisinflation kein Problem mehr, die Dienstleistungsinflation hält sich hingegen hartnäckig.

Es ist unwahrscheinlich, dass die EZB vor der FED mit Zinssenkungen beginnt. Basisszenario wäre vier Zinssenkungsschritte der FED beginnend im Juni 2024 mit anschließender Pause; die EZB folgt mit ihren Schritten der FED; die EZB wird wohl nachziehen und nicht vorlaufen, da sie auch den Euro nicht noch weiter schwächen will.

Stand heute dürfte die FED im Juni mit Zinssenkungen beginnen und insgesamt vier Schritte in 2024 unternehmen, d.h. Zinssenkung um 1%, aber nicht perspektivisch Zinssenkung auf 1% (auch vergleichbar mit der Vergangenheit: Anpassung in der Spitze um 1% bei Ausbleiben einer Rezession).

Erwarteter Beginn von Zinssenkungen gibt zweifellos eine gute Perspektive für dieses Jahr; bis Zinssenkungen dann aber positiven Effekt ausstrahlen, kann noch Zeit vergehen. 

Markttechnik:

  • Indikatoren wie NAAIM, Fear & Greed und Barquoten in der Fondsmanagerumfrage eher negativ
  • Marktbreite hat sich zuletzt wieder verschlechtert

Aktuell ist die Markttechnik am Beispiel von Indikatoren wie NAAIM (dieser zeigt das Aktienengagement professioneller US-amerikanischer Investoren), Fear & Greed (Angst & Gier) und Barquoten in der Fondsmanagerumfrage eher negativ.

Negativ ist ebenfalls zu bewerten, dass sich die Marktbreite zuletzt wieder verschlechtert hat.

Historisch gab es in der Börsengeschichte nur drei Perioden mit einer derart konzentrierten Entwicklung, und zwar in den Jahren 1929, 2000 sowie 2023/24.

Vom Strategie-Team der DJE Kapital AG

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