Der Jahresstart an den Börsen verlief insgesamt positiv. Der globale Aktienmarkt zeigte eine leicht aufwärtsgerichtete Dynamik. Dabei entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte zu Jahresbeginn besser als die US-Märkte. Auch der japanische Markt präsentierte sich vergleichsweise stark.
Sektorrotation zugunsten defensiver Bereiche
Auf Sektorenebene waren im letzten Monat weltweit vor allem Titel aus den Bereichen Energie, Rohstoffe und Industrie gefragt, während Technologie und zyklischer Konsum schwächer tendierten. In Europa zählten im Januar besonders Rohstoff-, Energie-, Versorger- und Industrieaktien zu den stärkeren Segmenten, während sich Medien-, Versicherungs- und Automobiltitel schwächer entwickelten.
Konstruktiver Ausblick trotz höherer Volatilität
Mit Blick auf den März bleibt das Strategie-Team der DJE Kapital AG für die Märkte grundsätzlich konstruktiv gestimmt. Auf Basis des FMM-Modells könnte die Gewinnentwicklung an den Aktienmärkten für ein insgesamt positives Aktienjahr sorgen. Die Frühindikatoren verbessern sich, und monetäre wie fiskalische Impulse wirken stützend auf die globale Konjunktur. Gleichzeitig wird jedoch mit einer höheren Volatilität gerechnet – sowohl im Februar als auch in den kommenden Monaten.
Industrie, Defensive und ausgewählte Beimischungen
Weiterhin aussichtsreich erscheint der europäische Industriesektor. Auch defensive Bereiche wie Telekommunikation und Basiskonsumgüter gelten als gut positioniert für das aktuelle Umfeld, ebenso wie Landwirtschaftsunternehmen. Als mögliche Beimischungen bleiben Gold und Emerging Markets interessant. Im Anleihebereich liegt der Schwerpunkt auf mittleren Laufzeiten. Für den US-Dollar wird eine Seitwärtsbewegung als wahrscheinlich angesehen.
Chancen durch Konjunktur und Bewertungen
Eine Konjunkturbelebung erscheint für 2026 weiterhin realistisch. In den meisten OECD-Ländern – mit Ausnahme Chinas – verbessern sich die Frühindikatoren, was auf eine stabilisierte wirtschaftliche Entwicklung hindeutet. Gleichzeitig profitieren Industrieunternehmen von besseren globalen Finanzierungsbedingungen. Defensive Sektoren erscheinen zudem attraktiv, da Value-Aktien im historischen Vergleich niedrig bewertet sind und globale Investoren hier untergewichtet bleiben. Europäische und insbesondere skandinavische Industriewerte profitieren von Investitionen in Bergbau, Automatisierung, Stromnetze und Robotik und sind günstiger bewertet als vergleichbare US-Unternehmen.
Beobachtete Risiken für die Kapitalmärkte
Zu den zentralen Risiken zählen der hohe Kapitalbedarf im US-Technologiesektor sowie mögliche Liquiditätseffekte durch geplante Börsengänge. Auch geldpolitische Unsicherheiten spielen eine Rolle: Der designierte US-Notenbankchef Kevin Warsh gilt als Vertreter einer restriktiveren Geldpolitik, was die Liquiditätsversorgung beeinflussen könnte.
Weitere Unsicherheitsfaktoren ergeben sich aus der Zinssituation in Japan, der weiteren Entwicklung von KI-Investitionen sowie der vergleichsweise fehlenden Dynamik im DAX, der sich bewertungstechnisch nahe an historischen Höchstständen bewegt.
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