Nach Ölpreisverfall: Wie steht es um die Dividenden im Sektor?

Andrew Jones, Co-Manager der Henderson Global Equity Income OEIC und SICAV Fonds, glaubt, der jüngste Ölpreiseinbruch werde die Dividenden im Sektor in Frage stellen. Deshalb kommt der genauen Analyse von Cashflows und Ölproduktion seines Erachtens eine entscheidende Bedeutung zu. Janus Henderson Investors | 15.04.2015 15:36 Uhr
Andrew Jones, Henderson Global Investors
Andrew Jones, Henderson Global Investors
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Im vierten Quartal 2014 ist der Ölpreis kräftig eingebrochen. Die Entwicklung bei den Dividenden der Ölgesellschaften verdient daher besondere Beachtung. Diese sind zwar laut dem Henderson Global Dividend Index (HGDI) 2014 um 5,8% auf 134,1 Mrd. USD gestiegen. Was die Ölbranche zum Sektor mit den zweithöchsten Dividenden macht. Aber angesichts der niedrigen Ölpreise und der dadurch sinkenden Gewinne ist fraglich, ob die Unternehmen ihre Dividenden auf aktuellem Niveau halten können.

Quelle: Henderson Global Dividend Index, Februar 2015
Quelle: Henderson Global Dividend Index, Februar 2015
Nach unserer Einschätzung dürfte es den Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor in den nächsten Jahren schwerfallen, die Ausschüttungen an die Aktionäre weiter aufzustocken. Öldienstleister wie Seadrill und Fugro haben ihre Dividenden bereits reduziert. Und da in nächster Zeit mit Investitionskürzungen bei den Ölriesen gerechnet wird, dürften weitere Wettbewerber ihrem Beispiel folgen.

Ölkonzerne

Die großen Ölproduzenten, auf die allein drei Viertel der Dividenden im Ölsektor entfallen, können ihre Dividendenzahlungen aufgrund ihrer starken Bilanzen vermutlich noch einige Zeit aufrechterhalten. Wenn sich der Ölpreis jedoch in den nächsten zwei Jahren nicht deutlich erholt, wird ihr Cashflow wohl kaum für die notwendigen Investitionen und Dividendenzahlungen reichen.

Bis dahin werden die Ölkonzerne aber wahrscheinlich eine niedrigere Dividendendeckung (Verhältnis von Unternehmensgewinn zu Dividendenausschüttungen) in Kauf nehmen und lieber einen größeren Teil ihrer Gewinne ausschütten, als die Dividende kürzen. Royal Dutch Shell ist gemeinhin der größte Dividendenzahler der Welt (2014 nahm Vodafone allerdings den Spitzenplatz ein). Seit dem Zweiten Weltkrieg hat der Ölkonzern seine Dividende nicht mehr gesenkt, obwohl der Ölpreis in dieser Zeit großen Schwankungen unterlag. Und der französische multinationale Öl- und Gaskonzern Total hat seine Dividende seit 40 Jahren nicht gekürzt. 2014 belegten die Franzosen Platz 17 unter den Unternehmen mit den höchsten Dividenden.

Dividendenkürzungen in Schwellenländern

Bei Unternehmen aus Schwellenländern ist eher mit Dividendenkürzungen zu rechnen, haben sie doch weniger Möglichkeiten, ihre Investitionen zurückzuschrauben. Zudem sind ihre Bilanzen um einiges schwächer. Die deutlich gesunkenen Ölpreise sind einer der Hauptgründe, warum wir unsere Erwartungen zum allgemeinen Dividendenwachstum in den Schwellenländern nach unten geschraubt haben. Dort machen die Dividenden der Ölgesellschaften etwas mehr als ein Viertel der gesamten Ausschüttungen aus. Ihr Anteil an den weltweit ausgeschütteten Dividenden ist hingegen nur halb so hoch.

Engagement des Fonds

Die Engagements des Fonds im Öl- und Gassektor summieren sich derzeit auf 2,9% des Fondsvermögens, während dieser Sektor im Vergleichsindex einen Anteil von 6,7% hat. Der Grund für diese Untergewichtung sind unsere Bedenken über das Cashflow- und Dividendenwachstum. Wegen des in den letzten sechs Monaten deutlich gesunkenen Ölpreises hat sich diese Untergewichtung im Vergleich zur Benchmark ausgezahlt.

Andrew Jones, Henderson Global Investors

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