Technologie-Aktien: Wie wirken sich ESG-Faktoren auf die Bewertung aus?

Janus-Henderson-Studie hat sich die Frage gestellt, ob Technologie-Unternehmen mit guten ESG-Ratings einen Bewertungsaufschlag erhalten. Dabei konnte bestätigt werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Unternehmen mit positiven ESG-Ratings und höheren Aktienbewertungen gibt. Zudem sind ESG-Ratings auch für wachstumsstarke und hoch bewertete Aktien relevant. Janus Henderson Investors | 14.04.2022 11:00 Uhr
Alison Porter, Portfolio-Managerin bei Janus Henderson / © Janus Henderson Investors
Alison Porter, Portfolio-Managerin bei Janus Henderson / © Janus Henderson Investors

Eine entscheidende Frage für Investoren in dem Technologiesektor lautet: „Gibt es einen Zusammenhang zwischen ESG-Aspekten und Aktienbewertung?“. Eine von Janus Henderson Investors durchgeführte Studie* ging dem Zusammenhang auf den Grund. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Technologieunternehmen mit hohen ESG-Standards werden vom Markt in der Regel besser bewertet
    • 60 % der Multiples zeigten einen Bewertungsaufschlag, den der Markt für die Unternehmen mit höheren ESG-Werten gewährte
    • 54 % der Multiples wiesen einen Bewertungsaufschlag auf, wenn sie mit dem KGV sowie dem Unternehmenswert im Verhältnis zum Umsatz verglichen wurden
    • 72 % der Multiples wiesen einen Bewertungsaufschlag auf, wenn der Unternehmenswert mit dem EBITDA verglichen wurde
  • Die ESG-Bewertungen können durch die Transparenz der ESG-Daten eines Unternehmens beeinflusst werden, die wiederum oft von der Marktkapitalisierung der Unternehmen abhängt.
  • Technologieunternehmen mit geringen ESG-Standards können eine Value-Falle darstellen. Selbst Unternehmen mit hohem Gewinnwachstum werden im Vergleich zu Unternehmen, die nicht-finanzielle Faktoren berücksichtigen, wahrscheinlich nicht uneingeschränkt profitieren.

Regionale Perspektive (und eine Überraschung)

Von 2018 bis 2020 ist ein klarer Trend zu erkennen: Die Aufschläge haben sich ausgeweitet, und auf allen Kontinenten wurden 2020 welche gewährt. In Asien erhielten 2020 die Unternehmen mit einer höheren ESG-Bewertung im Durchschnitt einen Aufschlag von +36 % gegenüber den Unternehmen mit einer niedrigeren Bewertung.

Sowohl Europa als auch Nord- und sogar Südamerika verzeichneten über die drei Datenjahre hinweg einen anhaltenden Anstieg der Aufschläge für Unternehmen mit höherem ESG-Score in Bezug auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Die Studie zeigte auch, dass Bewertungsaufschläge für höhere ESG-Ratings nicht unbedingt vom Wachstum abhängig sind. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass ESG-Ratings für wachstumsstarke Aktien mit hohen Multiplikatoren weniger relevant wären. Die Studie ergab jedoch, dass der Zusammenhang bei wachstumsstarken Unternehmen sogar noch größer ist.

Auswirkungen auf die Investitionen

Die Studie belegt empirisch, dass Unternehmen, die in Bezug auf ESG-Kriterien gut abschneiden und sich in diesen Bereichen deutlich verbessern konnten, von den Marktteilnehmern tendenziell höher bewertet werden und dass ESG-Faktoren unbedingt in den Anlageprozess integriert werden sollten. Nach Ansicht von Alison Porter, Portfolio-Managerin bei Janus Henderson kann sich ein wirksames aktives Engagement zur Verbesserung der ESG-Performance positiv auf die Kapitalerträge auswirken. „Wir halten die Beteiligung an Unternehmen, die in Sachen ESG-Kennzahlen hinterherhinken, nur dann für geeignet, wenn ein angemessener Aktionsplan für das Engagement vorliegt,“ so Porter.

„Wichtig ist natürlich, dass sich der Anlegerfokus auf ESG-Faktoren erst in den letzten zehn Jahren wirklich intensiviert hat. Daher sollte man sich über wichtige Feinheiten oder Lücken in den Daten im Klaren sein. Dies gilt insbesondere für die Bewertung der ESG-Qualität kleinerer Unternehmen. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Ergebnisse der Studie die Erkenntnisse ergänzen, die die Integration von ESG-Aspekten in die Investitionsüberlegungen unterstützen. Dabei könnten die Ergebnisse eine effizientere Kapitalallokation für ESG-bewusste Anleger gewährleisten.“

* Methodik der Studie:

Janus Henderson Investors hat zwei Ansätze verwendet, mit Daten für die Jahre 2018 bis 2020. Der erste Ansatz bestand darin, das gesamte Universum (MSCI ACWI Information Technology + Communication Services Index) von ca. 700 Technologiewerten anhand des ESG-Bewertungssystems (1) von Janus Henderson zu bewerten. Anschließend wurden die Unternehmen in „gute“ und „schlechte“ ESG-Scorer eingeteilt und diese mit gängigen Bewertungsmaßstäben verglichen.

Der zweite Ansatz wurde entwickelt, um andere Bewertungsfaktoren zu kontrollieren und Unternehmen an denselben Kriterien zu messen. Dazu hat Janus Henderson das Universum in 20 Kategorien nach Unternehmensgröße, Wachstum und Qualität unterteilt. Anschließend wurde jede Kategorie anhand des proprietären ESG-Bewertungssystems eingestuft, jede Kategorie wiederum in zwei Hälften geteilt und mit den Bewertungen verglichen.

1) Das firmeneigene ESG-Bewertungssystem des Global Technology Leaders Team umfasst 25 Rohdatenmetriken, die E, S & G fair und dynamisch auf der Grundlage von Datenqualität und Relevanz berücksichtigen. Um subjektive Interpretationen zu vermeiden, wurden, wo immer möglich, die zugrunde liegenden Rohdatenmetriken verwendet. Ein Rating wird auf der Grundlage der Datenqualität, der technologischen Relevanz der Daten und schließlich des ESG-Fokus und der Relevanz angewendet und skaliert. Jedem Unternehmen wird somit ein individueller ESG-Score zugewiesen.

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