Fed senkt erneut den Leitzins - doch Powell warnt vor voreiliger Euphorie

Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Leitzins um 25 Basispunkte auf die Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent gesenkt – die zweite Zinssenkung in diesem Jahr. Während die Märkte zunächst positiv reagierten, dämpfte Fed-Chef Jerome Powell die Euphorie mit dem Hinweis, dass eine weitere Senkung im Dezember „nicht ausgemacht“ sei. Goldman Sachs Asset Management B.V. | 30.10.2025 16:10 Uhr
Alexandra Wilson-Elizondo, Global Co-CIO of Multi-Asset Solutions bei Goldman Sachs Asset Management / © e-fundresearch.com / Goldman Sachs Asset Management
Alexandra Wilson-Elizondo, Global Co-CIO of Multi-Asset Solutions bei Goldman Sachs Asset Management / © e-fundresearch.com / Goldman Sachs Asset Management

Powell hat in zwölf verschiedenen Reden im Jahr 2025 seine Datenabhängigkeit betont. Doch was soll die Fed tun, wenn während eines anhaltenden, sich kaum abschwächenden Regierungsstillstands die Datenlage versiegt und wichtige Veröffentlichungen verzögert oder verzerrt werden? Die Geldpolitik dürfte dann weitgehend auf Autopilot laufen und dem in der Dot-Plot-Projektion vorgezeichneten Kurs folgen, bis neue, verlässliche Daten ein anderes Bild zeichnen.

Eine einzelne schwache Inflationsveröffentlichung, verankerte Inflationserwartungen und anekdotische Hinweise auf eine abkühlende Arbeitsnachfrage sprechen für eine vorsichtige Lockerungstendenz. Sollten die Rahmenbedingungen stabil bleiben, erscheint eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Sitzung im Dezember wahrscheinlich. Das Ende der quantitativen Straffung betrifft vor allem die Zusammensetzung der Reserven und die Mechanismen des Geldmarkts – über den künftigen Zinskurs sagt es dagegen wenig aus. Der Zielkorridor für die Fed Funds bleibt das wichtigste Instrument, um die finanziellen Rahmenbedingungen zu steuern.

Von Alexandra Wilson-Elizondo, Global Co-CIO of Multi-Asset Solutions bei Goldman Sachs Asset Management

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