Goldman Sachs AM über chinesische Anleihen: Vier Gründe für mehr Exposure

Der Markt für chinesische Staatsanleihen ist mittlerweile zu groß, um ignoriert zu werden. Als drittgrößter Markt der Welt vereint er attraktive Erträge und Kapitalzuwachspotenzial mit einer schnell wachsenden Wirtschaft. Dennoch ist das Exposure ausländischer Anleger in diesem wachsenden Markt immer noch gering. "Zeit, das zu ändern", meint Jonathon Orr, Fixed Income Portfolio Manager bei Goldman Sachs Asset Management. Goldman Sachs Asset Management | 11.08.2021 16:11 Uhr
Jonathon Orr, Fixed Income Portfolio Manager bei Goldman Sachs Asset Management / © e-fundresearch.com / Goldman Sachs Asset Management
Jonathon Orr, Fixed Income Portfolio Manager bei Goldman Sachs Asset Management / © e-fundresearch.com / Goldman Sachs Asset Management
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Wir sehen vier wichtige Gründe für chinesischen Staatsanleihen:

1. Die Binnenwirtschaft nimmt Fahrt auf

China hat sich nach der Pandemie gut erholt und gehört zu den wenigen Ländern, deren Wirtschaftsleistung nicht nur das Niveau von vor der Pandemie wieder erreicht hat, sondern noch deutlich über dem Stand von Ende 2019 liegt. 

Grafik 1: Vorher und nachher – aktuelles vs. Vor-COVID-BIP

China war das erste Land, das von der Pandemie betroffen war – und auch das erste, das sich wieder davon erholte. Die Fabriken des Landes gehörten weltweit zu den ersten, die Anfang 2020 schlossen, als sich COVID-19 auszubreiten begann. Aber sie konnten auch früher wieder öffnen, als sich die Neuinfektionen in China verlangsamten.

Wahrscheinlich ist: Das Wachstum 2021 wird mehr von der Binnenwirtschaft bestimmt. Mit steigenden Impfquoten und Einkommen werden die Investitionen im verarbeitenden Gewerbe und der Konsum eine wichtige Rolle einnehmen.

Bei einem selbsttragenden und von der Binnenwirtschaft beflügelten Wachstum sinkt der Bedarf an fiskalpolitischer Unterstützung und Kreditwachstum, mit denen die Regierung die Auswirkungen der Pandemie und des Handelskriegs zwischen den USA und China aufzufangen suchte. Daher erwarten wir im Verlauf von 2021 eine Kreditverknappung. Für die Währung ist der makroökonomische Hintergrund dank des nach wie vor starken Wachstums, des Leistungsbilanzüberschusses und des für China vorteilhaften Zinsgefälles günstig. Wir gehen davon aus, dass der Chinesische Yuan (CNY) im kommenden Jahr gegenüber den wichtigsten Währungen von Industrie- und Schwellenländern aufwertet.

2. Chinesische Staatsanleihen bieten hohe Renditen und Diversifikationspotenzial – bei niedriger Volatilität

All das bedeutet: Chinesische Staatsanleihen weisen einen attraktiven Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen aus Industrieländern mit vergleichbarer Laufzeit auf, selbst wenn man den jüngsten weltweiten Zinsanstieg berücksichtigt. Chinesische Staatsanleihen haben beispielsweise einen Anstieg um 150 Basispunkte gegenüber vergleichbaren US-Staatsanleihen verzeichnet, deren Renditen dadurch beeinträchtigt werden, dass das Wachstum langsamer ist und die US-Notenbank Fed ihren eigenen Angaben zufolge vor 2023 nicht an der Zinsschraube drehen wird.

In einem Rentenportfolio können chinesische Staatsanleihen zudem als wirksames Diversifikationsmittel dienen. Sie korrelieren nur gering mit anderen großen Staatsanleihenmärkten – sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern – und mit den wichtigsten globalen Indizes für Staatsanleihen. Zu chinesischen Staatsanleihen können börsennotierte Fonds kosteneffektiven und einfachen Zugang bieten.

Neben attraktiven Renditen weisen chinesische Staatsanleihen in der Regel auch deutlich weniger Volatilität im Vergleich zu Anleihen aus anderen Industrieländern auf. 

Grafik 2: Chinesische Staatsanleihen: eine attraktive Rendite-Volatilitäts-Kombination

3. Kapitalzuflüsse werden durch die Aufnahme in die wichtigsten Indizes steigen

Bis Oktober 2021 wird China in drei wichtigen globalen Rentenindizes vertreten sein. Das könnte insgesamt Investmentzuflüsse im Bereich von 250 bis 300 Milliarden USD auslösen, was zu einem Rückgang des Renditeabstands und zu Kapitalzuwachs führen könnte.

Die People’s Bank of China hat zudem eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den Handel für ausländische Anleger zu erleichtern und so das Wachstum des Markts zu unterstützen. Die Marktliquidität könnte durch den leichteren Zugang voraussichtlich steigen, was Chinas wichtige Rolle am globalen Markt und in einem diversifizierten Rentenportfolio noch festigen wird.

4. Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführung: China macht Fortschritte

Das Land gilt in diesem Bereich zwar nicht als führend, doch es bewegt sich in die richtige Richtung. Nach unserem hauseigenen Scoring-System für Anleihen aus Industrie- und Schwellenländern rangiert China im Mittelfeld und ist daher, was ESG-Kriterien angeht, gleichauf mit vergleichbaren Märkten.

Der Bereich Umwelt ist problematisch in China, doch bei Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren schneidet das Land besser ab. Der Fokus der Regierung auf ihren aktuellen Fünfjahresplan zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Luftqualität stimmt jedoch zuversichtlich.

Klar ist: Das Land hat zwar noch einige Arbeit vor sich, doch es befindet sich auf dem richtigen Weg.

Jonathon Orr, Fixed Income Portfolio Manager bei Goldman Sachs Asset Management

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