Die von der Trump-Administration angekündigten Zölle sind höher als von den meisten Analysten erwartet und heben die durchschnittlichen US-Zölle auf den höchsten Stand seit 1920. Sie richten sich gegen Länder mit großen bilateralen Handelsüberschüssen, insbesondere in Asien.
Mexiko und Kanada wurden ausgenommen und die bereits angekündigten Autozölle sind in den neuen Sätzen enthalten. Die Mehrdeutigkeit des Wortlauts der Durchführungsverordnung gibt der Regierung zwar reichlich Spielraum für die anstehenden Verhandlungen mit den Handelspartnern, kurzfristig erwarten wir aber keine Deeskalation.
Die EU wird sich wahrscheinlich auf eine intelligente Weise wehren, indem sie das neue Anti-Coercion-Instrument einsetzt. Dieses sieht eine breite Palette von Maßnahmen vor, die auch auf kritische US-Dienstleistungsexporte abzielen.
Die USA werden viel härter getroffen werden als ihre wichtigsten Handelspartner. Die Zölle dürften die USA bis zum Jahresende etwa 1,5 Prozentpunkte des BIP kosten, China und die EU dagegen nur 0,5. Wir gehen nun davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr dreimal auf 3,5-3,75% senken wird. Auch für die EZB rechnen wir mit einer dritten Senkung auf 1,75%.
Der Höhepunkt der Ungewissheit ist wahrscheinlich überschritten, dennoch wird die Unsicherheit groß bleiben. Wir gehen davon aus, dass die Renditen im Euroraum bis zum Sommer ihren Tiefpunkt erreichen werden, während die US-Treasury-Renditen noch weiter sinken könnten. Wachstumssorgen und Unsicherheit werden den Dollar wahrscheinlich weiterhin belasten. Aktien könnten einen längeren Ausverkauf erleben, aber wir bleiben mittelfristig konstruktiv.
Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments
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