- Die aktuellen massiven Preissteigerungen machen den deutschen Konsumenten zu schaffen. 67 Prozent haben inzwischen ihre Konsumausgaben reduziert.
- Bei der Geldanlage setzen die Deutschen weiter auf bewährte Anlageformen wie Fonds, Tagesgeld, Sparbuch oder auch Aktien
Die seit Monaten steigenden Inflationsraten machen den Deutschen große Sorgen. Selbst der Ukraine-Krieg wird nicht so problematisch gesehen, wie die Teuerung in fast allen Lebensbereichen. Zwei Drittel der Deutschen haben inzwischen reagiert und achten inflationsbedingt vermehrt auf ihre Konsumausgaben. Vor diesem Hintergrund bleiben Fonds, ETFs, Gold und Aktien die beliebtesten Anlageformen. Das sind unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage von YouGov im Auftrag von Assenagon Asset Management unter 2.042 repräsentativ ausgewählten Deutschen.
Quelle: YouGov, Assenagon
Die Inflationsrate in Deutschland stieg zuletzt im Mai 2022 auf +7,9 Prozent und erreichte damit im dritten Monat in Folge einen neuen Höchststand in Deutschland. Diese Entwicklung besorgt mehr als der Hälfte der Deutschen in Bezug auf langfristige Folgen.
36 Prozent geben dagegen an, dass Ihnen der Ukraine-Konflikt noch mehr Kopfzerbrechen bereitet. Untermauert werden diese Zahlen durch die tatsächlichen Reaktionen der Deutschen. Lediglich 26 Prozent der Deutschen geben an, aufgrund der immensen Preissteigerungen nicht vermehrt auf ihre Konsumausgaben zu achten. Die Inflationsentwicklung ist somit im Alltag vieler Deutscher angekommen und hat zu einem Umdenken geführt.
Quelle: YouGov, Assenagon
Bei ihrer Geldanlage setzen die Deutschen weiterhin auf die bewährten Anlageformen und geben auf die Fragen nach den genutzten Anlageformen an, vorrangig Tagesgeld (23 Prozent), Fonds (22 Prozent), Sparbuch (20 Prozent) oder Aktien (17 Prozent) zu besitzen. Unter genutzten Anlageformen liegen auch das Bausparen und Immobilien mit jeweils 15 Prozent weit vorne. Gold und Edelmetalle (10 Prozent) spielt dagegen eine geringere Rolle und werden nur durch Kryptoinvestments (6 Prozent) und Staatsanleihen (4 Prozent) unterboten.
Quelle: YouGov, Assenagon
Im Gegensatz zu den tatsächlich genutzten Anlageformen gibt es bei der Frage in welche Anlageformen die Deutschen für einen Betrag von EUR 25.000 investieren würden erstaunliche Aussagen: Neben Fonds (27 Prozent) werden Gold und Edelmetalle von fast einem Viertel der Befragten als eine von bis zu drei nennenden Anlageformen genannt. Dahinter folgen Aktien (21 Prozent) und Immobilien (20 Prozent). Tagesgeld wird in der theoretischen Fragestellung dann nur noch von 17 Prozent genannt. Auch Bausparen (9 Prozent) ist deutlich weniger interessant, wenn es um Neuinvestments geht. Dagegen spielen Kryptos (9 Prozent) und Staatsanleihen (6 Prozent) in der Wunschauswahl wieder eine größere Rolle.
Quelle: YouGov, Assenagon
Für Thomas Romig, Fonds-Manager von Assenagon Asset Management wird damit einmal mehr der Unterschied zwischen Wunsch und Realität deutlich: "Während deutsche Anleger grundsätzlich die Sinnhaftigkeit von Aktien und daran anknüpfende Anlageformen wie Fonds verinnerlicht haben, sieht es im Alltag düster aus – dann stehen doch wieder Tagesgeld oder sogar das Sparbuch auf dem Anlageplan. In Zeiten von Inflationsraten im Bereich von 8 Prozent ist das Kapitalvernichtung in Reinform."
Quelle: YouGov, Assenagon
Aus Sicht von Multi Asset-Experte Romig verzichten deutsche Anleger zudem häufig auf eine haltbare Strategie. Er verweist dabei auf ein weiteres Umfrageergebnis, wonach 37 Prozent der befragten Anleger mindestens einmal pro Woche ihr Depot kontrollieren. Weitere 27 Prozent tun dies jeden Monat. "In den aktuell turbulenten Börsenzeiten mag es verlockend sein, ständig das Auf und Ab zu beobachten, aber für langfristige Anleger ist es wenig hilfreich, laufend über die Strategie nachzudenken. Nur mit einer auf mehrere Jahre angelegten Anlagestrategie kann es gelingen, solide Renditen einzufahren. Das gilt selbst bei unseren Multi Asset-Strategien, die in den letzten Jahren mehrere Krisen erfolgreich gemeistert haben."