Assenagon AM: Mit Tech-Aktien gegen den Klimawandel?

Assenagon Asset Management | 07.10.2022 07:00 Uhr
© Photo by Karsten Würth on Unsplash
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  • Die Taxonomiequote stellt ein komplementäres Nachhaltigkeitskriterium dar, welches auf die tatsächliche Geschäftstätigkeit abzielt.
  • Eine attraktive Taxonomiequote lässt sich in Core-Investments umsetzen; für eine höhere Quote sollte eine dezidierte Strategie genutzt werden.
  • Hier ist ein aktiver Management-Ansatz zur Erzielung eines robusten Fundamentalprofils essenziell.

Regulatorische Definition von ökologischer Nachhaltigkeit

Die EU-Taxonomie stellt gewissermaßen ein Novum dar. Denn erstmals wird seitens des Regulators definiert, welche Unterneh­mensumsätze als grün zu bezeichnen sind. Gegenwärtig fokussiert sich die Taxonomie auf den Bereich Klimaschutz: Eine Unterneh­mensaktivität gilt als ökologisch nachhaltig, wenn sie substanziell zu diesem Ziel beiträgt und dabei gleichzeitig keine anderen Um­weltziele negativ beeinträchtigt. Zur exakten Klassifizierung hat der Regulator eine umfangreiche Aufstellung von Unternehmens­aktivitäten mit festgelegten Kriterien veröffentlicht. Außerdem muss das Unternehmen Mindeststandards etwa in den Bereichen Menschenrechte & Arbeitsnormen einhalten. Vor dem Hinter­grund der geschaffenen Transparenzpflichten von Kapitalverwal­tungsgesellschaften im Rahmen der Offenlegungsverordnung stellt die Taxonomie somit ein zentrales Instrument der Klima­strategie der EU dar und soll durch die Förderung entsprechender Unternehmensaktivitäten die nachhaltige Transformation voran­treiben.

Taxonomiequote als komplementäres Nachhaltigkeitskriterium

Aufgrund der gesetztlichen Grundlage eignet sich die Taxonomie­quote eines Unternehmens grundsätzlich als ideales Kriterium für eine Nachhaltigkeitsstrategie. Die Betrachtung von Umsätzen zielt dabei auf die tatsächliche Geschäftstätigkeit der Unternehmen ab: Mit welchen Produkten & Dienstleistungen erzielen diese ihre Erlöse? Abseits von E-Mobilität und klassischen Nachhaltigkeits­branchen wie der erneuerbaren Stromerzeugung werden eine Vielzahl weiterer spannender Geschäftsmodelle abgedeckt: Von fortschrittlichen Dämmstoffen über energieeffiziente Datenzen­tren bis hin zu Biokraftstoffen.

Allerdings gestaltet sich eine signifikante Steigerung der grünen Umsatzquote im Portfolio schwieriger als beispielsweise eine Verbesserung der CO2-Intensität, welche sich relativ einfach reduzieren lässt. Dies liegt darin begründet, dass grüne Umsatz­quoten gewissermaßen auf 100 Prozent normiert sind, wohinge­gen die CO2-Intensität nach oben hin unbeschränkt ist. Darüber ist eine Minderheit von Unternehmen für einen Großteil der Emissionen verantwortlich, wodurch sich allein durch deren Ausschluss eine signifikante Verbesserung erzielen lässt (siehe Equity Insights #19).

Im Falle von Taxonomiequoten verhält es sich genau andershe­rum, wie Abbildung 1 darstellt. Denn knapp 80 Prozent der globa­len Unternehmen weisen grüne Umsatzquoten lediglich zwischen 0 Prozent und 20 Prozent auf. Das bedeutet, dass für eine signifi­kante Verbesserung der Taxonomiequote ein vergleichsweise kleines Universum zur Verfügung steht.

Abb. 1: Verteilung der Taxonomiequoten am globalen Aktienmarkt

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Die Unternehmen, welche mind. 50 Prozent ihrer Umsätze mit ta­xonomiekonformen Aktivitäten generieren, fassen wir als Green Economy-Universum zusammen. Interessanterweise weist dieses Universum – trotz deutlichen Anteils grüner Aktivitäten – eine CO2-Intensität auf Niveau des globalen Aktienmarktes auf. Zum einen liegt der Markt aufgrund des hohen Gewichts in generell CO2-armen Sektoren wie Technologie, Finanzen oder Gesundheit relativ niedrig. Zum anderen konzentriert sich die Taxonomie be­wusst auf Sektoren und Themen, welche maßgeblich zum Klima­wandel beitragen. Dabei handelt es sich insbesondere um die Be­reiche Energie, Transport, Gebäude und Infrastruktur. Innerhalb dieser Sektoren werden innovative, grüne Technologien gefördert.

Insofern lässt sich festhalten, dass grüner Umsatz nicht in Rela­tion zur CO2-Intensität steht, wodurch sich beide Kriterien kom­plementär im Rahmen einer Nachhaltigkeitsstrategie integrieren lassen. Ein prominentes Beispiel ist das Unternehmen Adobe, welches mit einem AAA ESG-Rating und einer niedrigen CO2-In­tensität sicherlich Nachhaltigkeitsvorreiter ist. Jedoch generiert das allseits bekannte Bildbearbeitungsprogramm und die wei­teren Softwarelösungen letzten Endes 0 Prozent grünen Umsatz, wodurch das Unternehmen schlechter abschneidet als der glo­bale Aktienmarkt mit etwa 5 Prozent.

Auswirkungen einer Integration von Taxonomiequoten

Wir konstruieren Portfolios mit unterschiedlicher Taxonomiequote unter ganzheitlicher Risikokontrolle, um so deren Einfluss auf das relative Risiko zu analysieren. Das bedeutet, dass das Länder-, Sektor- und Faktorprofil jeweils mit dem globalen Ak­tienmarkt übereinstimmt. Wie Abbildung 2 aufzeigt, stellt eine Taxonomiequote von 10 Prozent bereits eine deutliche Verbesse­rung gegenüber dem globalen Aktienmarkt dar, bei einem ver­gleichsweise geringen Tracking Error von 0,69 Prozent. Somit lässt sich grundsätzlich die Taxonomiequote auch in Core-Investments integrieren. Für Taxonomiequoten jenseits von 20 Prozent sollte die Integration im Rahmen einer dezidierten Nachhaltigkeitsstra­tegie erfolgen, da die relativen Risiken deutlich ansteigen.

Abb. 2: Tracking Error bei ausgewählten Taxonomiequoten

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Tabelle 1 stellt eine Reihe fundamentaler Kennzahlen des Green Economy-Universums dem globalen Aktienmarkt gegenüber. Ob­wohl sich Themen wie Elektromobilität oder Clean Energy auf­grund ihres Wachstumsprofils durch hohe Bewertungen auszeichnen, ist die Green Economy in der Breite moderat bewertet. Nichtsdestotrotz weist es ein attraktives Wachstumsprofil auf, was für die Zukunftsträchtigkeit der Geschäftsmodelle spricht. Einzig hinsichtlich der Unternehmensqualität schneiden die Un­ternehmen deutlich schlechter ab: Einerseits sind sie deutlich weniger rentabel, andererseits höher verschuldet.

Tab. 1: Fundamentalprofil der Green Economy

Quelle: Assenagon, Bloomberg

Assenagon Equity Framework

Über die ganzheitliche Steuerung im Rahmen des Assenagon Equity Frameworks lässt sich das hohe Wachtum bei fairer Be­wertung erhalten, jedoch die Unternehmensqualität deutlich verbessern. So ergibt sich ein hoch komplementärer & aktiver Ansatz (Active Share von 98 Prozent) mit einem Fokus auf kleinere Unternehmen (Median Marktkapitalisierung von EUR 4 Mrd.) sowie einer Taxonomiequote von ca. 80 Prozent.

Für den Anleger

Die Taxonomiequote bietet ein komplementäres Nachhaltigkeits­kriterium jenseits von ESG-Scores und CO2-Intensität, welche auf die tatsächliche Geschäftstätigkeit der Unternehmen abzielt. Da­bei lässt sich eine attraktive Taxonomiequote auch in Core-In­vestments umsetzen; für eine höhere Quote sollte jedoch auf eine dezidierte Strategie zurückgegriffen werden. Hier ist ein aktiver Management-Ansatz zur Erzielung eines robusten Fundamental­profils essenziell.

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