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Ein weiteres ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Die Marktteilnehmer mussten vor dem Hintergrund der anhaltenden politischen, wirtschaftlichen und technologischen Unwägbarkeiten flexibel bleiben und mit Bedacht vorgehen. Mit Blick auf das Jahr 2026 prägen drei Faktoren unseren optimistischen Ausblick: reduzierte politische Unsicherheit, ein Investitionsboom im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie eine klare Verschiebung hin zu einer entgegenkommenderen Fiskal- und Geldpolitik in den führenden Volkswirtschaften.
Das gestiegene politische Risiko, das die Entscheidungsträger zuvor verunsichert hat, ist zu einem vertrauten Grundrauschen geworden. Anleger und Unternehmen haben sich an eine Welt gewöhnt, in der Ankündigungen von politischer Seite, Handelsstreitigkeiten und Wahlen die Stimmung beeinflussen. Die Reaktion der Märkte bestand im Allgemeinen darin, diese Unsicherheitsfaktoren einzupreisen und sich innerhalb der gegebenen Grenzen zu bewegen. Die Folge war eine größere Vorsicht bei der Portfoliozusammenstellung, die beispielsweise durch höhere Allokationen bei Gold zum Ausdruck kommt.
Der zweite Stützpfeiler ist der starke Anstieg der KI-Investitionen. Die Integration neuer Technologien über Sektoren hinweg steigert die Produktivität und schützt vor demografischen Belastungsfaktoren. In den USA und Asien ermöglichen eine robuste digitale Umgebung und eine günstige Regulierung eine rasche Verbreitung und einen starken Ausbau der KI-Infrastruktur, wodurch die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden.
Der dritte Eckpfeiler unseres Ausblicks für 2026 ist die politische Landschaft. In den USA stehen Zwischenwahlen an, und die dortige Regierung hat ein umfassendes Fiskalpaket zur Stimulierung des Wachstums geschnürt. Die Regierungen in Europa tätigen als Reaktion auf die geopolitischen Gegebenheiten und den demografischen Druck umfangreiche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Auch China dürfte Maßnahmen zur Unterstützung der Binnennachfrage ergreifen.
Aktien erscheinen trotz der hohen Bewertungen und niedrigen Risikoprämien weiterhin attraktiver als Anleihen. Während die starken Zugewinne dieses Jahres wohl nicht wiederholt werden dürften, sind einstellige Erträge bei Aktien durchaus denkbar. Wir bevorzugen derzeit eine leicht übergewichtete Positionierung bei Aktien, insbesondere im Gesundheitswesen sowie in Sektoren, die vom anhaltenden technologischen Wandel profitieren. Gelegenheiten bei festverzinslichen Anlagen ergeben sich durch Carry-Strategien und die Kurvenpositionierung, da der Renditerückgang größtenteils abgeschlossen sein dürfte.
Sind wir zu optimistisch gestimmt? Wir glauben es nicht. Die zugrunde liegenden Treiber der Wirtschaftsaktivität gestalten sich weitgehend positiv, und es gibt keine unmittelbaren Anzeichen für Rezessionsrisiken. Die globalen Lieferketten sind flexibler aufgestellt, und die meisten fiskalischen Entscheidungsträger können bei Bedarf Ressourcen mobilisieren. Es bleiben Risiken, so etwa ein neuerlicher Preisauftrieb, Interventionen durch die Politik und die Schuldentragfähigkeit einiger Länder. Diesen stehen aber die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen und der Politik sowie die wachsamen Zentralbanken gegenüber. Demnach dürfte sich 2026 als Jahr des anhaltenden Wandels erweisen, in dem Widerstandskraft, Innovation und umsichtige Stewardship belohnt werden
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