Die Nachrichten aus den USA reißen nicht ab. Das jüngste Beispiel ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die von Präsident Trump im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Zölle aufzuheben. Als Reaktion darauf hat die Regierung neue Abgaben unter Berufung auf eine andere Rechtsgrundlage eingeführt. Die kurzfristigen makroökonomischen Auswirkungen dürften minimal sein. Das Urteil zeigt, dass die Kontrolle der Exekutive funktioniert, allerdings auf Kosten einer zusätzlichen Unsicherheit in der Handelspolitik. Fragen zur Dauerhaftigkeit und Zuverlässigkeit bestehender und künftiger Handelsabkommen bleiben offen.
Die Zuflüsse in Vermögenswerte aus Schwellenländern sind seit Jahresbeginn weiterhin stark und stützen die Outperformance von Schwellenländeranleihen und -aktien. Die Argumente für eine Allokation in Schwellenländeranlagen bleiben bestehen, da wir davon ausgehen, dass der US-Dollar weiterhin schwach bleiben wird. Der KI-Investitionszyklus dürfte weiterhin günstig für Chiphersteller sein, während die Nachfrage nach Metallen weiterhin die Rohstoffexporteure in den Schwellenländern stützen dürfte. Die Bewertungen bleiben relativ attraktiv.
Der aktuelle Konjunktur- und Zinszyklus hat einige lang gehegte Annahmen über den Nutzen hochwertiger festverzinslicher Wertpapiere in Portfolios in Frage gestellt. In letzter Zeit hat sich die Stimmung gegenüber US-Staatsanleihen jedoch gewandelt. Die Laufzeitprämien für Staatsanleihen haben sich abgeschwächt, da die Anleger die Nützlichkeit von Staatsanleihen als wirksame Absicherung gegen potenzielle Volatilität bei Risikoanlagen wiederentdeckt haben. Die Sorgen um die Tragfähigkeit der Verschuldung, die politische Unsicherheit und eine möglicherweise höhere Inflation sind zwar nicht verschwunden, aber ein strategisches Engagement in Anleihen erscheint erneut sinnvoll, auch wenn die Durationsrisiken weiterhin real sind.
Von Dr. Karsten Junius, Chief Economist, J. Safra Sarasin
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