Die Waffenruhe mit dem Iran hat Präsident Trump eine willkommene Ausstiegsrampe verschafft.
Viele Details der Vereinbarung bleiben unklar oder sind sogar umstritten. Was bislang bekannt ist, deutet darauf hin, dass es sich eher um einen Rahmen für Verhandlungen als um ein vollständig ausgearbeitetes Abkommen handelt. Die Lage bleibt fragil und improvisiert und ist weit von einer echten Lösung entfernt. Daher bleibt die Bandbreite möglicher Entwicklungen groß, wobei sich die Wahrscheinlichkeiten relativ gleichmäßig verteilen. Dennoch glauben wir, dass irgendeine Form von Vereinbarung, sei sie formell oder stillschweigend, das wahrscheinlichste Ergebnis ist. In einem solchen Szenario dürfte sich der Ölpreis auf einem etwas niedrigeren Niveau als heute einpendeln, aber nicht auf das Vorkriegsniveau zurückfallen. Auch wenn dies kein optimales Ergebnis wäre, würde es die wirtschaftlichen Folgen im Vergleich zu einem anhaltenden Konflikt begrenzen. Im Folgenden geben wir ein Q&A zum Krieg im Iran und konzentrieren uns dabei auf zentrale Fragen zu den geopolitischen Folgen, den makroökonomischen Auswirkungen und den Implikationen für die Finanzmärkte.
Abschließend werfen wir einen Blick auf die Berichtssaison für das erste Quartal in den USA. Die Konsenserwartungen gehen trotz des Kriegs im Iran erneut von einem Quartal mit 13 % EPS-Wachstum aus. Finanzwerte dürften von höheren Zinsen, erhöhter Volatilität und einer starken M&A-Aktivität im ersten Quartal profitieren. Die Konsensschätzungen für die Gewinne im Technologiesektor wurden im Vorfeld der Berichtssaison deutlich nach oben revidiert, dürften aber im Großen und Ganzen erreicht werden. Ein Grund zur Sorge ist das nachlassende Gewinnwachstum der Hyperscaler, das sich letztlich auf die Investitionspläne bei den Capex-Ausgaben auswirken könnte.
Von Dr. Karsten Junius, Chief Economist, J. Safra Sarasin
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