Die US-Berichtssaison für das zweite Quartal hat die Konsolidierungsphase an den globalen Aktienmärkten von Anfang Juni bis Ende Juli abrupt beendet, in der der globale Technologiesektor etwas von seinem Glanz der vorangegangenen Monate verloren hatte. Doch herausragende Ergebnisse für das zweite Quartal haben das Vertrauen in den KI-Trade wiederhergestellt, wobei die Hyperscaler ihre Prognosen bestätigt oder sogar angehoben haben. Darüber hinaus hat sich die Stärke der Gewinne weit über die USA und den Technologiesektor hinaus ausgeweitet und bestätigt damit die Einschätzung, dass sich die wirtschaftliche Aktivität, insbesondere in den USA, dank des aktuellen Booms bei den KI-Investitionen als widerstandsfähiger erwiesen hat als erwartet. Die Konsumausgaben wirken solide, werden allerdings größtenteils von Haushalten mit höheren Einkommen getragen. Auch die wirtschaftlichen Aussichten im Euroraum und in Japan verbessern sich, trotz des anhaltenden Gegenwinds aus der Golfregion und der im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit hohen Realzinsen. Daher haben wir unsere Wachstumsprognosen für die USA und den Euroraum angehoben.
Gleichzeitig bleiben die Inflationsraten erhöht und liegen über den Zielwerten der Zentralbanken. Daher wird der Fokus in den kommenden Monaten auf der Notwendigkeit und dem Ausmaß einer restriktiveren Geldpolitik liegen. Das größte Aufwärtspotenzial gegenüber den am Markt eingepreisten Zinserwartungen sehen wir bei der Fed und der Bank of Japan, während die aktuelle Marktbewertung für die Schweizerische Nationalbank, die EZB und die Bank of England wahrscheinlich am oberen Ende dessen liegt, was wir voraussichtlich sehen werden.
Aufgrund der stärkeren Gewinnaussichten haben wir unser Jahresendziel für den S&P 500 auf 8.200 Punkte angehoben und sowohl Technologie als auch Industrie auf „most preferred“ hochgestuft. Unsere Präferenz für den Gesundheitssektor und Schweizer Aktien haben wir aufgegeben und durch eine Präferenz für stärker zyklische Aktien aus dem Euroraum ersetzt.
Von Dr. Karsten Junius, Chief Economist, J. Safra Sarasin
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