Die Berichtssaison für das zweite Quartal hat erneut die außergewöhnliche Stärke der US-Unternehmensgewinne unter Beweis gestellt. Das Wachstum des Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr erreichte beeindruckende 34,2 %. Eine weitere Beschleunigung dürfte nur schwer zu erreichen sein. Die Unterstützung durch steigende Öl- und Gaspreise sowie einen schwächeren US-Dollar dürfte nachlassen, während der Abschreibungsaufwand der Hyperscaler steigen dürfte. Schließlich dürfte auch ein bemerkenswerter, jahrelanger Rückgang der Nettozinsaufwendungen des US-Unternehmenssektors zu Ende gehen. Eine höhere Verschuldung in einem Umfeld höherer Zinsen und weniger verfügbare liquide Mittel, die von diesen höheren Zinsen profitieren können, dürften in den kommenden Quartalen und Jahren zu höheren Nettozinsaufwendungen führen. Dies wird den Gewinnzyklus nicht aus der Bahn werfen, dürfte aber das Wachstumstempo dämpfen.
Daher ist der Anstieg der Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007 keine erfreuliche Nachricht. Zwar ist dieser weitgehend auf das starke Wirtschaftswachstum zurückzuführen, doch dürften auch das Fehlen glaubwürdiger Bemühungen um eine Haushaltskonsolidierung und Fragen hinsichtlich der Strategie des neuen Fed-Vorsitzenden zum Renditeanstieg beigetragen haben. Das US-Finanzministerium hat das potenzielle Volumen seiner Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich erhöht, um einem aus seiner Sicht ungerechtfertigten Anstieg der langfristigen Renditen entgegenzuwirken. Der Durationseffekt dieser Maßnahmen ist beträchtlich und sollte nicht unterschätzt werden — ebenso wenig wie die Bereitschaft der Regierung, diese Instrumente in größerem Umfang einzusetzen.
Schließlich bleibt der kanadische Dollar angesichts der äußerst schwierigen Handelsverhandlungen mit den USA auf einem holprigen Kurs. Die Volatilität dürfte hoch bleiben, wobei wir darauf hinweisen, dass die Rohstoffbindung der Währung sie wahrscheinlich vor einer stärkeren Abwärtsbewegung schützen wird.
Von Dr. Karsten Junius, Chief Economist, J. Safra Sarasin
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