Die kürzlich angekündigten Zölle stellen eine erhebliche Erhöhung der Zölle auf asiatische Exporte dar, und zwar wohl mehr als vom Markt erwartet. Die Berechnung dieser Zölle ist schwer nachvollziehbar, da sie nichttarifäre Handelshemmnisse und Faktoren wie die „Devisenmanipulation“ einbezieht, was zu Unsicherheiten darüber führt, wie diese Elemente die endgültigen Zahlen beeinflusst haben. Auf die USA entfallen etwa 15% der Exporte aus der Region; Zollerhöhungen in der Größenordnung von 20–35% würden das Wachstum in diesem Jahr erheblich bremsen, insbesondere für die offeneren, handelsorientierten Volkswirtschaften. Darüber hinaus haben viele asiatische Volkswirtschaften einen relativ hohen Anteil ihres Exportwerts, der in den USA landet, sodass die breite Anwendung von Zöllen weltweit die Auswirkungen einer Umlenkung des Handels behindern wird.
Investoren müssen nun abwarten, wie die politischen Entscheidungsträger reagieren. Zwar besteht Verhandlungsbereitschaft, doch bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die asiatischen Länder ergreifen können, um die Zölle, mit denen sie konfrontiert sind, deutlich zu senken, über die Senkung oder Abschaffung der Zölle auf US-Waren hinaus. Maßnahmen wie Gegenzölle und Währungsabwertungen könnten eine zusätzliche Zollreaktion der USA auslösen, was zu weiteren Komplikationen für die regionalen Entscheidungsträger führen würde. Wahrscheinlicher ist, dass der Schwerpunkt auf der Unterstützung der Binnenwirtschaft liegen wird, wo Länder mit politischer Flexibilität geld- und fiskalpolitische Anreize einführen könnten, um den negativen Wachstumseffekten der Zölle entgegenzuwirken.
In der Zwischenzeit wird erwartet, dass Risikoanlagen unter Druck und volatil bleiben, da Unternehmen die Auswirkungen dieser Zölle auf ihre Geschäftspläne und den möglichen Zeitrahmen für Verhandlungen zur Senkung der Zölle bewerten. Die Preise von Vermögenswerten können sich stabilisieren und erholen, wenn der Markt das Vertrauen gewinnt, dass diese Zölle eine Obergrenze und kein bewegliches Ziel darstellen.
Von Chris Kushlis, Chef-Makrostratege für Schwellenländer bei T. Rowe Price