Von der Politik zum Portfolio: Was macht der neue Populismus mit den Märkten?

Populismus prägt zunehmend die Weltpolitik und beeinflusst Wachstum, Inflation sowie die Entwicklung an Anleihen- und Aktienmärkten. Während kurzfristig Nachfrageimpulse entstehen können, steigen langfristige Risiken für Staatsfinanzen und Bewertungen. Welche Chancen und Gefahren ergeben sich für Anleger? Capital Group | 18.02.2026 15:53 Uhr
© Capital Group
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Populismus ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Weltpolitik, ausgelöst durch Ungleichheit, geringere Aufstiegsversprechen und dem Gefühl, dass die Politik falsch auf die Veränderungen der Wirtschaft reagiert.

Auch wenn populistische Regierungen häufig eine Politik verfolgen, die die Langfristrisiken steigen lässt – für Wachstum, Preisstabilität und Märkte – kann die Nachfrage kurzfristig steigen, sodass in subventionierten oder langfristig bevorzugten Sektoren Chancen für selektive Anleger entstehen können.

Für die Anleihenmärkte gilt, dass populistische Regierungen oft auf eine expansive Geldpolitik drängen, um das Wachstum zu fördern oder zusätzliche Sozialleistungen zu finanzieren. Die Kurzfristzinsen fallen daher. Meist geht das mit einem Anstieg der Langfristrenditen einher, da Anleger schwächere Staatsfinanzen, eine höhere Inflation und eine Defizitfinanzierung durch die Notenbank fürchten.

Ein solcher Renditeanstieg ist mehr als eine technische Anpassung: Er zeigt, dass sich die Markterwartungen ändern und höhere Risikoprämien verlangt werden, um bei einer unberechenbareren Politik noch in Staatsanleihen zu investieren. Die Zinsstrukturkurve wird steiler, die Geldpolitik sorgt für niedrige Kurzfristzinsen, aber die Langfristrenditen steigen wegen der höheren Inflationserwartungen und der unsicheren Fiskalpolitik.

An den Aktienmärkten schaffen populistische Maßnahmen wie Zölle, eine expansive Fiskalpolitik und aufsichtsrechtliche Interventionen klare Gewinner und Verlierer – und das umso mehr, wenn in strategisch wichtigen Sektoren interveniert wird.

Die jüngsten Entwicklungen in den USA – etwa die Einführung von Golden Shares, staatliche Aktienkäufe und die Kehrtwende bei Exportkontrollen für Chips – zeigen, wie die Politik die Kapitalallokation verzerren und die Unternehmensgewinne unberechenbarer machen kann. Internationale Konflikte, darunter Chinas Importbeschränkungen für KI-Chips und die drohende Eskalation der Konflikte mit den USA, sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Außerdem könnten die geplanten Mittelkürzungen für wichtige Investitionsförderprogramme das langfristige Wachstum schwächen. Je mehr sich die Politik einmischt, desto anfälliger werden die Aktienbewertungen.

Anleger sollten daher den Populismus nicht in Bausch und Bogen verurteilen, sondern klug darauf reagieren. Man muss wissen, was ihn fördert, weil das auch künftig relevant sein wird. Wichtig ist ein disziplinierter Ansatz mit klaren Sektorschwerpunkten und einem langen Anlagehorizont, auf Basis sorgfältiger Analysen von Institutionen und möglichen Reformen. So lassen sich Chancen nutzen und die strukturellen Risiken einer populistischen Politik meiden. 

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