Die erste Hälfte des Kapitalmarktjahres 2026 war für Investoren alles andere als ruhig. Neben geopolitischen Schocks, Energiepreisbewegungen und einer anhaltend hohen Unsicherheit über den weiteren Konjunktur- und Zinspfad dominierte vor allem ein Thema die globalen Aktienmärkte: künstliche Intelligenz.
Auch im asiatisch-pazifischen Aktienuniversum außerhalb Japans war der AI- und Halbleiterboom der zentrale Performance-Treiber. Besonders auffällig war dabei die zunehmende Konzentration auf wenige große Technologie- und Hardwaretitel.
Im ersten Teil unserer fünfteiligen Videoreihe „Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan)“ spricht Simon Weiler, CEO & Chefredakteur von e-fundresearch.com, mit Valerie Huang, Portfolio Manager bei Guinness Global Investors, über die Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2026 – und darüber, warum der aktuell sehr enge Markt aus Sicht aktiver Investoren nicht nur Risiken, sondern auch Chancen eröffnet.
Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan) – Video 1/5
Valerie Huang über AI-Konzentration, Indexdominanz und Bewertungsopportunitäten im asiatisch-pazifischen Aktienmarkt.
Drei Namen prägen den Markt
Aus Sicht von Huang war die jüngste Entwicklung im MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index ungewöhnlich stark von wenigen Technologieunternehmen geprägt. Immer wieder seien es dieselben drei Namen gewesen, die den Markt bewegten: TSMC, SK Hynix und Samsung Electronics.
Diese Konzentration sei nicht nur auf einzelne Monate beschränkt gewesen, sondern habe sich auch im bisherigen Jahresverlauf gezeigt. Für Investoren bedeutet das: Die Indexentwicklung erzählt derzeit nur einen Teil der Geschichte. Wer lediglich auf die Gesamtperformance blickt, läuft Gefahr zu übersehen, wie schmal die Marktführerschaft tatsächlich geworden ist.
Gerade für aktive Manager kann ein solches Umfeld interessant sein. Denn wenn große Teile des Marktes kaum Beachtung finden, obwohl einzelne Unternehmen solide Gewinnentwicklungen liefern, können Bewertungsunterschiede entstehen.
Der Markt schaut nicht überall gleich genau hin
Huang betont, dass Guinness Global Investors auch außerhalb der offensichtlichen AI-Gewinner robuste Unternehmensergebnisse beobachtet habe. Der Markt scheine diese Entwicklungen derzeit jedoch nur begrenzt zu berücksichtigen.
Daraus ergibt sich aus ihrer Sicht eine zentrale Frage: Ist der Markt aktuell zu stark auf die unmittelbar sichtbaren Profiteure des AI-Hardware-Zyklus fokussiert? Und entstehen dadurch Chancen in Unternehmen, Sektoren oder Geschäftsmodellen, die zwar weniger Aufmerksamkeit erhalten, aber operativ weiterhin überzeugen?
Genau hier setzt der aktive Ansatz der Guinness Asian Equity Income Strategy an. Statt der Indexgewichtung zu folgen, sucht das Team nach qualitativ hochwertigen Unternehmen mit nachhaltiger Ertragskraft, attraktiver Bewertung und langfristigem Dividendenpotenzial.
Warum das für Fondsselektoren relevant ist
Für professionelle Investoren ist die aktuelle Marktsituation aus mehreren Gründen relevant. Erstens kann eine hohe Indexkonzentration die tatsächliche Diversifikation passiver Investments reduzieren. Zweitens steigt die Bedeutung der Frage, ob die Bewertung der großen AI-Gewinner bereits sehr viel Zukunftswachstum vorwegnimmt. Drittens können sich abseits der dominierenden Indexschwergewichte Opportunitäten ergeben, die in einem momentumgetriebenen Markt weniger stark beachtet werden.
Die Aussage von Huang ist dabei nicht als Abkehr vom AI-Thema zu verstehen. Vielmehr geht es um Differenzierung: AI bleibt ein wichtiger struktureller Wachstumstreiber, aber nicht jedes attraktive Unternehmen im asiatisch-pazifischen Aktienuniversum muss ein offensichtlicher Mega-Cap-Gewinner sein.
- Die Performance im asiatisch-pazifischen Aktienmarkt ex Japan wurde zuletzt stark von wenigen AI- und Halbleitertiteln geprägt.
TSMC, SK Hynix und Samsung Electronics standen laut Valerie Huang besonders stark im Fokus der Marktbewegungen.
Guinness Global Investors sieht auch außerhalb dieser großen Indexgewichte Unternehmen mit solider Gewinnentwicklung.
Die geringe Aufmerksamkeit für andere Sektoren kann aus Sicht aktiver Stock Picker Bewertungsopportunitäten eröffnen.
Für Fondsselektoren rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie viel echte Diversifikation passive Asia-Pacific-ex-Japan-Exposures derzeit noch bieten.
Über die Strategie
Die Guinness Asian Equity Income Fondsstrategie (IE00BDHSRH39 (ausschüttend) bzw. IE00BDHSRG22 (thesaurierend)) investiert in hochwertige, dividendenzahlende Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum. Der Ansatz ist aktiv gemanagt und fokussiert auf Unternehmen mit nachhaltiger Ertragskraft, soliden Bilanzen, attraktiver Bewertung und langfristigem Dividendenpotenzial.
Die Strategie nutzt den MSCI AC Asia Pacific ex Japan Index als Vergleichsindex. Ziel ist nicht die Nachbildung des Index, sondern ein konzentriertes Portfolio ausgewählter Qualitätsunternehmen.
Die Serie im Überblick
Mit diesem Beitrag startet die fünfteilige e-fundresearch.com Videoreihe „Fund Manager Spotlight: Asia-Pacific (ex. Japan)“ mit Valerie Huang, Portfolio Manager bei Guinness Global Investors.
In den kommenden Wochen veröffentlichen wir im Laufe des Juli exklusiv auf e-fundresearch.com vier weitere Videoepisoden. Darin vertiefen wir gemeinsam mit Valerie Huang die wichtigsten Themen rund um asiatische Aktienmärkte, Dividendenqualität, Portfolioaufbau und aktuelle Chancen im Asia-Pacific-ex-Japan-Universum.
Teil 1: AI-Konzentration und Bewertungsopportunitäten im Asia-Pacific-ex-Japan-Universum
Teil 2: Geopolitik, Energiepreise und regionale Unterschiede in Asien
Teil 3: Der Investmentansatz der Guinness Asian Equity Income Strategy
Teil 4: Taiwan jenseits von TSMC: Ein Blick auf Elite Material
Teil 5: Ausblick auf das zweite Halbjahr 2026
Die weiteren Episoden erscheinen sukzessive im Juli exklusiv auf e-fundresearch.com.
Dieser Beitrag erscheint im Rahmen der Premium-Content-Partnerschaft zwischen e-fundresearch.com und Guinness Global Investors. Die Nennung einzelner Unternehmen dient ausschließlich der Illustration und stellt keine Anlageempfehlung dar. Vergangene Wertentwicklungen lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Die Videoaufnahme erfolgte am 22. Juni 2026.